Faszination Terraria nach Update 1.4: Extrem simpel und extrem erfolgreich
Bauen, erkunden und kämpfen - mit diesem Game-Loop ist Terraria selbst nach neun Jahren immer noch erfolgreich. Jetzt erschien das letzte Update "Journey's End" (1.4) und katapultierte das 2D-Action-Adventure prompt (wieder) unter die Top 5 der meistgespielten Spiele auf Steam.
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Vor ziemlich genau neun Jahren erschien der 2D-Sidescroller im pixelierten 16-Bit-Indie-Gewand auf dem PC und konnte bereits innerhalb der ersten neun Tage 200.000 Exemplare verkaufen. Seither ist das Spiel, welches von einigen Media-Outlets aufgrund der Spielmechaniken auch als 2D-Minecraft-Klon bezeichnet wurde, ungebrochen erfolgreich: Ein Monat nach Release wurden bereits 432.000 Exemplare verkauft und bis April 2020 über 30 Millionen Stück. Seither wurde das Spiel auf jede erdenkliche Plattform portiert, egal ob Sie nun eine ältere oder aktuelle Konsole haben oder doch lieber unterwegs auf dem Smartphone spielen wollen - Terraria lässt sich tatsächlich überall spielen.
Was ist Terraria überhaupt?
Sollte der Erfolg von Terraria an Ihnen vorbeigezogen sein, macht nichts, wir fassen schnell zusammen, worum es in dem Spiel überhaupt geht. Zunächst wird man in eine prozedural generierte Welt geworfen, in der man sich ungehindert bewegen kann und die aus Höhlen, aber auch unterschiedlich gestalteten Arealen besteht. Das Hauptaugenmerk wird im Spiel tatsächlich auf Erkunden, Kämpfen und Bauen gelegt, sodass man durch das Suchen und Abbauen von Erzen und anderen Ressourcen seine Werkzeuge aufwertet. Nur so können Sie dann die verschiedenen Biome im Spiel durchqueren und die Endbosse überstehen. Eine klassische Story suchen Sie mehr oder minder vergebens, denn es gibt keine. Am ehesten kann man Terraria wohl als Mischung aus Minecraft, Zelda und einem Sandbox-Titel beschreiben, eben weil Elemente aus den genannten Spielen vorhanden sind. Jedes Element der Blockgrafik kann abgebaut und neu verwendet werden, Sie müssen sich sogar eine Unterkunft bauen, damit Sie während der Nacht nicht von Monstern überfallen werden.
Quelle: Re-Logic
Terraria Journey's End (5)
Wenn man es geschafft hat, bestimmte Bosse zu besiegen oder an bestimmte Gegenstände zu kommen, werden zahlreiche NPCs auf den Spieler aufmerksam. Diese nicht spielbaren Charaktere verkaufen dann Tools und Items oder können den Spieler heilen. Sie können die NPCs dann auch bei sich einquartieren, wenn Sie einen entsprechenden Bereich errichtet haben. Danach können Sie sich wieder dem Gameloop widmen und weiter die Welt erkunden, gegen Gegner kämpfen und noch mehr Items craften. Das Crafting-System zeigt dabei ziemliche Spieltiefe, sodass sich hunderte Gegenstände für spezielle Aufgaben herstellen lassen und beim Hausbau nur Ihre Fantasie die Grenze des Möglichen darstellt.
Terraria: Content, Inhalt und Mods
Von der ersten Stunde an war Terraria mit Content vollgestopft und nun mit dem letzten Update "Journey's End" (1.4) ist nochmals mehr hinzugekommen. Insgesamt können Sie jetzt 542 Waffen schmieden, über 5.000 Items erstellen - darunter auch ein Rasenmäher -, sich durch über 350 verschiedene Monster schlachten, wovon 20 schwer zu bezwingende Bosse sind. Die 20 Areale, die im Spiel Biome genannt werden, sind abwechslungsreich und unterscheiden sich gewaltig, sodass Sie in Schneegebieten, aber auch in Wüsten und im Dschungel viel entdecken können. Dabei gibt Ihnen das Spiel kein bestimmtes Ziel vor oder nimmt Sie an die Hand, Sie müssen durch Experimentieren und Ausprobieren viel selbst herausfinden.
