Warface-Beta: Die Neuerungen im Überblick, der Ingame-Shop und unser Fazit

30
Special Pit Trautner Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

In einem Interview sprach Crytek-CEO Cevat Yerli davon, mit dem Free2Play-Titel Warface das gesamte Shooter-Genre zu revolutionieren. Ziel war es, ein kostenloses Spiel zu veröffentlichen, das von seiner optischen und spielerischen Qualität aktuellen AAA-Titeln das Wasser reichen kann. Wir haben uns die Closed-Beta zu Warface einmal genauer angeschaut und verraten in unserer PCGH-Preview, ob der Shooter die kühnen Aussagen der Entwickler auch halten kann.

Warface-Beta im Test (22) Quelle: Gamestar Warface-Beta im Test (22)
Positive Neuerungen in der Warface-Beta: Die durchdachten Kletter- und Rutschfeatures

Bis jetzt wurde nur darüber gesprochen, an welche Spiele sich Warface orientiert, ohne auf die Neuerungen des Titels einzugehen und genauer die Eigenarten des Free2Play-Shooters zu analysieren. Während sich das grundsätzliche Gameplay an Call of Duty orientiert, bringen vor allem zwei Neuerungen frischen Wind in Warface. Erstens kann ein Großteil der Levelarchitektur erklommen werden. Einfache Kisten bieten einen besseren Überblick über die Kampfsituation, meistens können Sie sogar noch weiter klettern und so einen größeren Vorteil erlangen.

Darüber hinaus können zwei Spieler per Räuberleiter an besonders markierten Orten zusammen arbeiten und so eine vorher nicht zu erreichende Position oder einen besonderen Schleichweg erkunden. Sie müssen sich einfach die vorhergesehene Stelle positionieren, auf einen Teamkollegen warten und schon können Sie ein Areal erkunden, das vorher nicht zugänglich war. Diese neuen Areale sind entweder besonders gute Positionen für Scharfschützen oder bieten Ihnen einen Weg hinter die Linien der Feinde an, von dem aus Sie dem feindlichen Trupp in den Rücken fallen können. Wer im Team per Räuberleiter arbeitet, erhält also einige Vorteile gegenüber seinem Gegner.
Warface-Beta im Test (16) Quelle: Gamestar Warface-Beta im Test (16)
Das neue Kletterfeature sorgt darüber hinaus für eine umfangreichere Kampfsituation: Die feindlichen Soldaten tauchen nicht mehr ausschließlich vor Ihnen auf, sondern bedienen sich erhöhter Positionen oder Schleichwege, um Ihnen zuzusetzen. Allerdings sind die Levels so strukturiert, dass keine Seite einen Vorteil durch das Erklettern besitzt und die unterschiedlichen Positionen nicht Überhand nehmen. Mit dem ersten neuen Feature schafft es Warface allerdings, einen neuen Ansatz gewinnbringend und motivierend umzusetzen.

Ebenfalls durchdacht und ins Spiel eingebettet wirkt die Möglichkeit durch die Level zu rutschen. Wie schon in Crysis 2 dürfen die Spieler aus dem Sprint heraus eine gewisse Zeit auf den Boden gleiten und dabei auf die Feinde schießen. Besonders interessant ist diese Bewegung, wenn man einen Feind hinter der nächsten Ecke überraschen will. Kleine Löcher in der Levelarchitektur können außerdem mit dem Feature schnell überwunden werden.

