Tom Clancy's The Division: Optisch ein Brett, spielerisch mit Fragezeichen - E3-Vorschau
Durch einen Virenangriff liegen die gesamten USA am Boden. Chaos und Anarchie regieren, eine geregelt Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln gibt es nicht mehr. Die letzte Hoffnung der Menschheit? The Division, eine geheime Sondereinheit, deren Mitglieder genau für einen solchen Fall ausgebildet wurden.
Ubisoft hat ein Faible für die nahe Zukunft. Schon der letztjährige E3-Hit Watch Dogs spielt mit der Unsicherheit unserer modernen Welt, in der alles und jeder von der Regierung abgehört und von Hackern manipuliert werden kann. Tom Clancy's The Division legt noch einmal eine Schüppe drauf. Nach dem Ausbruch einer katastrophalen Virenepidemie am Schwarzen Freitag - dem Tag nach Thanksgiving, an dem die Bilanzen des US-Einzelhandels ins Positive drehen -, bricht die Infrastruktur der USA innerhalb von fünf Tagen komplett zusammen. Keine guten Aussichten für das Weihnachtsfest. Doch die Welt hat Glück im Unglück: The Division wird aktiv, eine geheime Sondereinheit, die auch ohne zentrales Hauptquartier operieren kann. Als Mitglied dieser Gruppe müssen Sie dazu beitragen, die Auswirkungen der Epidemie zu bekämpfen und die Verschwörung aufzudecken, die den Virus überhaupt erst auf die Menschheit losgelassen hat.
Tom Clancy's The Division - ... sieht schon unverschämt gut aus
Große Aufregung am Ubisoft-Stand: Avatar-Produzent Jon Landau rückt mit einer fünf Mann starken Hollywood-Entourage an, um sich die Vorführung von The Division anzuschauen, für die auch wir gebucht sind. Kein Wunder, denn das - tief Luft holen! - Massively-Multiplayer-Online-Open-World-Action-Rollenspiel sieht wirklich fantastisch aus. Seine Grafik wäre vor ein paar Jahren noch als Zwischensequenz durchgegangen. Und moderne Grafik-Engines wie die Snowdrop-Engine, die im von der schwedischen Ubisoft-Tochter Massive Entertainment entwickelten Spiel zum Einsatz kommt, wird in Hollywood immer öfter zur Pre-Visualisierung von Filmszenen eingesetzt. Kein Wunder, dass sich Jon Landau drei Plätze rechts von uns konzentriert nach vorne lehnt, um nichts zu verpassen, was auf der Leinwand passiert.
Als Teil eines dreiköpfigen Division-Teams, das sich per Sprach-Chat verständigt, durchstreifen wir drei Wochen nach der Katastrophe die Innenstadt von New York. Schnee weht durch die Hochhausschluchten, Müllsäcke türmen sich am Straßenrand, Geschäfte wurden schon vor Tagen geplündert. Einer unserer Freunde hört Schüsse, die laut der cool als dreidimensionales Bild auf die Straße projizierten Karte aus einer Polizeiwache kommen. Wir machen uns auf den Weg dorthin und passieren einen U-Bahn-Tunnel, der uns mit weiteren Datenprojektionen lockt. "Das hier ist der Startpunkt einer optionalen Mission", erklärt uns Game Director Mathias Karlson - eine Mission, die wir jedoch zunächst links liegen lassen.
Tom Clancy's The Division - ... will die Klassenfreiheit
Ein brennendes Polizeiauto vor der Wache deutet in der Tat auf Schwierigkeiten hin. Mit einem optischen Puls, der lustigerweise auch durch Wände funktioniert, scannen wir die Gegend nach Übeltätern ab. "Fähigkeiten wie diese könnt ihr frei wählen", sagt Mathias Karlson. "Wir wollen euch nicht in eine begrenzte Zahl von Klassen pressen, sondern euch die Gelegenheit geben, eure eigene zu bauen." In der Luft schwirrt übrigens eine Drohne, die von einem vierten Mitspieler gesteuert wird - per Tablet. Dazu gleich mehr. Zunächst müssen wir in Deckung gehen, denn die Besetzer der Wache ballern auf uns, dass es eine Freude ist. "Die Schäden an Autos und Umgebung sind dynamisch und werden prozedural erzeugt", sagt Karlson. Realistisch sehen die Einschusslöcher in den Autofenstern und der sich über eine Felge wölbende, platte Autoreifen obendrein aus.
