Pimax Crystal Super: Test und Vergleich zur Crystal Light - verdammt nah an Peak-VR
Die Pimax Crystal Super bietet, bezogen auf die Spezifikationen, nichts Geringeres als das beste Bild im VR-Gaming-Bereich. Unser Test zeigt, wie sie heute - insbesondere im Vergleich zur Crystal Light - abschneidet und welche Kompromisse man bei Performance und Komfort eingehen muss.
Inhaltsverzeichnis
Als die Crystal Super von Pimax im Frühjahr 2025 auf den Markt kam, waren die Erwartungen ebenso hoch wie die Skepsis. Denn während das Datenblatt mit beeindruckenden Eckdaten protzte, kämpfte Hersteller Pimax in der Anfangsphase erneut mit allerhand Softwareproblemen und teils schwankender Verarbeitungsqualität. Einige Monate später stellt sich nun die Frage, was sich getan hat, wie sie im Vergleich zum Vorgängermodell, der Crystal Light, abschneidet und ob sich die VR-Brille gar einen Platz ganz oben unter den High-End-Headsets erkämpfen konnte.
Dazu haben wir sie über drei Wochen auf einem eigens dafür konfigurierten Testsystem ausprobiert (RTX 4080 Super, i9-12900K, 32 GiB RAM) und sowohl simple VR-Spielereien als auch Hochkaräter wie Half-Life: Alyx und Hellblade gezockt. Und dafür ist das preislich klar im High-End-Bereich angesiedelte PCVR-Headset auch definitiv geeignet - sofern man über einen entsprechend potenten Rechner verfügt.
Quelle: Pimax
Wer die Crystal Super voll auskosten möchte, sollte dafür einen entsprechend starken PC besitzen.
Technische Details der Pimax Crystal Super
Im direkten Specs-Vergleich zeigt sich schnell, wie stark die Super zugelegt hat. So erreicht die Light - die wir bereits kurz zuvor ausprobieren durften - 2.880 × 2.880 Pixel pro Auge bei einem theoretisch maximalen Sichtfeld von 105°. Das Ultrawide-Modell der Super kommt dagegen auf 3.840 × 3.840 Pixel und vergrößert zudem das Sichtfeld auf ganze 140°. Dieser Wert ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da das tatsächliche Sichtfeld von zahlreichen individuellen Faktoren abhängt, etwa davon, wie tief die Augen im Schädel sitzen. Uns lag für den Test die 50 PPD-Variante vor, die zwar beeindruckende 127° angibt. Mithilfe eines Tools zur Sichtfeldbestimmung kamen wir allerdings "nur" auf 117°.
Zusätzlich zu den beiden genannten Konfigurationen bietet Pimax übrigens noch ein 57-PPD- und ein Micro-OLED-Modell an. Diese sind der Light hinsichtlich Pixel und Sichtfeld voraus - in puncto Bildrate kommen sie wiederum nicht an das Vorgängermodell heran. 60, 72, 90 oder 120 Hz stehen hier zur Auswahl, während die Super sich auf 72 (mit und ohne Upscaling) oder 90 Hz beschränkt. Auf weitere technische Feinheiten kommen wir im Praxisteil noch ausführlich zurück. Zunächst widmen wir uns jedoch dem Lieferumfang und einigen weiteren Besonderheiten.
| Produktname | Crystal Super 50 PPD |
|---|---|
| Hersteller | Pimax |
| Betriebsart | PCVR |
| Auflösung | 3.840 × 3.840 Pixel pro Auge |
| Display | QLED + MiniLED (Local Dimming) |
| Bildwiederholrate | 72/90 Hz |
| Sichtfeld | 117° (horizontal) gemessen |
| Technologie | Eye-Tracking, Foveated Rendering, s/w-Pass-Through, |
| Akkulaufzeit/-kapazität | kein Akku |
| Ausstattung | 2 Pimax-Controller, 5-m-Kabel |
| Gewicht | 990 Gramm |
| Ergonomie | Sehr kopflastig und trotz weniger Gewicht gefühlt klobiger als die Light |
Lieferumfang & Modularität
Nicht selbstverständlich ist, dass das Headset gleich mit passenden Crystal-Controllern daherkommt. Und auch zwei USB-C-Kabel für die fest verbauten 700-mAh-Akkus sind enthalten. Wechselbare Batterien gibt es demnach nicht. Dafür halten die Akkus laut Hersteller bis zu 20 Stunden durch und mussten während des Testzeitraums nur zweimal wieder aufgeladen werden.
Die Stromversorgung der Brille übernimmt wiederum ein Netzteil mit beiliegenden Länderaufsätzen. Das Headset selbst besitzt - wie schon die Crystal Light - ein fest integriertes, fünf Meter langes Kabel, das in einer Verteilerbox zusammenläuft. Diese führt Strom, Displayport und USB, wobei der USB-Anschluss zwingend an einem Highspeed-Port des PCs betrieben werden muss.
