Steelseries Apex M800 Test: Die angeblich schnellste mechanische Tastatur mit eigenen RGB-Schaltern
Mit dem Apex Gaming Keyboard brachte Steelseries vor gut eineinhalb Jahren die angeblich schnellste Gummidom-Tastatur der Welt auf den Markt. Jetzt folgt mit der Apex M800 die mechanische Variante. Die will sich mit einer fulminanten RGB-Beleuchtung sowie den von Kailh gefertigten QS1-Tastenschaltern mit zentraler LED, verkürztem Hub und flachen Key Caps von der Konkurrenz absetzen. Ob dieser Versuch gelingt, zeigt unser Test.
Auf dieser Seite
- 1 Steelseries Apex M800: Ausstattung, die kaum Wünsche offen lässt
- 2 Steelseries Apex M800: Ergonomie mit Schwächen aber leicht bedienbare Software
- 3 Steelseries Apex M800: Für Vielschreiber nicht unproblematisches Tastenlayout
- 4 Steelseries Apex M800: Spezielle, vielleicht schon zu schnelle (Kailh-)Tastenschalter
- 5 Steelseries Apex M800: Vorbildliche Ausleuchtung dank zentraler LED
- 6 Steelseries Apex M800 - das Testfazit: Für den Schreiber gut, für den Spieler sehr gut
"Das schnellste Gaming Keyboard der Welt", mit diesem doch recht markigen Spruch warb Steelseries vor mehr als eineinhalb Jahren für das auf Gummidom-Technik basierende Apex Gaming Keyboard (Note Test auf pcgh.de: 1, 63). Um dies zu erreichen, bestückte der Spezialist für Eingabegeräte das Keyboard mit flachen Tasten und einem auf 3 mm verkürzten Hubweg. Bei der mechanischen Variante der Spielertastatur, der Steelseries Apex M800, fällt die Werbung zwar nicht mehr ganz so reißerisch aus. Den Hinweis darauf, dass die mit einer RGB-Einzeltastenbeleuchtung bestückte Apex M800 schneller ist als alle anderen mechanischen Tastaturen ist, kann sich Steelseries aber auch hier nicht verkneifen.
Die beworbene, schnellere Auslösegeschwindigkeit erzielt Steelseries durch spezielle Tastenschalter. Die sind, wie das Gehäuse verrät, von Kailh gefertigt und Auftraggeber Steelseries nennt sie QS1 (Quick Switch 1?). Das Besondere an diesen Tastern ist der verkürzte Hubweg von 3 mm, die flache Tastenkappe sowie die zentral im Schalter platzierte RGB-LED. Damit setzt sich Steelseries auf jeden Fall von der Konkurrenz ab und geht eigene Wege. Doch eignen sich diese neuen Tastenschalter wirklich besonders gut für den spielenden Käufer und werden auch Vielschreiber damit glücklich? Das wollen wir in unserem Test genauso klären, wie die Frage, ob die Ausstattung und die Eigenschaften der Steelseies Apex M800 den stolzen Kaufpreis von 200 Euro rechtfertigen.
Steelseries Apex M800: Ausstattung, die kaum Wünsche offen lässt
Von der fehlenden Handballenablage und den nicht vorhandenen Audio-Anschlüssen abgesehen bietet die Steelseries Apex M800 eine Ausstattung, die einer mechanischen Tastatur für 200 Euro durchaus gerecht wird. Dabei ist die sechsstufige RGB-Beleuchtung definitiv das Highlight der Apex M800. Der Nutzer kann nicht nur jeder einzelnen Tastenbeleuchtung eine Farbe aus dem vollen RGB-Farbspektrum zuordnen.
Quelle: PC Games Hardware
Er kann auch aus fünf verschiedenen Beleuchtungseffekten wählen oder die Lichtspielereien, beispielsweise die Zeit zwischen Farbwechseln oder die Pulsier-Frequenz, selbst programmieren. Wem das zu aufwendig ist, den versorgt Steelseries mit 18 Beleuchtungsvorlagen. Die enthalten auch Settings für bestimmte Genres wie MOBA, Shooter (FPS) oder MMOs. Besser geht es kaum, denn auch die Software fällt so anwenderfreundlich aus, dass die Individualisierung der Tastenbeleuchtung mit ein wenig Übung unkompliziert vonstatten geht.