Davon abgesehen gibt es noch unzählige Mods, die das Spiel mit noch mehr Waffen, Kleidung und noch vielen andere Gegenständen anreichern, aber auch zusätzliche Quests parat halten. Das geht sogar so weit, dass der Entwickler Re-Logic den "tModLoader" (TML) offiziell unterstützt und bei Steam sogar zum Download anbietet. Mit diesem Open-Source-Projekt lassen sich Mods nicht nur ganz einfach installieren und spielen, sondern sogar entwickeln. Der Mod "N Terraria" verwandelt beispielsweise das Ursprungsspiel in ein vollwertiges Rollenspiel, das mit zusätzlichen Gegnern, Waffen, einem Levelsystem, Quests und Begleitern brilliert. Man kann Terraria aber auch in ein MMORPG verwandeln, wenn einem danach beliebt. Dazu muss man einfach nur die Mod "Super Terraria World" installieren. Neben noch weiteren unzähligen Standalone-Modifikationen gibt es natürlich noch Verbesserungen für Gameplay-Mechaniken.
Massiver Wiederspielwert
Terraria hat durch die immer wieder neu prozedural generierte Welt einen hohen Wiederspielwert, der durch die offene Welt und die in ihr enthaltenen Sandbox-Mechaniken noch einmal unterstrichen wird. Hinzu kommt eine Variabilität, die durch die unterschiedlichen Spielstile und Schwierigkeitsgrade erreicht wird. So kann man sich auf eine von vier Klassen konzentrieren, die sich nicht wie in traditionellen Rollenspielen über Statistiken und Werte definiert werden, sondern über die Ausrüstung, die man mit sich führt. Wählen kann man zwischen "Melee" (Nahkampf), "Ranged" (Fernkampf), "Magic" (Magier) und "Summons" (Dämonenbeschwörer). Jeder dieser Kampfstile eröffnet dem Spieler eine neue Spielerfahrung in Terraria, die durch die zusätzlichen Spielmodi wie den "Expert Mode", "Mediumcore" oder einem Permadeath-Modus noch abgerundet werden. So wird man auch nach etlichen Stunden in der 2D-Welt immer wieder gefordert. Man kann das gesamte Spiel zusätzlich auch mit Freunden im Multiplayer genießen, was den Wiederspielwert nochmal erhöht.
Journey's End - zum neunten Geburtstag
Fast ein Jahrzehnt haben die Entwickler die Reise von Terraria begleitet und immer wieder neuen Content dem Spiel verpasst, sodass es selbst für Fans der ersten Stunde auch heute noch abwechslungsreich und interessant bleibt. Kein Wunder also, dass Terraria über 200.000 aktive Spieler hat, die wirklich regelmäßig sich in die prozedural generierten Spielwelten Solo oder mit Freunden werfen. Das letzte Update "Journey's End" hat die aktive Spielerzahl sogar nochmal in die Höhe getrieben, sodass das Spiel sich mit knapp einer halben Millionen Spielern gleichzeitig in die Top 5 zu Evergreens wie CS:GO oder Dota 2 gesellen konnte. Hinzu kommt, dass es aktuell das am meisten gekaufte Spiel auf Steam ist - obwohl schon allein 14 Millionen Exemplare auf der PC-Plattform verkauft wurden.
Quelle: Re-Logic
Terraria Journey's End (12)
Das finale Update hat Terraria nochmal richtig umgekrempelt und ist nahezu jeden Aspekt des Spiels angegangen. So umfasst das Changelog mehrere Seiten an Informationen, was denn nun alles neu ist oder doch nur angepasst wurde. Es wird wieder einen Haufen neuer Items geben (ungefähr 1.000 Stück), neue Gegner, Plätze, NPC-Systeme, Schnellreisen und noch viel mehr - die Liste ist lang. Der Journey-Modus ist vollkommen neu und verspricht ein zugänglicheres Erlebnis in Terraria. Der Master-Modus ist auch neu und für Veteranen gedacht, die entweder "fähig, mutig oder dumm genug sind", diese Herausforderung anzunehmen.
All diese Aspekte machen das Spiel für eine Vielzahl an Menschen so attraktiv, dass selbst nach neun Jahren Terraria immer noch in den News kommt. Dank zeitloser 16-Bit-beeinflussten Grafik altert das Spiel nicht und lässt sich auch in zehn Jahren wahrscheinlich noch besser spielen als heute. Wer sich noch nicht an Terraria gewagt hat, sollte es unbedingt tun: Für knapp zehn Euro bekommen Sie am Rechner unheimlich viel Content, noch mehr Abwechslung und viel Kreativität serviert. Trauen Sie sich und probieren aus, was so viele Spieler seit Jahren in den Himmel loben und bis dato auch spielen - es lohnt sich.
