Windows: Microsoft hat über 30 Jahre vergessen, eine elegante Benutzeroberfläche einzuführen

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Windows: Microsoft hat über 30 Jahre vergessen, eine elegante Benutzeroberfläche einzuführen
Quelle: PCGH

Microsoft hatte den altmodischen Dialog für die Laufwerksformatierung vor über 30 Jahren als Übergangslösung von Windows 95 auf Windows NT vorgesehen, bis eine "elegante Benutzeroberfläche" erscheint. Diese erschien aber bis heute nicht.

Dave Plummer, ein ehemaliger Entwickler bei Microsoft, erzählte am Wochenende in einem Beitrag auf X - vormals Twitter - eine interessante Geschichte. Microsoft hatte den altmodischen Dialog für die Formatierung von Laufwerken mehr als 30 Jahren eigentlich nur als eine "Übergangslösung" von Windows 95 auf Windows NT 4.0 vorgesehen, bis eine "elegantere Benutzeroberfläche" erscheint. Doch diese Oberfläche erschien bis zum heutigen Tage nicht und so "ziert" dieser Formatierungsdialog auch heute noch Microsofts Windows 11.

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"Wir waren dabei, die Milliarden von Codezeilen der Windows 95-Benutzeroberfläche auf Windows NT zu portieren, und "Format" war einer der Bereiche, in denen sich Windows NT so sehr von Windows 95 unterschied, dass wir eine eigene Benutzeroberfläche entwickeln mussten", so Dave Plummer.

Formatierung von Windows NT lebt in Windows 11

"Ich nahm ein Blatt Papier und schrieb alle Optionen und Auswahlmöglichkeiten auf, die man bei der Formatierung eines Datenträgers treffen konnte, wie Dateisystem, Label, Clustergröße, Komprimierung, Verschlüsselung und so weiter." Plummer erstellte dann eine einfache Benutzeroberfläche, die er als Übergangslösung implementierte. Endanwender sollte diese nie zu sehen bekommen.

Das ewige Warten auf die Benutzeroberfläche

Der Dialog für die Formatierungsfunktion wurde als Platzhalter in die Windows NT-Codebasis einfügte, "bis die elegante Benutzeroberfläche kommt", hieß es seinerzeit laut Dave Plummer. Diese Verbesserung der Benutzeroberfläche kam aber nie, und fast 30 Jahre später wird Dave Plummers "vorläufige Lösung" immer noch im aktuellen Betriebssystem Windows 11 verwendet.

Das war vor etwa 30 Jahren, und der Dialog ist immer noch mein vorläufiger Dialog von jenem Donnerstagmorgen, also seien Sie vorsichtig, wenn Sie "vorläufige" Lösungen einbauen!

Ich musste auch entscheiden, wie viel "cluster slack" zu viel wäre, und das führte dazu, dass ich die Formatgröße eines FAT-Volumes auf 32 Gigabyte beschränkte. Diese Grenze war ebenfalls eine willkürliche Entscheidung, die als dauerhafter Nebeneffekt bei uns hängen geblieben ist.

- Dave Plummer, ehemaliger Entwickler von Microsoft -

Neben den seit den Zeiten von Windows 3.x mitgeschleppten Systemicons ist das "Überleben" des Formatierungsdialogs ein weiteres Beispiel dafür, dass bei Microsoft im Hinblick auf die Benutzeroberfläche oft die Devise "if it ain't broke, don't fix it" gilt.

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Quelle: Dave Plummer via X, The Verge

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    • Kommentare (30)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gast1754557804
        Zitat von nonamez78
        Hm, als ich das letzte mal mit QT gespielt habe, gab es noch kein JSON. Also blieb einfach XML im Kopf. Am Ende eine Markup Sprache, um ein Design zu beschreiben.
        Das ist QML:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Gast1754557804
        Zitat von nonamez78
        Hm, als ich das letzte mal mit QT gespielt habe, gab es noch kein JSON. Also blieb einfach XML im Kopf. Am Ende eine Markup Sprache, um ein Design zu beschreiben.
        Das ist QML:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Mydgard Freizeitschrauber(in)
        if it ain't broke, don't fix it

        Na das kann ja nicht sein wenn man sich die ganzen UI Unfälle ala Windows Vista, Windows 8 usw. anschaut ...
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Um was geht es hier eigentlich?
        Schnittstellen zu ändern, oder gar neue zu programieren?
        Nein, es geht um eine einfache funktionelle, und dem Design von Win 10/11 entsprechende Oberfläche, oder um besser gesagt, um die Optik eines Fensters.
        Welche Funktionen nach dem klicken auf einen Button, oder einer Eingabe in ein Feld ausgeführt werden soll ist doch zweitrangig. Dahinter kann man auch alles belassen wie es ist.

        Für mich ist diese Erklärung von M$ erbärmlich und hat schon was von einer Bastelbude.

        "if it ain't broke, don't fix it"
        Verständlich das es ständig Probleme mit Updates gibt, wenn bereits das Ändern der Optik eines Fensters zu Panik im Hause M$ führt.
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        Was gibt es an der Oberfläche denn auszusetzen? Ich finde die absolut gelungen.
        Ein kleines Fenster geht auf, man wählt die EInstellungen der Reihe nach aus, drückt auf ok und alles ist fertig.
        Natürlich kann man verlangen, dass das irgendwo in die Optionen vom neuen Windows 11 Design eingebaut werden, aber spätestens dann gibt es ebensoviele Kritiker, die sich eben solche Sachen verbieten lassen und sich die alten Einstellungsmöglichkeiten zurück wünschen.
        Zitat von SchwarzerQuader
        Eine 30 Jahre alte Übergangslösung.
        Seit 30 Jahren schlicht, übersichtlich, ressourcenschonend, einfach bedienbar und funktionierend.
        Von mir aus nochmal 30 Jahre so.
        So siehts aus.
        Ich finde es so ok und es hat mich daran noch nie etwas gestört.
        Man könnte höchstens darüber nachdenken, ob man für neuzeitlich große Bildschirme und Auflösungen ein etwas größeres Fenster zieht udn dann ein paar modernere Sachen wie Beschreibungen und Erklärungen für nicht so versierte Anwender mit einbringt.
        Aber das gilt dann ja gleich für alle Einstellungen, wo man als Anwender eigentlich etwas Erfahrung mitbringen sollte, bevor man wild an den Dingen herumspielt.
        Bei anderer professioneller Software hat sich das ja in den letzten 20 Jahren etabliert, dass quasi jeder Knopf einer Symbolleiste nicht mehr nur mit Glück den Befehlsnamen anzeigt, sondern eine Kurzbeschreibung und womöglich sogar einen Link zur passenden Stelle im Handbuch.
        So könnte man sich dann auch selbst mehr zutrauen, wenn man tiefer ins System eintauchen möchte.
        Da kommen dann auch Sachen wie ein Umstieg von einem Betriebssystem zum anderen ins Gespräch, was dann viel leichter und öfter passieren könnte.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von nonamez78
        Auch das spielt keinerlei Rolle. 30 Jahre sind eine lange Zeit. Sich nur an eine Schnittstelle zu klammern, ist grob fahrlässig.

        Abstraktion ist da das Wort.
        Ein 3 Jahrzehnten mal eine fixe Schnittstellen für verschiedene Dinge zu entwerfen sollte drin sein. Aber sich nur auf NTFS stützen und dann Jahre an was neuem zu fummeln, ist einfach nicht Marktgerecht.
        Naja, NTFS wurde in den 30 Jahren mehrfach erweitert. Insofern ist unterhalb des Dialogs schon genug Abstraktion, um da was austauschen zu können.
        Zitat von nonamez78
        Unter einem Standard macOS oder Linux sind z.b. 32-Bit nicht mehr vorhanden. Schlimm? Nö, war ja abzusehen. Bei M$ wäre es schlimm, irgendwer wird schon meckern. Einfach weil bei Windows nie wirklich irgendwas rausfliegt und man lieber den zehnten Kompatibiltäts Modus einbaut, der dann entweder nicht funktioniert, nichts bringt, oder andere Probleme hat.
        Wobei man fairerweise sagen muss, dass es halt einfach zwei Windows-Versionen gab. Niemand musste ein 32-Bit-System nutzen. Es wird noch deutlich länger 32-Bit-Linux-Distros als 32-Bit-Windows-Support geben und das ist auch nichts schlechtes.
        Zitat von x2K
        Und für die paar mal in der der Dialog benutzt wird muss man da auch kein designe wunder verlangen.
        Eigentlich ist ein Design, das jemand mal eben so hingebastelt hat und das 30 Jahre lang gut genug war, aber genau das. Man kann den Entwickler eigentlich nur für seinen Instinkt beglückwünschen.
        Zitat von tonicer1
        Windows war schon immer function over form.
        Dieser Dialog ist doch eigentlich eher die glänzende Ausnahme vom genauen Gegenteil.
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