Schalterkunde Teil zwei: Flott, leise, geschmiert, optisch und mit Hall-Effekt
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Schalterkunde Teil zwei: Flott, leise, geschmiert, optisch und mit Hall-Effekt

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Flotte und leise Tastenschalter

Eine weitere Schaltereigenschaft, die sich direkt aus der Konstruktion ergibt, ist der Schalterweg. Der wird durch den Schalterschlitten respektive dadurch festgelegt, nach welchem Weg in Millimetern der Stamm den Kontakt schließt (Vorlaufweg/Auslöseweg) und wann er im Gehäuse anschlägt (Anschlagspunkt). Den Weg vom Nullpunkt bis zum Anschlag bezeichnet man als Hubweg. Auch hier gibt es viele verschiedene Variationen. Der Cherry-Standard liegt bei 2 mm/2,2 mm (MX Blue/Brown) Vorlaufweg und 4 mm Hubweg.

Mit einem Auslöseweg von nur 1,2 mm (gesamter Hubweg: 3,4 mm) ist der lineare Cherry MX (RGB) Speed Silver ein echter Gamer-Switch. Quelle: Cherry Mit einem Auslöseweg von nur 1,2 mm (gesamter Hubweg: 3,4 mm) ist der lineare Cherry MX (RGB) Speed Silver ein echter Gamer-Switch. Bei Zockern sind mittlerweile sogenannte Speed-Schalter sehr beliebt, die schon nach 1,0 bis 1,2 mm auslösen und deren Hubweg die Hersteller auf bis zu 3,4 mm (Cherry MX RGB Speed Silver) verkürzt haben. Mit diesen Schaltern sind sehr schnelle Mehrfachbetätigungen möglich. Wer ausschließlich mit seiner Custom-Gaming-Tastatur tippt, sollte sich überlegen, ob er so einen flotten Schalter wirklich benötigt. Der ist linear und sehr direkt. Kraft schonendes Tippen, bei dem man die Taste dank taktilem Schalter nur bis zum Auslösepunkt drückt, ist damit nicht möglich.

Für Vielschreiber und alle, deren Partner oder Arbeitskollege im Büro sich über eine zu hohe Geräuschkulisse beim Spielen oder Tippen beschweren: Die linearen und taktilen Tastenschalter zum Wechseln sind auch als sehr leise Silent-Variante erhältlich. In diesem Schalter ist ein schallabsorbierendes, meist aus Gummi gefertigtes Pad an den Schaltschlitten montiert. Das dämmt den Kontakt von Kunststoff auf Kunststoff, wenn der Schaltschlitten in seiner Führung bewegt wird und am Gehäuse anschlägt. Zusätzlich reduziert eine Schmierung die Geräuschkulisse.

Geschmierte Schalter: eine Klasse für sich

Durch das Schmieren mit Öl wie Krytox 105 (Feder) und Schmiermittel (Lubricant) wie Krytox 205g0 (Gehäuse) können Sie einen linearen oder taktilen Tastenschalter ebenfalls leise machen. Dazu fällt bei einem geschmierten Schalter der Druckpunkt, vor allem aber der Anschlag angenehm weich und samtig aus. Die Schmierung sorgt dafür, dass es zu keiner Reibung zwischen Schaltschlitten und der Führung im Gehäuse kommt. Wer einmal mit taktilen geschmierten Schaltern getippt oder gezockt hat, will diese nicht mehr missen.

Einziger Wermutstropfen: Wenn Sie Ihre Schalter selbst schmieren möchten, benötigen Sie viel Geschick, Geduld, Übung und Zeit. Wer die Arbeit lieber den Herstellern überlässt, muss beispielsweise für das Set mit 36 geschmierten, taktilen Glorious Panda Switches gut 10 Euro mehr zahlen als für die nicht geschmierten Pendants. Ein echter Geheimtipp sind die ab Werk geschmierten Tastenschalter der Firma Gamakay. Die sind mit linearer oder taktiler Charakteristik, verschiedenen Schalterwegen und Auslösekräften erhältlich. Gamakay-Switches (siehe Tabelle) zeichnen sich durch eine geringe Geräuschentwicklung, ein samtig weiches Tippgefühl und eine hohe Fertigungsqualität aus. Unser Tipp für absolute Silent-Liebhaber: Pheonix (linear) und Pegasus (taktil).

Selten: optische Hot-Swap-Switches

Optische Tastenschalter sind schon seit mehr als 10 Jahren auf dem Markt und arbeiten mit Lichtunterbrechung statt mit einem mechanischen Metallkontakt. Sie bieten weniger Verschleiß, sind einfacher zu warten und punkten mit einer sehr geringen Latenz, weil die Prellzeit des elektrischen Schalters entfällt. Tauschbare optische Tastenschalter gibt es auch, allerdings werden diese viel seltener angeboten als ihre mechanischen MX-Pendants mit Hot-Swap-Technologie.