Negative Features von Warface: Von Medikits ohne Sinn und fehlenden Kill-Assists

Nicht nur in den Spielmodi orientiert sich Warface hin und wieder bei Counter-Strike und Battlefield, auch einige Gameplay-Entscheidungen sind sichtlich von diesen beiden Titeln beeinflusst. Drei der vier auswählbaren Klassen haben zum Beispiel neben ihren Waffen noch verschiedene Kits, mit denen sie ihren Kollegen helfen können. Allerdings können Munitions- und Medikit nicht wie in Battlefield einfach auf den Boden geworfen werden, sondern die Spieler müssen zu jedem Kameraden einzeln gehen, um diesen dann per Klick zu versorgen. Warface-Beta im Test (20) Quelle: Gamestar Warface-Beta im Test (20)

Es ist kaum verwunderlich, warum man im Multiplayer eigentlich niemanden mit den Packs in der Hand sieht: Erstens sterben die Kollegen meistens so schnell, dass sie kaum neue Munition oder Regeneration brauchen, zweitens ist man mit den Kits ein gefundenes Fressen für die anderen Spieler: Im Spiel kann man es sich einfach nicht leisten ohne Waffe herum zu laufen, da jede Sekunde bei diesem schnellen Shooter zählt. Die Kits sind in dieser Form im kompetitiven Multiplayer völlig Fehl am Platz und werden kaum eingesetzt. Im Koop-Modus hingegen scheinen sie einen Sinn zu erfüllen, weil man da schlichtweg länger lebt und Zeit hat, sich zu heilen oder neu zu bewaffnen.

Das gleiche Problem gibt es mit dem Defibrillator des Sanitäters: Während im Plant the Bomb-Modus durch den fehlenden Respawn die Wiederbelebung ein wirklich interessantes Feature ist, gibt es bei den anderen Spielmodi keinen Grund dafür. Meistens können die Spieler nur eine Sekunde nach ihrem Ableben wieder spawnen, warum also warten bis ein Sanitäter an einem vorbei läuft? In unserem Warface-Beta im Test (9) Quelle: Gamestar Warface-Beta im Test (9) mehrstündigen Test konnten wir niemanden wiederbeleben, weil sich der Spieler lieber für den sofortigen Spawn entschieden hat. Dieses Verhalten scheint sich herumgesprochen zu haben, denn die meisten Sanitäter machen selbst keine Anstalten, einen gefallenen Kameraden wiederzubeleben. Erstens ist man mit dem Defibrillator wieder einmal ein gefundenes Fressen, zweitens entscheidet sich der Kamerad sowieso für die schnellere Respawn-Taktik.

Darüber hinaus war es für uns befremdlich, dass es keine Punkte für einen Kill-Assist gab. Nur wenn man einen Gegner erledigt erhält man Erfahrungspunkte. Sollten wir einen Feind nur ankratzen, der finale Schuss kommt aber von einem Verbündeten, gehen wir komplett leer aus. Diese Entscheidung trübt etwas das Bild eines teamorientierten Shooters, denn nur wer fraggt steht am Ende ganz oben in der Rangliste und kann seinen Avatar in cooler Pose nach dem Spiel sehen. Vielleicht sind wir von anderen Shootern zu sehr verwöhnt, aber wir würden uns ein bisschen Anerkennung für den halben Kill wünschen.

Der Ingame-Shop im Überblick: Kein Pay2Win und wechselhafte Reihenfolge beim Freischalten der Waffen

Da Warface ein Free2Play-Titel ist und sich mit Hilfe des Ingame-Shops finanziert, muss dieser hier ebenfalls besprochen werden. Zuerst gibt es eine Entwarnung: Ein echtes Pay2Win-Prinzip finden Sie bei Warface nicht, es gibt keine Waffen, die Sie nur kaufen können. Mit den zwei erspielbaren Währungen, den normalen Dollars und der Crown-Währung, können Sie alle verfügbaren Waffen auch kaufen. Während Sie das normale Spielgeld nach jeder Partie automatisch überwiesen bekommen, müssen Sie für die Crowns besondere Aufgaben erfüllen, wie beispielsweise in den Koop-Bestenlisten ganz vorne stehen.
Warface-Beta im Test (11) Quelle: Gamestar Warface-Beta im Test (11)
Dementsprechend erhalten Sie mit den Crowns auch Spezialwaffen und besondere Ausrüstungsgegenstände, die Sie ansonsten nicht kaufen können. Mit den Warface-Dollars, also Realgeld, kaufen Sie im Endeffekt nur Zeit. Sie erhalten die Waffen sofort und müssen nicht erst einige Partien spielen, bevor Sie das nötige Kleingeld gesammelt haben. Gerade am Anfang können Sie sich so mit realem Geld mit einer komplett verbesserten Ausrüstung ausstatten, die ansonsten einige Zeit zum Freispielen gebraucht hätte. Als letzte zu kaufende Währung gibt es noch die Resurrection-Coins, mit denen Sie im Koop-Modus wieder direkt wiederbelebt werden können, ohne auf einen Sanitäter zu warten.

