[26/11/2021] Windows 11 Upgrade … ist auf dem Testsystem natürlich schon geschehen - tatsächlich ganz frisch neu aufgebaut und installiert. Daheim bin ich noch mit Windows 10 unterwegs, obwohl ich mein System vor Jahren mal explizit auf Win11 ausgerichtet habe. Aber ich sehe da bislang nicht wirklich Anreiz. Ich bin zwar von Windows 10 nicht deutlich mehr angetan als von 11 respektive finde ich das neue Windows nicht so abschreckend, dass ich es auf keinen Fall in Betracht ziehen würde. Ich sehe nur wenig bis gar keinen Grund, auf Windows 11 zu upgraden. Software installieren mache ich eh schon den halben Tag auf der Arbeit und vor jedem Spielen muss ich auch meist erst mal ein paar dutzend Gigabyte neue Daten installieren. Ist allerdings nicht so, dass das mein Steckenpferd ist. Warum sollte ich das also nicht nur machen, wenn ich es muss, also nahezu andauernd, sondern obendrein auch noch freiwillig für kaum einen Vorteil?
Windows 11 reizt mich einfach nicht genügend. Das hat mich bisher davon abgehalten. Welches tolle neue Feature davon brauche ich denn unbedingt? Die Suchfunktion, die oft kreativ Dinge findet, aber nicht das, was ich eigentlich wollte? Den Startbutton, den ich immer noch an der falschen Stelle suche, weil mich Microsoft dazu jahrzehntelang trainiert hat? Die Systemsteuerung, die nun noch verschachtelter, schlechter zugänglich ist und im Inneren trotzdem noch wie Windows 98 aussieht, wenn man sich in die Eingeweide vorgewühlt hat, um endlich an jene Einstellung zu kommen, die man einstellen will? Das Win-11-Auto-HDR würde ich tendenziell gern mal daheim ausprobieren, aber allein dafür mein Betriebssystem neu aufsetzen? Ich denke nicht.
Win 11 bietet mir zu wenig Neues, zu viel Altes und ansonsten ist bloß alles so weit ein wenig anders, dass es irritierend ist. Im Großen und Ganzen alt und wie immer, aber mit genügend wirrem Dran-Rum-Gedoktore, dass es befremdend ist. Ich weiß ehrlich nicht, wo Microsoft mit Windows hinwill und ich habe langsam auch den Eindruck, sie wissen es selbst nicht so recht. Ich fühle mich da etwas an Beispiele von Konzeptlosigkeit bei der Spieleentwicklung erinnert, insbesondere im Triple-A-Bereich. Aber auch Kino-Blockbuster etc. Wenn es zu groß und teuer wird, für alle und jeden ausgelegt, damit alle, jede und jeder das Produkt kaufen, konsumieren und damit die hohen initialen (Entwicklungs-)Kosten rechtfertigen und schließlich gewaltige Einnahmen generieren, darf es nicht scheitern. Aber dann darf es auch keine große Innovation geben, denn eine unpopuläre Änderung könnte ja die große, breite Masse vergraulen, die sich an Bestehendes gewöhnt hat. Das wäre ein Desaster! Also gibt es nur minimale Änderungen, der Startknopf wandert ein paar Zentimeter, ein paar Kanten werden abgerundet. Auf Marvel-Film folgt Marvel-Film folgt Marvel-Film und auf ein gleiches Assassin’s Creed ein dem gleichendes Assassin’s Creed. Bloß keine Innovation, davor haben alle Angst. Ganz besonders die besonders großen und (finanz-)starken. Je mehr Investition, desto weniger Innovation. Je mehr Geld, desto weniger Schneid. Weckt mich zu Windows 12, da riskiere ich vielleicht noch mal einen müden Blick. (Philipp Reuther)