[19/09/2014] Die Titan RTX von Nvidia ist... endlich mal wieder eine Titan, die ihren Namen verdient hat. Erinnern wir uns kurz zurück an den Februar 2013, als die erste Titan-Grafikkarte erschien. Knuffige 999 Euro kostete sie – und damals gingen dafür alle (zu recht) auf die Barrikaden. Zwar handelte es um einen leicht kastrierten Chip, allerdings bot die Karte eine zum damaligen Zeitpunkt „perverse“ Speicherkapazität und als weiteres Alleinstellungsmerkmal eine stattliche FP64-Leistung. Erst 2015 erschien der spirituelle Nachfolger, die GTX Titan X: Ein voller Chip und wieder verdoppelter Speicher wurden dem Preisschild gerecht. Die Pascal-Titanen boten hingegen keine echten Titan-Errungenschaften (max. 12 GiB, sonst keine Alleinstellungsmerkmale), obwohl der Preis weiter anstieg. Auch die Titan V, so mächtig und begehrenswert sie auch sein mag, ist sowohl bei der GPU als auch beim RAM stark kastriert. Das ist unsexy für echte Geeks. Mit der Titan RTX – in dieser Reihenfolge der Bezeichnung, denn Nvidias Kosename „T-Rex“ funktioniert nur dann – erscheint nun endlich wieder ein Modell, das den Namen Titan meiner Meinung nach verdient. Der Kern ist vollaktiv, der Speicher gigantisch. Zwar ist Turing in Sachen FP64/DP stark limitiert, aber darüber kann man als Spieler getrost hinwegsehen. Die Titan RTX ist aus meiner Hi-Res-/Enthusiast-Perspektive sehr attraktiv. Die RTX 2080 Ti sieht dagegen mickrig aus und Nvidia sollte sich wahrlich schämen, das Modell zu diesem Preis mit nur 11 GiByte auszustatten. Da sind wir auch schon beim Dauerproblem: Pricing. So sähe das prima aus: Titan RTX 1300 Euro, RTX 2080 Ti 850 Euro, RTX 2080 600 Euro, RTX 2070 400 Euro. Ungefähr so war’s bei Pascal (und die waren schon teuer). Kommt nicht? Dann kommt auch mein Geld nicht.