Klein, leicht und viel Power: Hält das Pimax Dream Air im Test, was das VR-Headset verspricht?
Der chinesische Hersteller Pimax bezeichnet das Dream Air als "das kleinste 8K-VR-Headset der Welt". Und in puncto Formfaktor gibt es hier tatsächlich wenig Vergleichbares - doch kann die kleine VR-Brille auch leistungsseitig bei den ganz Großen mitspielen? PCGH macht den Test.
Inhaltsverzeichnis
Bei den allermeisten Videospielen ist Immersion eines der obersten Ziele - erst recht, wenn es in die virtuelle Realität geht. Man möchte eintauchen, den Bildschirm vor sich vergessen und ganz sicher nicht bei jeder Kopfbewegung daran erinnert werden, dass man gerade ein klobiges VR-Headset trägt. Kleinere Modelle gehen dagegen baubedingt häufig Kompromisse bei der Leistung ein - nicht so das Dream Air. Dieses schicke kleine Stück Technik wiegt gerade einmal 310 Gramm und soll dennoch die für Pimax typische High-End-Leistung liefern. Daher klären wir in diesem Test die Frage: Ist das die perfekte Immersionsmaschine?
Technische Details & Lieferumfang
Auf dem Papier scheint die Dream Air dafür schon einmal die meisten Zutaten mitzubringen. Mit einer Auflösung von 3.840 × 3.552 Pixeln pro Auge und dem angegebenen 110° als horizontalem Sichtfeld kann sie zwar nicht ganz mit der Crystal Super mithalten. Allerdings bewegen sich diese Werte dennoch auf einem Top-Niveau, was sich auch an den gleichgebliebenen Hardware-Anforderungen zeigt. Um diesen Hunger stillen zu können, ist wenig überraschend weiterhin ein entsprechend potenter Rechner nötig. Selbst unser Testsystem mit Geforce RTX 4080 Super, Core i9-12900K und 32 GiB RAM, das die meisten Anwendungen problemlos stemmte, stürzte Half-Life: Alyx bei höchsten Einstellungen teils ab oder fror ein. Praktischerweise gibt es eine ganze Menge Optionen, um selbst aus schwächerer Hardware mehr herauszuholen - doch dazu gleich mehr.
Quelle: Pimax
Wer alles aus der Dream Air herausholen möchte, benötigt dafür erwartungsgemäß einen mächtigen Rechner.
Zunächst sei noch zu erwähnen, dass das Dream Air entweder mit 72 oder 90 Hz betrieben werden kann. Seine absoluten Highlights sind aber die Micro-OLED-Displays. Die treiben aufgrund ihrer kostspieligen Fertigung zwar den Preis in die Höhe, bieten jedoch ein extrem hochwertiges Bild mit klaren, satten Farben und selbstverständlich perfektem Schwarz.
| Produktname | Dream Air |
|---|---|
| Hersteller | Pimax |
| Betriebsart | PCVR |
| Auflösung | 3.840 × 3.552 Pixel pro Auge |
| Display | OLED |
| Bildwiederholrate | 72/90 Hz |
| Sichtfeld | 96° (horizontal) gemessen |
| Technologie | Eye-Tracking, Foveated Rendering |
| Akkulaufzeit/-kapazität | Kein Akku |
| Ausstattung | 5 m Kabel, Länderaufsätze für Netzteil, Sehstärkelinsen |
| Gewicht | 310 Gramm |
| Ergonomie | Sehr leicht und angenehm, aber die Kante am Kabelübergang kann unangenehm werden und die festen Bügel drücken gegen die Schläfe |
| UVP | 2.121, 2.439 Euro (SLAM-Version) |
Lighthouse oder SLAM
Quelle: PCGH
Im Lieferumfang der Lighthouse-Edition liegt nur das Nötigste bei: Netzteil, Länderaufsätze, Mikrofasertuch, Extralinsen mit Sehstärke und das Headset selbst.