Die weitere Ausstattung kann sich ebenfalls sehen lassen. Für die auch ohne Software ausführbare Makroprogrammierung stehen sechs Extratasten bereit, ein Profil kann im Speicher der Steelseries Apex M800 abgelegt werden. Für die Profil- und Makro-Verwaltung, die Beleuchtung, den per Messung (siehe Bild links) bestätigten Nkey-Rollover sowie das besonders schnelle Auslösen der QS1-Schalter, stehen gleich zwei Prozessoren bereit. Dazu kommen noch eine Polling -Rate von 1.000 Hz, zwei USB-Anschlüsse, auf die Tasten F7 bis F12 verteilte Multimediatasten, eine übergroß dimensionierte Leertaste sowie eine Höhenverstellung. Letztgenannte besteht aus massiven Gummifüßen, die unterschiedlich hoch sind und sich einfach in die dafür vorgesehene Aussparung auf der Unterseite hineindrücken lassen.
Steelseries Apex M800: Ergonomie mit Schwächen aber leicht bedienbare Software
Ein Kritikpunkt, den sich die Steelseries Apex M800 gefallen lassen muss, ist die fehlende Handballenablage. Steelseries spricht zwar von einer integrierten Variante. Der gut 2,7 mm breite Streifen unterhalb der letzten Tastenreihe, der noch durch die übergroß dimensionierte Leertaste verkleinert wird, bietet dem Handballen aber keinen Halt. Beim Spielen und Arbeiten mit Steelseries' mechanischem Beleuchtungswunder liegt der Ballen der Hand also zwangsläufig auf der Tischplatte auf.
Quelle: PC Games Hardware
Von einer richtig guten Ergonomie kann man hier also nicht sprechen. Im Gegenzug garantiert die spezielle Höhenverstellung dank der großen Auflageflächen ihrer Gummielemente eine optimale Rutschfestigkeit. Die intuitiv bedienbare Software der Apex M800 wollen wir an dieser Stelle auch noch einmal positiv hervorheben. Während die Makroprogrammierung gerade aufgrund ihres Umfangs und ihrer zahlreichen Features etwas Übung erfordert, geht das Modifizieren der Beleuchtung nach eigenem Gusto sehr leicht von der Hand. Schon nach ein paar Minuten erzielt man sichtbar schöne Ergebnisse. Besonders die Tatsache, dass man auch die für den Standby-Modus Farb- und Lichtspielereien festlegen kann, hat uns sehr gefallen.
Steelseries Apex M800: Für Vielschreiber nicht unproblematisches Tastenlayout
Das Tastenlayout der Steelseries Apex M800 entspricht dem MF-Standard. Mit ihrer breiten Leertaste und den links neben der ESC-Taste und dem Haupttastenfeld angeordneten Markrotasten hat sie jedoch zwei Besonderheiten auf Lager. Gerade letztgenanntes Extra kann sich beim Blindschreiben mit der Apex M800 negativ auswirken. Der Griff zur ESC-Taste endet nämlich oft genug damit, dass der oberste der Zusatzknöpfe (0-Taste) ausgelöst wird. Solange diese nicht mit einer Tastenfolge belegt ist, mag der Fehlgriff verschmerzbar sein, etwas nervt das den Vieltipper dann aber schon. Da sich die restlichen Makrotasten einen Zentimeter vom Haupttastenfeld absetzen, besteht die Gefahr, diese ungewollt auszulösen, dagegen kaum.
