Windows 11: Microsoft verkauft Standard ernsthaft als Innovation
Microsoft holt eine Jahre alte Funktion zurück: Mit dem neuen Insider-Build wird die Taskleiste in Windows 11 endlich wieder frei verschiebbar und kann verkleinert werden. Was bei Windows 10 Standard war, feiert Redmond nun als Innovation.
Fünf Jahre nach dem viel kritisierten Wegfall rudert Microsoft jetzt endlich zurück: Mit der aktuellen Windows 11 Insider Experimental Preview Build 26300.8493, welche im Experimental Channel - vormals Dev Channel - verfügbar ist, beginnt der Rollout zweier Funktionen, die Nutzer seit dem Erscheinen von Windows 11 schmerzlich vermisst haben. So lässt sich die Taskleiste zukünftig wieder frei an allen vier Bildschirmrändern positionieren und erhält wieder eine kompakte Variante.
Microsoft bringt die verschiebbare Taskleiste zurück
Was Microsoft im offiziellen Windows-Insider-Blog als Fortschritt oder gar als Innovation feiert, war bei Windows 10 jahrelang gelebter Standard. Nicht ganz ohne Grund kassierte Microsofts Windows-Chef Pavan Davuluri bei der Ankündigung der "neuen" Funktionen einen veritablen Shitstorm auf X, als er die steile These aufstellte, dass Personalisierung und Anpassung "in der DNA von Windows" liegen würden.
Personalisierung und Anpassung liegen in der DNA von Windows - das war schon immer so. — Windows-Chef Pavan Davuluri
Was das US-Unternehmen aus Redmond und sein höchster Angestellter im Geschäftsbereich von Windows hier gerne als Innovation verkaufen wollen, ist bis heute gängiger Standard in Windows 10 und dessen Vorgängergenerationen.
Taskleiste lässt sich an allen vier Bildschirmrändern andocken
Über Einstellungen → Personalisierung → Taskleiste → Verhalten der Taskleiste können die Windows-11-Insider die Taskleiste auf jeder beliebigen Bildschirmseite platzieren. Startmenü, Windows-Suche und sämtliche Flyouts orientieren sich dann entsprechend dynamisch an der neuen Position der "modernisierten" Taskleiste:
- Wird die Taskleiste am oberen Bildschirmrand positioniert, klappt auch das Startmenü dementsprechend von oben nach unten aus.
- Bei vertikaler Ausrichtung sorgt der Modus "Nie kombinieren" in Kombination mit aktivierten Beschriftungen für eine Darstellung ähnlich der vertikalen Tabs in Webbrowsern wie Microsoft Edge, Mozilla Firefox oder Google Chrome.
- Je nachdem, wo die Taskleiste positioniert wird, lässt sich auch auswählen, wie die Symbole ausgerichtet werden sollen.
Doch die freie Positionierung ist nicht das einzige Feature, welches Microsoft aus älteren Windows-Versionen für Windows 11 "rückportiert" hat.
Kleinere Taskleiste und mehr Kontrolle über das Startmenü
Erstmals seit Windows 10 lässt sich auch wieder eine echte "Small Taskbar" in den Einstellungen aktivieren: Sowohl Symbole als auch die Höhe der Leiste "schrumpfen" sichtbar. Bislang hatte die entsprechende Option in Windows 11 lediglich die Icons verkleinert und damit entsprechend für mehr Platz in der Taskleiste gesorgt.
Auch das Startmenü erhält überfällige Optionen: Anwender schalten die Bereiche "Angeheftet", "Empfohlen" und "Alle" einzeln frei oder ab, entkoppeln die Empfehlungen vom Datei-Explorer, wählen zwischen den Optionen "Klein" und "Groß" und blenden zudem auf Wunsch Name und Profilbild für Streams oder Präsentationen aus.
Pikant: Microsoft hatte den Wegfall der verschiebbaren Taskleiste 2021 noch mit "massiver Mehrarbeit" für Apps und gestörten Animationen begründet. Nach jahrelanger Kritik kommt der Konzern nun endlich doch zur Einsicht.
Auto-Hide in vertikalen Positionen, Touch-Gesten und das klassische Drag-and-Drop der Leiste an den gewünschten Bildschirmrand fehlen aktuell noch. Wer nicht warten möchte, kann die Features per ViVeTool schon jetzt freischalten - die passenden Feature-IDs kursieren bereits auf X und wurden von @phantomofearth geteilt.
Sind die neuen Features für die Taskleiste und das Startmenü wirklich so innovativ, wie Microsoft diese verkaufen möchte? Die Community nimmt Microsofts Framing zumindest nicht widerspruchslos hin. Mehrere Nutzer auf X erinnern daran, dass genau solche Funktionen in früheren Windows-Versionen "selbstverständlich" gewesen sind - und mit Windows 11 bewusst gestrichen wurden, heißt es.
Windows 11 soll langsam runderneuert werden
Die "Neuerungen" bei der Taskleiste und dem Startmenü sollen laut Microsoft "ein Eckpfeiler" sein, um die "Nutzererfahrung" von Windows 11 zu optimieren. Das Betriebssystem soll sich im Alltag "komfortabler anfühlen" und weniger die aufdringliche Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt stellen.
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Quelle: Microsoft via Windows Latest

Die haben ihre gewollte Zielgruppe erreicht und sie fährt, wie man lesen kann, auch voll darauf ab.
Was Microsoft im offiziellen Windows-Insider-Blog als Fortschritt oder gar als Innovation feiert
Aktuell macht es schon den Eindruck, als ob MS mit WIN11 wieder vermehrt auf User-Feedback eingeht und entsprechende Änderungen vornimmt - trotzdem wird gemotzt.
Egal wie man es macht, es ist verkehrt...