The Binding Of Isaac: Rebirth - Permadeath, keine Spielhilfen und bockschwer [User-Test von Ion]
Seit dem 04.11.2014 ist der Nachfolger von The Binding Of Isaac für die PlayStation Vita, PlayStation 4 und den PC (Steam) erhältlich. Für 15€ verspricht der Entwickler über 500 Stunden Spielspaß, 4 Milliarden Runs, über 600 Items und Räume "Full of Poop". Den neuen Geniestreich von Edmund McMillen möchte ich euch in diesem Special vorstellen. Getestet wurde hierbei die PC-Version.
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Übersicht
The Binding of Isaac - das steht für Frust und Stress, aber auch für Eifer und Geduld, denn es gibt außer ein paar Bildern am Start des Spiels keine weiteren Hilfen. Stattdessen wird man nach einem kurzen Intro in eine völlig skurille Welt geschmissen. "Seh zu wie du klar kommst", gibt uns der Entwickler hier zu verstehen. Doch genau da liegt auch die größte Stärke des Spiels. Während wir in anderen "anspruchslosen" Spielen alles auf dem Silbertablett serviert bekommen, müssen wir in The Binding of Isaac sehen wo wir bleiben und uns auf eigene Faust sämtliche Spielmechaniken und die Bedeutung der einzelnen Items selbst erarbeiten. Die Steuerung ist dabei denkbar einfach, mit den WSAD-Tasten bewegen wir einen von 9 auswählbaren Helden, mit den Pfeiltasten erwehren wir uns gegen die zahlreichen Gegner, die E-Taste legt eine Bombe und die Leer- sowie Q-Taste benutzt den aktuell angelegten Gegenstand. Wer ein Gamepad sein Eigen nennt kann natürlich auch damit spielen. Neu ist auch der Coop Modus, dazu spielt der erste Spieler an der Tastatur und der Zweite am Gamepad - ihr teilt euch eure Herzen und müsst aufeinander aufpassen, das ist in den engen Räumen z. T. gar nicht so einfach. Stirbt der zweite Spieler, verliert Spieler 1 ein Herz. Da Herzen Mangelware sind, sollte ein Wiedereinstieg durch den zweiten Spieler gut überlegt sein. Wer sich aufeinander abstimmt kann dadurch ein sehr motivierendes Gameplay erzeugen. Leider funktioniert der Coop Modus nur Lokal.
Extreme Vielfalt und Permadeath
Quelle: The Binding of Isaac Rebirth
600 Items - und alle lassen sich kombinieren. Mehr Schaden und erhöhte Schussgeschwindigkeit? Kein Problem, sofern ihr die richtigen Items findet. Doch das ist leider selten, sehr oft erhaltet ihr einen Gegenstand den ihr in genau dieser Situation nicht gebrauchen könnt. Ab dem zweiten Level sind die Türen zu den Upgrades mit einem Schloss versehen, da kann es euch schon mal passieren, dass ihr im ganzen Bereich nicht einen einzigen Schlüssel findet Die meisten der Items müsst ihr ohnehin erst einmal freischalten. Wie? Das müsst ihr selbst herausfinden, vom Spiel gibt es keinen einzigen Hinweis. Manchmal genügt es einen bestimmten Boss zu besiegen, für andere müsst ihr ~50 Misthaufen zerlegen.
Falls euch ein fieses Monster tötet und ihr euch nicht retten könnt, beginnt ihr wieder ganz von vorne. Dieses Feature nennt sich Permadeath, lediglich eure freigeschalteten Items bleiben gespeichert. Neben den zahlreichen Bossmonstern habt ihr auch die Möglichkeit euch an 20 Herausforderungen zu messen - diese geben euch bestimmte Items vor und ihr müsst es damit bis zu einem bestimmten Punkt im Spiel schaffen, weitere Upgrades lassen sich nur schwer auftreiben. Wem das noch nicht reicht der kann ja versuchen alle 16 Enden im Spiel freizuschalten, oder alle 178 Geheimnisse zu finden. Falls es euch schwer fältl das einzuschätzen: Das ist eine Lebensaufgabe :)
Damit ihr euch einen Eindruck vom Spiel machen könnt, habe ich einen Run der ersten beiden Level aufgezeichnet, die Szenen sind unkommentiert und mit Original-Ton, viel Spaß beim schauen.
Gleich raste ich aus!
Quelle: The Binding of Isaac Rebirth
Es wird nicht lange dauern bis euch diese vier Worte durch den Kopf gehen werden. The Bindig of Isaac Rebirth ist nicht nur schwer, sondern auch oft unfair oder einfach gemein zum Spieler. Ihr seid immer in der Unterzahl, habt meistens kaum eine Chance gegen diverse Gegner und hofft im Grunde ständig darauf, dass "eine Upgrade" zu finden das euch euer Leben erleichtert.
Was wie schlechte Design-Entscheidungen klingt geht aber auf. Mit der Zeit werdet ihr euch an den hohen Schwierigkeitsgrad gewöhnen und sucht immer neue Herausforderungen. Schlussendlich macht es euch sogar Spaß diverse Bosse ohne Upgrades zu besiegen - einfach weil ihr es könnt. Dadurch entsteht mit der Zeit ein sehr befriedigendes Gameplay, denn Belohnungen sind selten, dafür freut ihr euch aber umso mehr sie zu erhalten.
Fazit
Wenn ich das Spiel mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre das wohl "steinhart". Ein sehr knackiger Schwierigkeitsgrad wird hier mit Permadeath und einem Gameplay vermischt, dass euch an manchen Abenden frohlocken und an anderen ausrasten lässt. Zweifelsohne eines der skurillsten Spiele unserer Zeit. Wer den Vorgänger mochte, auf herausforderndes Gameplay steht oder einfach mal was anderes, abseits der großen Titel, erleben möchte, macht mit The Binding of Isaac Rebirth definitiv nichts falsch.
In der Bildergalerie habe ich weitere Eindrücke für euch festgehalten.
Bildergalerie
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Paar kleine Fehler sind noch drin, aber ich bin eben auch nur ein Mensch
Jemand der den ersten Teil + Addon vollständig erkundet hat, wird an Rebirth vermutlich etwas weniger Spaß haben, da man dann "nur" die paar neuen Items + Herausforderungen als Neuheit hat (abgesehen vom Coop). Doch dazu kommt ja noch ein neuer Schwierigkeitsgrad, richtig große Räume und die interessanten Effekte welche sich durch die neuen Items ergeben.
Zudem hat der Entwickler für Isaac:R ja auch ein Addon angekündigt, welches dem Umfang des Addons zum ersten Teil entsprechen soll. Man darf gespannt bleiben.