Wer die Steelseries Apex M800 vorwiegend für lange Schreibeinsätze nutzt, entdeckt schnell noch ein weiteres nerviges Manko, für das teils das Tastenlayout, teils die niedrige Bauhöhe der Tastenkappen verantwortlich ist. Wer zügig und viel scheibt und kaum auf die Tasten guckt, löst sehr oft ungewollt die Umschalt-Feststelltaste, anstelle der A-Taste aus. Das ist vor allem dann besonders nervig, wenn man dies nicht sofort bemerkt und schon einige Buchstaben unbewusst in Großschrift getippt hat. Der Hauptgrund für diese Problematik ist die Tatsache, dass der Abstand zwischen den Kanten der beiden Tastenkappen sehr klein ausfällt. Erwischt man nur die linke Kante der A-Tastenkappe, passiert es sehr schnell, dass man gleichzeitig auch noch die rechte Kante der breiten Caps-Lock-Tastenkappe drückt. Beim Spielen, wo die Finger sowieso schon auf oder vor der WASD-Tastengruppe liegen, mag das nicht so ins Gewicht fallen. Einen schnellen Zehnfinger-Blindschreiber kann das dagegen stören. Dieser Fehlgriff wird aber auch dadurch bedingt, dass die Oberfläche der flachen Tasten nur leicht konkav geformt ist. Bei Tastenkappen mit Standardhöhe fällt die Mulde für die Fingerspitze deutlich tiefer und griffiger aus. Für den exzessiven Schreibeeinsatz empfehlen wir daher eher ein Modell mit normal hohen Tastenkappen.
Bildergalerie
Steelseries Apex M800: Spezielle, vielleicht schon zu schnelle (Kailh-)Tastenschalter
Eine weitere Besonderheit der Steelseries Apex M800 sind die mit dem mechanischen Keyboard debütierenden QS1-Tastenschalter, die laut der Werbung des Eingabegerätespezialisten besonders schnell und direkt sein sollen. Steelseries spricht zwar von hauseigenen Tastern. Ein sehr genauer Blick auf das Chassis enthüllt aber, dass die Quick-Switch-1-Modelle vom chinesischen Hersteller Kailh kommen und wohl im Auftrag von Steelseries exklusiv für die Apex M800 gefertigt werden. Doch was macht den mechanischen Schalter zu etwas Besonderem, dessen Aktivierungsdruck mit 45 g/cN und dessen Lebensdauer mit 60 Millionen Betätigungen angegeben ist? Zum einem sicherlich der auf 3 mm verkürzte Hubweg. Nach 1,5 mm ist bereits der Auslösepunkt erreicht, nach weiteren 1,5 mm schlägt der Stempel, in dem sich das RGB-LED befindet, am Ende seiner Führung an. Auf der anderen Seite sind die linearen QS1-Switches wie versprochen sehr direkt und reagieren aufgrund der nicht vorhandenen sogenannten Deadzone sehr schnell auf Betätigungen. Dazu kommen die flachen Tastenkappen, die genau genommen den Druckweg auch verkürzen.
Wie wir im Praxistest feststellen und eben schon erwähnt haben, kann sich diese Direktheit beim Schreiben ab und zu schon negativ auswirken - vor allen wenn schnell geschrieben wird. Dann löst der Vieltipper die Tasten schon mal doppelt aus oder greift ungewollt daneben (siehe vorheriger Abschnitt). Des Schreibers Leid ist des Spielers Freund, denn der wird mit der direkten, schnellen Schalterreaktion sowie den flachen, wenig gewölbten Tastenkappen viel besser zurechtkommen. Da die Druckkraft von 45 g/cN dem Auslösedruck der roten Cherry-MX-Schalter entspricht, eignen sich auch die QS1-Switches bestens für schnelle Mehrfachbetätigungen.
Steelseries Apex M800: Vorbildliche Ausleuchtung dank zentraler LED
Bevor wir das abschließende Fazit unseres Tests ziehen, noch ein Wort zu den Ausleuchtungseigenschaften der QS1-Switches. Da sich das RGB-LED hier zentral im Stempel des Schalters befindet, wird das emittierte Licht sehr gut gebündelt und es strahlt kaum unterhalb der im Standardverfahren gefertigten Tastenkappen heraus. Diese Konstruktion erinnert an Logitechs in Kooperation mit Omron entwickelten Romer-G-Schaltern, die bei der G910 Orion Spark zum Einsatz kommen. Des Weiteren werden durch die zentrale Lage des Lichtspenders alle Elemente auf der Tastenkappe gleichmäßig ausleuchtet. Effekte, bei denen beispielsweise die "1" strahlend, das Fragezeichen aber nur schwach zu sehen ist, kommen hier nicht vor. Das ist bei mechanischen Tastaturen mit Beleuchtung und Cherry MX-/Kailh-Schaltern oft anders.