Zwar haben die zahlenden Spieler hier einen Vorteil, allerdings kommen diese besonderen Coins nicht im kompetitiven Multiplayer vor. Warface verzichtet also wenigstens hierzulande auf ein Pay2Win-Prinzip und lässt die zahlungsbereiten Spieler lediglich früher an wichtige Gegenstände kommen. Allerdings kann auch dieses Geschäftsmodell gerade in einem Shooter, bei dem es im Gefecht auf kleinste Reaktionen und Nuancen ankommt, für unfaire Duelle kommen. So könnten Anfänger durch ihre schlechtere Ausrüstung zusätzlich zu ihrer fehlenden Erfahrung von Warface abgeschreckt werden.
Warface-Beta im Test (12) Quelle: Gamestar Warface-Beta im Test (12)
Ein sehr interessantes Konzept verfolgt Warface allerdings beim Freischalten der einzelnen Waffen. Sie können nämlich nicht von Beginn an auf alle möglichen Schießeisen zurückgreifen, sondern müssen diese nach und nach frei spielen. Allerdings werden neue Gegenstände und Waffen nicht in einer festen Reihenfolge, sondern zufällig frei gespielt. Warface gibt jedem Spieler eine unterschiedliche Abfolge der Gegenstände vor, der Spieler kann sich lediglich dafür entscheiden, ob er eine Waffe, einen Aufsatz oder einen Ausrüstungs-Gegenstand erspielen will.

Welcher Gegenstand das genau sein wird, kann er allerdings nicht beeinflussen. Dieses Prinzip hat den Vorteil, dass der Spieler sich nicht auf eine Klasse versteifen kann, sondern beispielsweise mit dem Scharfschützen eine neue Waffe für den Sanitäter freischaltet und diese danach testen will. Der Spieler kann so nicht eine Klasse isoliert nach oben spielen, sondern muss immer zwischen den vier Klassen wechseln, um zum Erfolg zu kommen und auch einen Nutzen aus den neuen Gegenständen ziehen zu können.

Unser Fazit zur Warface-Beta: Kein AAA-Killer, aber solider Free2Play-Shooter

Die durch Cevat Yerli ausgesprochene Revolution der AAA-Titel durch Warface wird wohl verschoben: Der Free2Play-Shooter orientiert sich in seiner Optik, seinem Gameplay und seinem Inventar- und Shopaufbau zu stark an dem klassischen Geschäftsmodell der kostenlosen Titel, um einem Blockbuster ernsthaft in Gefahr zu bringen. Dazu verwirren einige Gameplay-Entscheidungen über die genaue Ausrichtung des Shooters, der sich einerseits am kompromisslosen Call of Duty, andererseits am teambasierten Kampf aus Battlefield orientiert. Warface-Beta im Test (17) Quelle: Gamestar Warface-Beta im Test (17)

Nimmt man allerdings keine AAA-Titel als Messlatte, sondern vergleicht Warface mit anderen Free2Play-Shootern, dann kann Cryteks neues Werk durchaus überzeugen: Selbst die reduzierte Cryengine 3 zaubert eine starke Optik auf den Bildschirm, die Shooter-Elemente müssen sich vor Call of Duty nicht verstecken und die Maps überzeugen durch ihren Aufbau sowie mit ihren durchdachten Möglichkeiten zur Zusammenarbeit.