Nach kurzem, intensivem Schusswechsel dringen wir in die Polizeiwache ein, in der wir die in Zellen eingesperrten Beamten befreien. "Damit ist die Mission beendet", sagt Mathias Karlson. Und fügt hinzu: "Neben euren Belohnungen wirkt sich die Befreiung der Polizisten auch auf die Umgebung aus." Die angesprochenen Belohnungen finden wir in der Waffenkammer der Wache, in der wir uns nach Herzenslust bedienen dürfen. Außerdem übernehmen wir nach einem Studium einer Wandkarte die dort markierten Punkte in unsere eigene Karte. Einmal mehr fällt uns dabei der hohe Detailgrad, die messerscharfe Optik und die atmosphärische Beleuchtung auf. "Unsere Engine beherrscht dynamische Global Illumination in Echtzeit", erklärt Karlson. Nach jedem geglückten Einsatz müssen wir mit einer Art Funkboje signalisieren, dass wir bereit für die Abholung sind - und dann 90 Sekunden überleben, denn der Funkimpuls lockt auch andere Spieler an, die uns in bester PvP-Manier aufs Korn nehmen.
Quelle: Ubisoft
Tom Clancy's The Division: Optisch ein Brett, spielerisch mit Fragezeichen - E3-Vorschau (4)
In einer kurzen Zusatzdemonstration zeigt uns Mathias Karlson das Spiel aus Sicht eines Tablet-Spielers. Zwei seiner Freunde kämpfen auf Häuserdächern gegen gut verschanzte Gegner. Per Tablet verstärkt er die Durchschlagskraft der Waffen seiner Freunde, während er gleichzeitig die Panzerung ihrer Gegner schwächt. Am Ende der Mission ist es Zeit für den Abflug: Karlsson ordert einen Raketenangriff auf die von der Funkboje angelockten Feinde an und hält seinen Freunden damit den Rücken frei.
Tom Clancy's The Division: E3-Fazit
The Division lässt uns mit vielen Fragen zurück. Ja, das Spiel sieht wie ein absolutes Brett aus. Doch noch ist unklar, ob es sich hier um ein sehr geschickt gemachtes Render-Video oder echte Spielgrafik handelt. Die MMO-Komponente ist klasse, aber wie sieht es aus, wenn mehrere Teams gleichzeitig etwa die Polizisten in der Wache befreien müssen? Gibt es einen Einzelspielermodus? Und erscheint The Division überhaupt für den PC? Auf die letzte Frage könnten wir am schnellsten eine Antwort bekommen. Ubisoft beantwortete eine diesbezügliche Frage über das firmeneigene Twitter-Konto so: "Wir optimieren das Spielerlebnis für Next-Gen-Konsolen. Wir schließen aber andere Plattformen nicht kategorisch aus." Und da sowohl Xbox One als auch PlayStation 4 auf einer DirectX-11-APU von AMD basieren, ist eine PC-Umsetzung auf alle Fälle denkbar. Hält The Division das, was es der E3 versprochen hat, ist es ein ganz heißer Kandidat auf den Titel Spiel der Messe 2013.
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Außerdem verrät dieser Tweet dass eine zukünftige PC-Version nicht ausgeschlossen sei: https://twitter.com/TheDi...
Wenn man jetzt 1+1 zusammen zählt, und noch hinzufügt dass The Division vom ganzen Gameplay und Aufbau perfekt zum PC passen würde, dann ist eine PC-Version so gut wie bestätigt.
Next-Gen wird geil. Bei einigen Titeln sieht man schon einen guten Grafiksprung, was eigentlich selbstverständlich sein sollte. Viel geiler finde ich, dass Entwickler vermehrt auf Open-World setzen, da dieses auf den Konsolen
endlich umsetzbar ist. Zudem wird es möglich sein, eine bessere KI zu programmieren, eben, weil man viel mehr Leistung zur Verfügung hat.
Ein Kracher Spiel für die next-gen Konsolen fehlt aber. Unter Kracher Spielen verstehe ich sowas wie Bioshock: Infinite, The Last Of Us oder ein Beyond: Two Souls.
Abwarten heißt die Devise, wir haben ja noch die Gamescom im August, wo das Potenzial für neue Spieleankündigungen groß ist und im September die Tokio Games Show.
Sieht aber ansonsten ganz gut aus. Schade, dass es für die Konsolen only ist
Ein paar Striche hier und da stören doch keinen