Steelseries Apex M800 - das Testfazit: Für den Schreiber gut, für den Spieler sehr gut
Bei der Ausstattung der Steelseries vermisst man wenig. Die RGB-Einzeltastenbeleuchtung ist nicht nur eine Klasse für sich, sondern lässt sich auch dank der wenig umständlichen Software sehr gut individualisieren. Die Kritik mit der fehlenden Handballenablage muss sich Steelseries gefallen lassen und die für den Blind- und Vielschreiber durch das Tastenlayout sowie die Kappen mit halber Bauhöhe entstehenden Probleme lassen sich auch nicht verbergen. Hiervon abgesehen ist die Steelseries Apex M800 schon eine empfehlenswerte mechanische Tastatur, deren Eigenschaften, vor allem der sehr direkte und mit eine niedrigen Auslösedruck versehene QS1-Tastenschalte, perfekt auf den Spieler zugeschnitten sind. Für den Schreibeinsatz disqualifiziert sich die Apex M800 zwar auch nicht, hier könnte ein Modell mit braunen oder schwarzen Cherry-MX-Schaltern aber die bessere Wahl sein. Die Note "Sehr gut minus" geht hier auf jeden Fall in Ordnung.

wollte kurz meine eigene Erfahrung mit der SteelSeries Apex M800 teilen falls es Leute gibt die an dem guten Stück interessiert sind.
Habe die Tastatur jetzt mindestens seit 2 Jahren und bin sehr mit ihr zufrieden. Sie eignet sich sowohl zum Spielen als auch zum Schreiben ziemlich gut und das kleine Manko mit der A und der CAPS Taste ist nach ein wenig Nutzung auch kein Problem mehr wenn man sich daran gewöhnt hat. Die Beleuchtung funktioniert bei mir auch noch einwandfrei und alle Tasten bis auf die Windows Taste sind noch gut funktional und Fest. Die Windows Taste ist bei mir leicht locker weil sie ein paar zu harte Anschläge abbekommen hat (würde ich vermuten) und deswegen ist dort ein kleines Stück abgebrochen weshalb die Taste jetzt locker sitzt aber ansonsten funktioniert alles top.
Das andere "Problem" mit der Handballenablage habe ich nicht, denn ich habe von Razer das Razer Goliathus Mauspad welches sehr groß ist und worauf ich meine Maus und meine Tastatur abgelegt habe und meine Handballen liegen darauf was mir persönlich an Komfort reicht.
Kurz gesagt auch wenn die 200€ im ersten Moment nach sehr viel aussehen kann ich sie trotzdem empfehlen besonders an die Zockercommunity damit sollte eigentlich keiner unzufrieden sein
Mit freundlichen Grüßen
Alpay
Hat die Steelseries Apex m800 wirklich 1.000 Hz Polling-Rate? Steelseries selber hat sich nicht dazu geäußert, wenn das stimmt wie habt ihr das getestet? Und wie könnte ich das selber testen?
Vielen Dank im Voraus!
Mit Freundlichen Grüßen Maddy_Aesthetics
In der Bauhöhe unterscheiden sich die Tastenkappen des Cherry MX-Board 6.0 kaum von denen der Steelseries Apex M800, das ist schpn richtig. Es geht dabei um ihre Form sowie den Platz zwischen den beiden Tasten. Die konkave Wolbung für den Finger ist beim Cherry-Modell fühlbar ausgeprägter und hier ist auch mehr messbar mehr Platz zwischen der A- und der Umschalt-Feststelltaste. Triff der kleine Finger of die linke Kante der A-Taste, landet er eben nicht automatisch auch auf der rechten Kante der Shift-Lock-Taste. Ich habe mit beiden Keyboards die jeweiligen Artikel hier getippt und nur beim Apex M800 bin ich wegen der Geschichte mit den beiden Tasten echt verrückt geworden.
Grüße
Der Spieleonkel
Insgesamt scheint das Steelseries-Board für die "nur" 20 Euro mehr auch deutlich mehr zu bieten. RGB-Beleuchtung mit sehr guter Ausleuchtung, nicht weniger Anschlüsse und programmierbare Makrotasten. Dass eine Handballenablage fehlt, ist der einzige Punkt, der sie für mich (ohne selbst testen zu können) überhaupt schlechter erscheinen läßt.