Neben weiterem Zubehör wie einem Schraubenzieher samt kleiner Schrauben und einem Mikrofasertuch sind zudem zwei eher schlichte Lautsprecher vorinstalliert. Wer hochwertigeren Sound möchte, kann sich Pimax' bedeutend besser klingende DMAS-Earphones dazukaufen und sie mit wenigen Handgriffen austauschen. Generell ist die Crystal Super extrem modular und lässt sich im Grunde komplett auseinanderbauen. So können beispielsweise kaputte Teile deutlich leichter ersetzt oder die optische Einheit gleich ganz ausgetauscht werden. Mittlerweile ist sogar eine alternative Faceplate mit Lighthouse-Kompatibilität verfügbar, was präzise 6DOF-Bewegungserfassung ermöglicht.
Inbetriebnahme mit Pimax Play
Da es nach dem Einstecken der wenigen Kabel nichts weiter zur physischen Inbetriebnahme zu sagen gibt, geht es weiter mit der Software-Seite - genauer gesagt Pimax Play. Die herstellereigene Software ist nötig, um die PCVR-Brille betreiben zu können, verzichtet aber glücklicherweise auf Accountzwang. Doch auf die Features, die einem als Gast verwehrt bleiben, wollen wir uns hier ohnehin nicht konzentrieren. Zumal der integrierte Shop gelinde gesagt mehr als überschaubar ist. Besucht man hingegen den Menüreiter der Brille, kann man unter anderem über "Guidance" prüfen, ob alles korrekt angeschlossen ist, oder die Geräteeinstellungen öffnen. Dort lassen sich nun etwa Bildrate und -qualität sowie die Farbe des LED-Streifens einstellen oder das Eyetracking kalibrieren. Das ist wichtig für das Foveated Rendering, was zugunsten der Performance nur den Bildbereich schärft, den man aktiv anschaut.
Bildergalerie
IPD & Stereoüberlappung
Die IPD (Interpupillardistanz) - oder Pupillenabstand - ist unter anderem für eine optimal auf die eigene Anatomie angepasste Bilddarstellung wichtig. Diese kann man entweder professionell beim Optiker oder selbst mithilfe eines durchsichtigen Lineals messen. Eigentlich bietet die Crystal Super auch ein Auto IPD Adjustment an - vergleicht man jedoch unsere Screenshots mit denen anderer Tests, fällt auf, dass diese Funktion nicht (mehr) verfügbar zu sein scheint. Ob und wie gut sie funktioniert, können wir daher nicht beurteilen. Allerdings arbeitet Pimax fortwährend an ihrer Software, sodass eine Rückkehr durchaus möglich ist.
Wofür die IPD ebenfalls wichtig ist, ist die Stereo- bzw. binokulare Überlappung. Die beschreibt den Punkt, an dem sich die für beide Augen gerenderten Bilder überschneiden. Da die Augenposition jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, handelt es sich um einen stark individuellen Faktor, der maßgeblich von der korrekten IPD-Einstellung abhängt. Unserem Eindruck nach fiel die Überlappung im Test durchweg sehr gut aus und sorgte für eine stabile Tiefenwirkung ohne störende Übergänge an den Bildrändern - weder im Spiel noch auf der Desktop-Oberfläche. Die Hürden, auf die wir während des Testzeitraums trafen, lagen dagegen anderswo.
Startschwierigkeiten
So traten nach der Installation der aktuellen Pimax-Software und Geforce-Treiber Stabilitätsprobleme auf, die zuvor bei der Light nicht vorgekommen waren, nun aber beide Headsets betrafen. Erst nach einer Systemneuinstallation liefen beide Crystals einwandfrei; welche der Softwarekomponenten verantwortlich war, bleibt jedoch unklar, zumal zwischenzeitlich ein weiteres Treiber-Update erschienen ist. Für den weiteren Test und die abschließende Bewertung spielen diese Probleme demnach keine Rolle. Dennoch zeigen derartige Beispiele sowie zahlreiche ältere Erfahrungen von Pimax-Nutzern zwei Dinge: Zum einen, dass die Qualitätssicherung kleiner Nischenhersteller nicht alle denkbaren Systemkonfigurationen prüfen kann. Und zum anderen setzt High-End-VR weiterhin eine gewisse Bereitschaft zur Fehlersuche voraus.

Daraus ergibt sich logischerweise die Anforderung an die Grafikkarten. Macht für mich am meisten im SimRacing Sinn da hier Performance zu Bildqualität passt.
Cooles Produkt wenn Geld keine Rolle spielt.
Kann man sich einfach ne Meta Quest 3 kaufen und seine Steam VR Games zocken wie HL:Alyx?
Gibts da irgendwas zu beachten?
Ich habe eine 4090, meine Freundin eine 9070XT.
Ich habe gerade die Quest 3 und bin damit eigentlich Happy. Sehr gutes Bild mit Virtual Desktops Godlike Setting, DLSS 4.5 macht DCS glatt und performant und man kann ab und zu standalone ne Runde Tischtennis mit dem Schwiegervater zocken.
Nein Danke.
Hoffe, dass die Samsung Galaxy XR in den nächsten Monaten auch in EU verfügbar ist.
Etwa selbe Preiskategorie aber ohne die oben genannten Nachteile.
So lange machts noch die Quest 3.
Die Pimax Brillen waren schon immer High End, es wäre komplett entgegengesetzt der Strategie des Unternehmens, wenn die Super jetzt plötzlich günstig werden würde ... aber gefrickel waren die immer auch, darf man nicht vergessen. Handling und Software ist nicht gerade benutzerfreundlich, um es vorsichtig auszudrücken.