Uns lag für den Test die Lighthouse-Edition vor. Sie kommt ohne Controller und Basisstationen, weshalb sich der Lieferumfang auf das Nötigste beschränkt. Netzteil samt einiger Länderaufsätze, Mikrofasertuch und magnetische Extralinsen mit Sehstärke liegen bei - wer dagegen nicht bereits etwa über eine Valve Index samt Zubehör verfügt, kann alternativ zur Dream-Air-SLAM-Edition greifen. Die kostet mit einer UVP von 2.439 Euro noch ein Stück mehr als die Lighthouse-Edition mit 2.121 Euro, bringt dafür aber Controller, Inside-out-Tracking und einen rudimentären Schwarzweiß-Passthrough mit.
Einrichtung mit Pimax Play
In unserem Fall hieß es demnach: Dream Air einstecken, Basisstationen aufbauen, Index-Controller verbinden und fertig - also fast. Denn obwohl die für den Betrieb nötige Software Pimax Play nicht mehr dieselben Hürden wie bei unserem letzten Test verursachte, fehlte hier zunächst die Option zur Eyetracking-Kalibrierung. Die ist wiederum für DFR (Dynamic Foveated Rendering) nötig, mit dessen Hilfe massiv Performance gespart werden kann, indem lediglich die aktiv betrachteten Bildbereiche scharf dargestellt werden. Ein weiteres Update schien Pimax Play zufolge jedoch ebenfalls nicht auszustehen. Die Recherche ergab dagegen, dass mittlerweile wohl doch eine neue Version verfügbar war, die mitunter genau diesen Bug behob.
Das zeigt zusammen mit dem hohen Preis recht deutlich, an wen sich das Dream Air richtet: VR-Enthusiasten, die sich gerne mit Software-Hürden und Feintuning beschäftigen. Neben DFR und Bildwiederholrate lassen sich unter anderem Bildqualität, GPU-Upscaling, Smart Smoothing (was aber für heftige Interpolationsartefakte sorgt), Offset und der Pupillenabstand manuell anpassen. Gerade Letzterer ist für eine saubere binokulare Überlappung in der Bildmitte und eine möglichst verzerrungsfreie Darstellung bis an die Ränder wichtig. Ein automatisches IPD-Adjustment gibt es aktuell allerdings (noch) nicht. Doch mithilfe eines durchsichtigen Lineals lässt sich das ganz einfach selbst messen.
"Das kleinste 8K-VR-Headset der Welt"
Mit diesen Worten bewirbt Pimax auf ihrer Website das Headset, dessen Formfaktor zweifellos das hervorstechendste Merkmal ist. Betrachtet man rein das Rechenmodul, ist das mit 150 × 45 × 56 mm geradezu winzig, was automatisch zu einem kleineren Sichtfeld führt. Unsere Messung ergab 96° in der Breite - abhängig von individuellen Faktoren wie Gesichtsform und Augenposition kann das aber bei jedem leicht unterschiedlich ausfallen.
Quelle: PCGH
Gerade im Vergleich zur deutlich größeren Crystal Light fällt auf, was für ein winziges Gerät die Dream Air ist.
Gleichzeitig führt das kleine Gehäuse zu einem Gewicht, mit dem die meisten Konkurrenten kaum mithalten können. Sogar mit Kopfband bringt das Dream Air gerade einmal 310 Gramm auf die Waage. Und das merkt man beim Zocken. Sofern ordentliche Justierungsmöglichkeiten vorhanden sind, können auch größere Headsets mit mehr FOV bequem sitzen, ohne einen steifen Nacken zu bescheren. Doch sobald man einmal den Kopf etwas zu schnell bewegt, spürt man das hohe Gewicht dennoch. Das rüttelt an der Immersion oder ist zumindest häufig unbequem.
Der Tragekomfort ist besser, aber auch nicht perfekt
Das Dream Air sitzt wiederum ohne zu wackeln an den Augen auf, ist durch die beidseitig ausgehenden Kabel gut ausbalanciert und das abnehmbare Polster fühlt sich angenehm an. Trotzdem bringt die sonst so angenehm schlichte Bauform an anderer Stelle ergonomische Nachteile mit sich.
