Windows 10: "Marketingtrick" statt kostenlosem Update in Finanzunterlagen
Das kostenlose Update von Windows 10 wird gerade als Marketingtrick durch die Presse gescheucht, aber was steckt dahinter? Den Endanwender kann es vollkommen gleich sein, denn er bekommt seine kostenlose Version. Im Grunde geht es um Finanztricksereien.
Das kostenlose Upgrade auf Windows 10 sei ein reiner Marketing-Trick. So wird heute getitelt, nachdem Computerworld eine Story aus aktuellen Dokumenten für die US-Börsenaufsicht gestrickt hat. Grundsätzlich ist das nicht falsch. Das kostenlose Upgrade für Endanwender im ersten Jahr ist natürlich ein Marketingtrick, zur Heilsarmee wird man in Redmond nicht plötzlich übergelaufen sein. Vielmehr geht es um Spitzfindigkeiten bei der Formulierung.
Microsoft spricht in den Papieren für die Securities and Exchange Commission (SEC) natürlich nicht von einem kostenlosen Upgrade, sondern von einer Marketing- und Promotion-Aktivität. Dabei handelt es sich um einen Finanztrick, der der Buchhaltung unter die Arme greift. Würde Microsoft von kostenlosen Versionen sprechen, müsste man Rückstellungen bilden, die erst nach der Aktualisierung verbucht werden könnten.
Rücklagen allerdings sind bei der Bekanntgabe von Quartalszahlen eher nicht so gerne gesehen. Die Deutsche Bank etwa muss wegen Rechtsunsicherheiten aus dem Bankgeschäft Milliarden auf der hohen Kante parken. Bei Microsoft hätten Rücklagen die ohnehin schon bei den Investoren mit Stirnrunzeln aufgefassten Quartalszahlen weiter belastet. Zwar ist das Geld nicht weg, aber im ohnehin hypersensiblen Finanzgeschäft ist das einfach nicht gewünscht. Grund: Umsatzeinbrüche wirken sich auch gleich auf der Börse aus und wenn die Kurse rutschen, verliert ein Unternehmen immer Geld - ganz gleich wie erfolgreich oder nicht man operiert. Die Frage ist am Ende eigentlich, ob die Sache eine Story wert ist, in der von Marketingtricks gesprochen wird.
Qielle: Computerworld

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