Windows 10: Juni-Update optimiert SSDs zu oft [Update]
Jetzt aktualisiert: Seit dem Juni-Patchday und dem Windows 10 Mai 2020 Update gibt es einen Fehler im Speicheroptimierungstool. Hierbei vergisst die Software, wann die letzte Optimierung ausgeübt worden ist und führt diese zu oft hintereinander aus, was SSDs schaden kann.
Aktualisierung vom 17.06.2020
In einer früheren Version dieses Artikels ist von Defragmentierung der SSD die Rede. Wie Nutzer zu Recht anmerken, erkennt Windows seit Windows 8, wenn eine SSD verbaut ist und führt keine Defragmentierung aus. In der Quelle zum gelisteten Problem ist missverständlicherweise von Defragger die Rede, gemeint ist aber die in Windows 10 eingebaute Funktion namens Laufwerksoptimierung. Der Artikel ist nun entsprechend angepasst worden.
Original-Artikel vom 17.06.2020
Rund um das Windows 10 Mai 2020 Update wurden auch Patches veröffentlicht, die eigentlich Bugs beseitigen sollten. Nun ist der Webseite Bleepingcomputer ein merkwürdiges Verhalten aufgefallen. Die im Betriebssystem integrierte Laufwerksoptimierung vergisst offenbar, wann es zuletzt eine SSD optimiert hat und führt die Optimierung zu oft aus. Auf HDDs wurde zudem beobachtet, dass das Tool versucht, Trim-Befehle auszuführen, was in einer Fehlermeldung resultiert.
Geplante Optimierung bei SSDs zu eifrig am Werk
Das Fehlverhalten einer zu häufigen Optimierung einer SSD tritt nur dann auf, wenn die Einstellung geplante Optimierung im Optionsmenü Speicher aktiviert ist. Diese soll eigentlich SSDs einmal pro Monat und nicht nach jedem Neustart des PCs die SSD optimieren, damit die Geschwindigkeit möglichst hoch bleibt. Schließlich kann es bei einer fragmentierten SSD zu langsamerer I/O-Geschwindigkeit oder zu Schreibfehlern während des Snapshots kommen. Die Snapshots können als Rücksetzungspunkte genutzt werden.
Allerdings schadet eine zu häufige Optimierung den Flash-Zellen der SSD, sodass diese schneller veraltern. Eine SSD sollte möglichst gar nicht defragmentiert werden. Das von Nutzern beschriebene Problem einer zu häufigen Neuzuweisungen der Daten auf der SSD tritt offenbar nur dann auf, wenn die geplante Optimierung für das jeweilige Laufwerk aktiviert ist.
Wer manuell eine Optimierung startet, bleibt davon verschont, so einige Berichte von Nutzern. Im Einstellungsmenü lässt sich die geplante Optimierung auch nur für spezielle Laufwerke aktivieren, beispielsweise für HDDs, die davon profitieren. Microsoft selbst hat das Defragmentierungsproblem bereits in einer Insider-Vorschauversion von Windows 10 gemeldet bekommen und dieses als behoben markiert. Allerdings ist der entsprechende Patch noch nicht für alle Windows-Nutzer verfügbar.
Ebenfalls lesenswert: Windows 10: Zwei Bugs im Mai-Update gefunden - Speicherplatz verwalten geht nicht
Sammlung zu Defragmentierungsproblem bei Windows 10 Mai 2020 Update:
- Bei Windows 10 Mai 2020 Update steckt ein Fehler im Speicheroptimierungstool. Die im Betriebssystem integrierte Laufwerksoptimierung vergisst offenbar, wann es zuletzt eine SSD optimiert hat und führt die Optimierung zu oft aus.
- Das Fehlverhalten einer zu häufigen Optimierung einer SSD tritt nur dann auf, wenn die Einstellung geplante Optimierung im Optionsmenü Speicher aktiviert ist.
- Eine zu oft durchgeführte Optimierung einer SSD schadet den Flash-Zellen.
- Allerdings bleibt durch eine richtig durchgeführte Optimierung die I/O-Geschwindigkeit hoch und es können Schreibfehler vermieden werden.
- Microsoft will das Fehlverhalten offenbar mit einem Patch beseitigen, welcher aber noch nicht für alle Windows-Nutzer verfügbar ist.
Quellen: Bleepingcomputer, Microsoft (1), Microsoft (2)

Unter Windows 8 und 10 bleibt weiterhin eine automatische Optimierung aktiv. Dies ist auch beabsichtigt und sollte nicht, wie in manchen Tipps fälschlicherweise geraten wird, deaktiviert werden. ...
Wobei das Thema scheinbar immer noch nicht ganz gefixt ist, wann er die SSDs zum letzten mal optimiert hat, kann er sich immer noch nicht merken ...
...nach den Zeiträumen ist in aller Regel die Betaphase bei den Heimnutzern vorbei und die Bugs wie der hier, die wirklich in jedem großen Update von Windows drin sind behoben. Ich hab vor langer Zeit aufgehört für Microsoft den Betatester zu spielen. Die 2004 gibts für mich vor Weihnachten, bis dahin isse aus dem Gröbsten raus.