So lassen sich die beiden Kopfbänder zwar unabhängig voneinander festzurren - jedoch nicht, ohne dass die scharfen Bügelenden einem dabei gerne einmal in die weiche Haut über den Ohren schneiden oder der Bügel selbst auf die Schläfen presst. Natürlich kann man das Headset einfach etwas lockerer stellen. Da es aber sogar mit festem Zug nicht optimal um die Augen herum abdichtet, wodurch sowohl ein wenig Licht als auch ein leichter Luftzug vom unteren Lüfter eindringen, trägt man es doch etwas lieber enger. Brillenträger müssen daher auf die beigelegten sowie separat erhältlichen Linsen zurückgreifen, da hier schlicht der Platz fehlt.
Das sind alles keine Totschlagkriterien, zumal die Passgenauigkeit von Gesicht zu Gesicht unterschiedlich ausfällt. Es bedeutet allerdings, dass man etwas ausprobieren muss, bis man die ideale Trageposition gefunden hat. Durch den sehr großzügigen Sweet-Spot dürfte man hier aber zum Glück schnell den Dreh heraushaben. Ein vertikales anstelle zweier horizontaler Kopfbänder oder ein elastischerer Stoff hätten hier dennoch Abhilfe schaffen können.

Allerdings gibt es Webcam Seiten die wohl mit VR werben und angeblich solls mit Meta Quest usw. funktionieren aber da mir die Anschaffung einer VR zum gegenwertigen Zeitpunkt einfach null Mehrwert gibt habe ich auch das nicht getestet. Denke wenn ich dann soweit bin dann ist das zunehmende Alter eher ein Problem.
Aber, ich wünsche viel Vergnügen beim testen 🤣👍
Ich besitze auch eine und würde sagen P/L ist unschlagbar.
Mit Zusatzakku eine feine Sache. Man darf gespannt sein, was Valve so bringt....
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] VR-Benchmarks sind eine feine Sache! Mit meiner RX 7900 GRE bin ich da wohl sehr gut aufgestellt!
Irgendjemand im Forum hat vor einiger Zeit geschrieben, dass NVIDIA viel besser geeignet dafür ist. Ich habe bisher allerdings keine Probleme.
Ich besitze auch eine und würde sagen P/L ist unschlagbar.
Ansonsten finde ich es toll, dass ihr die Dream Air ausprobiert habt. Eure 96° HFOV finde ich bemerkenswert wenig. Die meisten Leute werden wohl etwas mehr haben. Alternativ gibt es auch Customtreiber, die Pimax in ihren Videos übrigens selber bewirbt. Dort kann man das FOV auf 120° pimpen!
Schade finde ich, dass ihr nur so wenige Spiele getestet habt, die auch noch recht alt sind. Klar, Alyx muss sein! Genauso wie Cyberpunk 2077 in jeden Parkours gehört^^ Und ja: CP2077 lässt sich per Mod wunderbar in VR spielen! Genauso wie Resi 2, 3, 4, 7, 8 und 9 übrigens. Ich jedenfalls VReue mich riesig auf Hogwarts Legacy mit der Dream Air (hab mir eine bestellt).
Jedenfalls hätte ich mir gewünscht, dass ihr EXD - Extra Dimensional, Reach, Vampire - The Masquerade: Justice und Forefront mit dem Gerät ausprobieren würdet. Oder Demeo X Dungeons and Dragons - Battlemarked! Oder Into the Radius 2! Oder Metro Awakening! Oder Alien - Rogue Incursion! Oder Arken Age! Oder, oder, oder! Es gibt so viele tolle VR Games, da muss man doch keine alten Schinken aus der Mottenkiste kramen!
Aber egal! Ich bin ja schon zufrieden, dass ihr überhaupt darüber aufklärt, dass es jetzt deutlich bessere Alternativen gibt! VR ist endlich so scharf wie die Monitore! Wurde auch Zeit!
Mit Zusatzakku eine feine Sache. Man darf gespannt sein, was Valve so bringt....
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] VR-Benchmarks sind eine feine Sache! Mit meiner RX 7900 GRE bin ich da wohl sehr gut aufgestellt!
Irgendjemand im Forum hat vor einiger Zeit geschrieben, dass NVIDIA viel besser geeignet dafür ist. Ich habe bisher allerdings keine Probleme.