Das liegt vorwiegend daran, dass optische Schalter spezielle Platinen mit integrierter Lichtquelle und passender Geometrie benötigen. Außerdem sind die Systeme größtenteils herstellerspezifisch (z. B. Gateron Optical, Keychron Optical) und nicht untereinander kompatibel. Auch mechanische MX-Schalter lassen sich nicht in optische Hot-Swap-Tastaturen einsetzen. Die Auswahl an optischen Schaltern ist begrenzt, ebenso die Kompatibilität mit Keycaps, je nach Bauhöhe und Kreuzaufnahme. Optische Hot-Swap-Systeme bieten Vorteile für spezialisierte Anwendungen, sind aber weniger flexibel als MX-basierte Varianten. Dazu gibt es auch deutlich weniger Tastaturen mit passender Hot-Swap-Platine für optische Tastenschalter. Ein Beispiel ist die kabellose Keychron K8 mit Gateron-Optical-Brown-Switches.

Die Keychron K8 ist eine Custom-Gaming-Tastatur, die mit einer Hot-Swap-Platine bestückt ist, die optische Schalter aufnimmt. Die Auswahl ist allerdings auf den Gateron Optical Switch V2 und den Keychron Optical Switch beschränkt. Mechanische MX-Schalter können Sie generell nicht verwenden. Quelle: Keychron  Die Keychron K8 ist eine Custom-Gaming-Tastatur, die mit einer Hot-Swap-Platine bestückt ist, die optische Schalter aufnimmt. Die Auswahl ist allerdings auf den Gateron Optical Switch V2 und den Keychron Optical Switch beschränkt. Mechanische MX-Schalter können Sie generell nicht verwenden.

Glorious-HE-Switch: nur für die hauseigene Platine

Hall-Effekt-Switches, die mithilfe von Magnettechnik (Hall-Effekt) kontaktlos auslösen, sind der neueste Technologietrend bei Custom-Gaming-Tastatur und Gaming-Tastaturen allgemein. Dank technischer Möglichkeiten, wie einem einstellbaren Auslösepunkt, Rapid Trigger, Snap Tab und Dynamic Keystroke sind Hall-Effekt-Schalter bei der zockenden Zielgruppe besonders beliebt. Rapid Trigger beispielsweise ist eine Technik, bei welcher der Switch in der Lage ist, unabhängig vom Auslösepunkt eine erneute Eingabe zu registrieren. Snap Tap wird für besonders flüssige Richtungswechsel benutzt und mithilfe von Dynamic Keystroke führen Sie bis zu vier Aktionen mit nur einem Tastendruck aus. Dabei ordnen Sie per Dynamic Keystroke einer Taste mehrere Aktionen/Funktionen zu, die je nach Art des Tastendrucks aufgerufen werden.

Doch wie funktioniert ein Hall-Effekt-Switch? Bei diesem Schaltertyp wird jeder Tastenanschlag von einem hochmodernen Sensor erfasst, der auf Änderungen des Magnetfeldes reagiert. Das resultiert zum einen in einer hohen Langlebigkeit, da es keinen physischen Kontakt gibt. Zum anderen, und das freut alle Spieler, ist der Auslösepunkt nicht festgelegt, sondern kann meist zwischen 0,1 und 4,0 mm in 0,1-mm-Schritten eingestellt werden. Bis zum Marktstart der neuen Glorious GMMK-3-Serie gab es kaum Custom-Gaming-Tastaturen mit tauschbaren Hall-Effekt-Switches. Mittlerweile bietet der Experte für die Selbstbau-Keyboards eine ganze Palette an HE-Switches für die auch zu MX-Schalter kompatible GMMK-3-Schalterplatine an. Darunter befinden sich die legendären taktilen Panda HE, die klickenden Raptor HE und die linearen und leisen Lynx HE (Siehe Tabelle unten).

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  1. Seite 1 Glorious-GPBT-Daydream-Gradient-Keycaps im Test
  2. Seite 2 Schalterkunde Teil eins: Verschiedene Switch-Typen und Eigenschaften
  3. Seite 3 Schalterkunde Teil zwei: Flott, leise, geschmiert, optisch und mit Hall-Effekt
  4. Seite 4 Tastenkappen-Tipps
    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von gh0st76 BIOS-Overclocker(in)
        Naja. Keycaps sind immer so eine Sache. Das selbe bei Switches. Ich würde von den vorgestellten nix auf mein Brett packen. Gerade bei Switches gibt es abseits von Cherry besseres.
      • Von gh0st76 BIOS-Overclocker(in)
        Naja. Keycaps sind immer so eine Sache. Das selbe bei Switches. Ich würde von den vorgestellten nix auf mein Brett packen. Gerade bei Switches gibt es abseits von Cherry besseres.
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat

        Sie planen, Ihre Custom-Gaming-Tastatur mit Tastenschaltern zu bestücken, deren Eigenschaften und Tippgefühl Ihnen ganz besonders zusagen? Dazu wollen Sie diese mit stylishen Keycaps optisch pimpen? Bei uns finden Sie eine Switch-Kaufberatung und optisch ansprechende Tastenkappen-Sets.
        Das ist aber nen wildes springen zwischen zwei Sprachen bei Bezeichnungen der gleichen Sache.
      Direkt zum Diskussionsende
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