Als Free2Play-Shooter ist Warface mit seinen ambitionierten Zielen und seiner grundsoliden Technik ganz vorne mit dabei, dazu befindet sich die von uns getestete Version noch in der Beta-Phase. Alle Shooter-Fans, die schnelle Action und eine teamorientierte Spielweise erfahren möchten, können bei Warface getrost zugreifen, zumal der Titel kostenlos noch im Frühjahr 2013 erscheinen soll.

Bildergalerie

30
  1. Seite 1 Warface-Beta: Technik und Gameplay-Grundlagen
  2. Seite 2 Warface-Beta: Die Neuerungen im Überblick, der Ingame-Shop und unser Fazit
    • Kommentare (30)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von RumpeLcomputer Kabelverknoter(in)
        Zitat von freyny80
        Habe Warface mal vor in paar Wochen getestet. Hmm, wie sage ich es jetzt am Besten?

        Das Game spricht mich weder spielerisch noch (vor allem!) technisch an.
        F2P-Casual-Dreck halt...
        Du überlegst vorher noch wie Du es sagen möchtest und schreibst dann F2P-Casual-Dreck halt...
        Das ist unqualifiziert und niveaulos. Setzen!

        Ich selber habe es nur kurz angespielt und finde es vom Gameplay her wie CoD. Geld würde ich ehr nicht ausgeben, ausser einen kleinen Bonus evtl. wenn ich es länger spielen würde.
      • Von RumpeLcomputer Kabelverknoter(in)
        Zitat von freyny80
        Habe Warface mal vor in paar Wochen getestet. Hmm, wie sage ich es jetzt am Besten?

        Das Game spricht mich weder spielerisch noch (vor allem!) technisch an.
        F2P-Casual-Dreck halt...
        Du überlegst vorher noch wie Du es sagen möchtest und schreibst dann F2P-Casual-Dreck halt...
        Das ist unqualifiziert und niveaulos. Setzen!

        Ich selber habe es nur kurz angespielt und finde es vom Gameplay her wie CoD. Geld würde ich ehr nicht ausgeben, ausser einen kleinen Bonus evtl. wenn ich es länger spielen würde.
      • Von steveO PC-Selbstbauer(in)
        Gutes Review ^^ ! ist glaub echt mal n antesten wert , kostet ja nichts
      • Von Rizzard Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von Dr Bakterius
        Free to play interessiert mich nicht da es immer auf Geld rausläuft
        Im Grunde könnte F2P gut funktionieren. Wenn man allerdings etwa tatsächlich mal 40-50 Euro investiert hatte, sollte man sogesehen wirklich 95% vom Content besitzen. Wer mehr zahlen will, bekommt optische Gimmicks. Dann würde ich das in Ordnung finden, da man nicht mehr investieren muss wie beim aktuellen Prinzip, und man sogar die Möglichkeit hätte etwas zu sparen (wenn man nicht unbedingt jede Waffe, Ausrüstung etc braucht).
      • Von qugel Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von Wolli
        Crytek | MyCryENGINE
        far cry 3 setzt auf die dunia engine welche glaube ich eine sehr stark modifizierte version irgendeiner cry engine ist, daher ist das alles schon richtig so
        Far Cry wird seid Far Cry 1 nicht mehr von Crytek entwickelt, sondern von Ubisoft. Sie haben zwar die Grundlage verwendet, aber jetzt davon zusprechen, dass Far Cry 3 ein Spiel von Crytek ist, ist einfach falsch.
      • Von keinnick Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH
        Die durch Cevat Yerli ausgesprochene Revolution der AAA-Titel durch Warface wird wohl verschoben

        Das wundert mich nun nicht wirklich. Von Herrn Yerli ist man es nicht anders gewohnt
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk