Windows 10X kommt dieses Jahr wohl zuerst auf Billig-Notebooks [Update]

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Windows 10X kommt dieses Jahr wohl zuerst auf Billig-Notebooks (2)
Quelle: Twitter_WalkingCat

Jetzt aktualisiert: Laut mehreren Insider-Berichten soll der neue Chef der Surface- und Windows-Abteilung, Panos Panay, intern verkündet haben, dass Windows 10X in diesem Jahr erstmal nur auf Notebooks kommt und nicht nur auf Dual-Screen-Geräte.

Aktualisierung vom 05.05.2020

In einem Blogpost hat sich der Chef der Windows- und Geräte-Abteilung bei Microsoft zu Windows 10X geäußert. Er bestätigt die Gerüchte, wonach das OS zuerst auf herkömmliche PCs kommen soll. So wird es demnächst etwa Billig-Notebooks mit Windows 10X geben. Man müsse auf die veränderte Umgebung reagieren. Seit der Ankündigung des Betriebssystems habe sich die Welt verändert. Inzwischen arbeiten weltweit Millionen Menschen im Homeoffice. Grund hierfür ist die derzeit grassierende Coronavirus-Pandemie, die vielerorts zu Ausgangsbeschränkungen geführt hat, sodass die Menschen von Zuhause arbeiten sowie lernen und dabei Cloud-Services nutzen. Offen lässt Panay jedoch, wann genau Windows 10X erscheinen wird. Zusätzlich zu Windows 10X wird es aber auch weiterhin das gewohnte Windows 10 geben.

"Bei der Entwicklung von Windows 10X haben wir auf Flexibilität geachtet, und diese Flexibilität hat es uns ermöglicht, unseren Schwerpunkt auf Windows 10X-Geräte mit nur einem Bildschirm zu legen, die die Leistungsfähigkeit der Cloud nutzen, um unseren Kunden beim Arbeiten, Lernen und Spielen neue Möglichkeiten zu eröffnen. Diese Einzelbildschirmgeräte werden die ersten Vertreter von Windows 10X sein, die wir an unsere Kunden ausliefern, und wir werden weiterhin gemeinsam mit unseren OEM-Partnern nach dem richtigen Zeitpunkt suchen, um Dual-Screen-Geräte auf den Markt zu bringen." - Panos Panay, Chef der Windows- und Devices Group bei Microsoft.

Die genaue Rolle von Windows 10X ist noch nicht ganz klar. Fakt ist, dass es einen starken Fokus auf die Cloud geben wird, ganz so, wie es auch Chrome OS von Google macht. Zudem könnte es aber auch sein, dass bei Windows 10X eventuell neue Funktionen getestet werden, ehe diese dann auch an die Nutzer des herkömmlichen Windows 10 ausgerollt werden. Bei gemischten Reaktionen könnten etwaige neue Cloud-Funktionen exklusiv Windows 10X vorbehalten bleiben.


Original-Artikel vom 12.04.2020

Im Oktober 2019 überraschte Microsoft mit der Präsentation zweier neuer Surface-Geräte, die erst Ende dieses Jahres auf den Markt kommen sollen. Sowohl dem Surface Duo, als auch dem größeren Surface Neo sind zwei Bildschirm zu Eigen. Für das mit einem Intel-Lakefield angetriebene Surface Neo als neues Ultrabook, hat Microsoft gar Windows 10X entwickelt. Diese angepasste Version sollte eigentlich bei den Dual-Screen-Notebooks seine Premiere feiern, doch Panos Panay, der neue Chef der Windows-Abteilung, der bislang nur der Surface-Chef war, hat wohl andere Pläne. Die für gewöhnlich gut im Microsoft-Kosmos vernetzte Mary Jo Foley will aus einer internen E-Mail erfahren haben, dass Panos Panay Windows 10X in diesem Jahr zuerst auf Notebooks bringen will. Erst später soll es dann auch auf sogenannte Dual-Screen-PCs wie etwa das Lenovo Thinkpad X1 Fold oder das Microsoft Surface Neo kommen.

Unterschiede zwischen Windows 10 und Windows 10X

Prinzipiell gibt es zwei Unterschiede zwischen dem bisherigen Windows 10 und der neuen Variante 10X. Bei der neuen Version laufen alle Apps und Programme in Containern, wie Microsoft bereits verkündet hat. So sollen diese ein Plus an Sicherheit mit sich bringen, da die Software so nicht mehr so einfach Änderungen am System durchführen kann und etwa ein mit Schadcode infiziertes Programm so weniger Schaden anrichten kann, als bei einem herkömmlichen Windows. Allerdings ist es so nicht möglich, x86-Programme zu starten, die direkten Zugriff auf Systemressourcen oder zwingende eigene Treiber benötigen, also nicht mit generischen Treibern arbeiten können. Laut Microsoft zählen zu den inkompatiblen Programmen Virenschutzprogramme, System-Backup-Software und andere besonders systemnahe Programme. Um dennoch geschützt zu sein vor Attacken, muss der Windows-10X-Nutzer den integrierten Microsoft Windows Defender verwenden. Die Mehrheit der 32- und 64-bit-Programme bleibt jedoch lauffähig, zumindest wenn sie schon unter dem normalen Windows 10 starten. Es ist dabei egal, wie das Programm installiert wird, es lässt sich aus allen Quellen bei Windows 10X ganz normal installieren.

Die zweite Neuerung von Windows 10X betrifft das Startmenü, welches nun ähnlich aufgebaut ist, wie der Microsoft Launcher auf Android. Am oberen Rand ist eine Suchleiste vorhanden, um direkt nach Apps, anderen Inhalten auf der Festplatte und im Web suchen zu können. Direkt darunter wird ein Bereich angezeigt, auf dem zuletzt geöffnete Apps und Webseiten zu sehen sind, wobei man ausgehend von dieser Übersicht auch zu allen installierten Apps gelangen kann. Darunter sind chronologisch die zuletzt geöffneten Dokumente und Webseiten aufgelistet. Dieses neue Startmenü von Windows 10 X soll exklusiv mobilen Geräten vorbehalten bleiben, die mit dieser Windows-Version ausgeliefert werden.

Windows 10X als Konkurrent für Google Chrome OS

Die Frage stellt sich, wen Microsoft wohl mit dieser neuen Version von Windows 10 ansprechen will. Hier kommen vor allem die zahlreichen Nutzer eines Chromebooks in Frage. Mit dem sogenannten Chrome OS hat Google ein Betriebssystem geschaffen, das nahezu vollständig in der Cloud arbeitet und sich gerade in den USA im Bildungsbereich großer Verbreitung erfreut. Es ist absichtlich so entworfen, dass Nutzer möglichst wenig daran basteln können und mehr oder weniger gezwungen werden, in der Google Cloud zu arbeiten. In den USA besitzen derartige, günstige Chromebooks einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent in den Schulen des Landes. Erst dahinter folgt Microsoft mit Windows 10 und Apple mit iPadOS.

Die Zielsetzung von Microsoft ist also, ein Betriebssystem zu haben, dass es mit Chrome OS aufnehmen kann. Neben günstigen Preisen für sogenannte Chromebooks um die 150 US-Dollar, ist es die einfache Handhabung, die wohl in Kombination mit der Verbreitung der Google-Dienste zur Marktführerschaft in den USA geführt hat. In Europa gestaltet sich die Marktlage - noch - anders, sodass hier vor allem Microsoft dominiert und die Chromebooks einen kleinen Marktanteil haben. Zwar soll Windows 10X quasi zum Einsteiger-Betriebssystem werden, doch sollen die herkömmlichen Editionen Windows 10 Home, Pro und Enterprise weiterhin gepflegt werden.

Ebenfalls lesenswert: Lenovo Thinkpad X1 Fold: Faltbares Windows-Tablet kommt dieses Jahr

Sammlung zu Windows 10X:

  • Windows 10X soll doch nicht direkt auf Dual-Screen-Geräten wie dem Surface Neo in diesem Jahr starten, wie die Insidern Mary Jo Foley erfahren haben will. Ihrem Bericht zufolge soll Panos Panay, der neue Chef der Devices & Windows-Abteilung, dafür sorgen, dass Windows 10X zunächst auf Notebooks startet.
  • Die Idee sei, mit Windows 10X die günstigen Chromebooks anzugreifen, die vor allem in den USA im Bildungssektor beliebt sind. In den Vereinigten Staaten liegt der Marktanteil von Chrome OS in Schulen bei über 50 Prozent.
  • Bei Windows 10X sollen nahezu alle normalen Windows-Programme laufen. Ausgenommen sind nur Programme, die direkten Zugriff auf Systemressourcen oder eigene Treiber benötigen. Hierzu zählen Anti-Virenprogramme und System-Backup-Programme.
  • Zudem gibt es exklusiv für Windows 10X ein eigenes Startmenü.

Quellen: Microsoft, Zdnet, Petri, Drwindows (1), Drwindows (2), Microsoft (1), Microsoft (2), Googlewatchblog, Twitter, FAZ

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    • Kommentare (30)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Vergleiche Office, da ist die Stand-Alone-Fassung mittlerweile auch eher das fünfte Rad am Wagen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Vergleiche Office, da ist die Stand-Alone-Fassung mittlerweile auch eher das fünfte Rad am Wagen.
      • Von Kondar Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH_Claus
        Nein, es ist nicht geplant, ein Abo-Modell für Windows einzuführen.
        n.
        Abwarten.
        Man kriegt dann das BS und Office von MS.
        Wenn man bedenkt das die MS BS ab Windows 7 die BS sehr sehr günstig wurden wäre ein MS-Abo irgendwie naheliegend.
        Dürfte / Könnte paralell dann zu Windows 10 "Kaufversion" und Windows 10X laufen bis die Kaufversion ausläuft.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        "Mit Windows 10" zieht aber mehr Käufer an als "mit Linux Mint" und vermindert den Support-Aufwand drastisch. Gerade günstige Notebooks werden nicht überwiegend von Nerds gekauft, sondern von Anwendern die eine gelöschte Internet-Explorer-Verknüpfung zum Telefon greifen lässt. Kein Windows bedeutet für einen Komplett-PC-Anbieter erhöhte RMA-Kosten, die weit über Lizenzausgaben liegen können. "Beschränktes Windows" dagegen reduziert beide Faktoren.

        Und Microsoft bekommt die Zwangsverknüpfung mit der eigenen Online-Plattform, von der sie seit über einem Jahrzehnt träumen. Win-Win-Win – außer für den Kunden. Aber wer die volle Kontrolle über installierte Programme haben möchte, sieht ja auch ein vollwertiges Windows 10 nicht unbedingt als Jackpot an.
      • Von DKK007 Trockeneisprofi (m/w)
        Da kann man doch bei billigen Notebooks auch das Windows10X ganz weglassen und stattdessen ein Linux aufspielen oder ganz ohne Betriebssystem ausliefern, wenn eine normale Windows-Lizenz da zu teuer wäre.
      • Von fotoman Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH_Claus
        Bestimmte Software läuft bei Windows 10X in einem sogenannten "App Container", welcher auch auf die Cloud zurückgreifen kann.
        Ich dachte, es soll alles, was der User noch darf, im Container laufen. Mit sehr viel Glück darf man noch irgendwie Treiber ohne Store installieren, aber auch das werden sie dem unmündigen Cloud-User noch abgewöhnen.

        Im zweiten Schritt läuft dann alles nur noch in der MS-Cloud und ist je Stunde Benutzerzeit oder im Jahresabo zu zahlen.

        Zitat von PCGH_Claus
        So sollen die "alten" Win32-Programme, also EXE-Dateien und Co., möglichst keinen Schaden am Betriebssystem bzw. den Nutzerdaten anrichten können.
        Die einen nennen es Schaden, die anderen nennen es ganz normale Nutzung.

        Zitat von PCGH_Claus
        Allerdings soll es neben Windows 10X auch weiterhin das gewohnte Windows 10 für den PC geben.
        Wenn konsequent alle Anwendungen in einen Container eingesperrt werden, muss es weiterhin ein OS geben, mit dem man für WIndows 10X programmieren kann. Genauso wie bei Apple, wo sie auch nicht iOS als einziges OS (auch für den Desktop) propagieren können. Und da ich weder bei MS noch bei Apple erwarte, dass die Entwicklungssysteme auf Linux umgestellt werden, wird es immer eine propietäre, aber offen nutzbare Variante eines Betriebssystems geben müssen.

        Zitat von PCGH_Claus
        Chrome OS von Google, welches im Bildungsbereich in den USA große Erfolge feiert.
        Wie diverse Datenschutzpannen im Bilddungssystem dort zeigen, ist es den Amis aber auch egal, wenn ihre Kinder zu 100% überwacht werden (egal ob von Goggle, MS oder per Webcam 24h von den Lahreren).
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