Fn-Belegung, Ergonomie, Schreibtauglichkeit und Tippgefühl sowie Fazit
Details zur Fn-Belegung und zum Web Hub. Wie ist das Tippgefühl, wie lautet das Fazit?
Inhaltsverzeichnis
Flexible Fn-Ebene, aufgeräumte (Web-)Software
Obwohl die Corsair Vanguard Air 99 Wireless einiges an Zubehör wie die sechs Sondertasten und den Mehrfunktionsdrehregler im Angebot hat, findet man auch hier typische Funktionen auf der Fn-Belegungsebene. Die werden nach Betätigen der Fn-Taste sogar optisch mit einer weißen Beleuchtung angezeigt. Auf der F-Tastenreihe befinden sich die Medien- und Lautstärkensteuerung und Fn-Funktionen für die Bildschirmhelligkeit, die Task-Ansicht, die Suchfunktion, die Mikrostummschaltung und den Sleep-Modus. Die Tasten "1" bis "0" sind den RGB‑Effekten und ihren Einstellungen vorbehalten. Fn-Belegungen für die Profilwahl, die fehlenden Nummernblocktasten (PRTSC, SCRLK, PAUSE, ENFG, ROLLEN), die Win-Tastensperre, den Flash-Tab-Schalter, die Aktivierung des Game-Modes, die Makrodirektaufzeichnung und Auswahl der Bluetooth-Verbindung verteilt Corsair mit wenigen Ausnahmen an den Randbereichen des Haupttastenfeldes. Diese Anordnung ist sinnvoll und wird auch aufgrund des 99-Prozent-Formats mit 102 regulären Tasten möglich.
Quelle: PCGH
Auch bei der Corsair Vanguard Air 99 findet man einen Großteil der Fn-Belegungen auf der F-Tastenreihe. Die können sogar per Web Hub/iCUE-Software geändert werden.
Dazu kommt, und das ist ein weiterer Pluspunkt der Corsair Vanguard Air 99 Wireless, die flexible Belegungsmöglichkeit der Haupt- sowie der Fn-Ebene. Mit Ausnahme der Fn-Taste und der Makroaufzeichnungstaste können Sie allen Tasten auf beiden Ebenen eine neue Aktion zuordnen. Das gilt natürlich auch für die Sondertasten und die Tasten, mit deren Fn-Belegung Sie die RGB-Effekte aufrufen. Einziges Problem: Im Corsair Web Hub/in der iCUE-Software fehlt unter "Zuweisung" eine Option für die Beleuchtung. Vorhanden sind dagegen die Zuweisungen der Tastaturtasten, Maustasten, Medien und Lautstärke, des Tastenanschlags für Umschalt-, STRG-, ALT- oder der Win-Tastenkombinationen, des Makros und des Texts. Gerade letztere Einstellung, mit der Sie vorgeschriebene Texte abrufen, macht die Corsair Vanguard Air 99 Wireless zur voll office-tauglichen Tastatur.
Die Software, egal ob der Corsair Web Hub oder iCUE, stellt sich nicht nur bei der Neuzuordnung der Tasten per Drag-and-drop als hilfreich heraus. Sie ändern auch die Beleuchtung oder die Modi des Drehreglers mit nur einem Mausklick und bekommen dabei etwa die Bedienung und die Funktion des Steuerelements visualisiert. Dazu werden alle Optionen übersichtlich präsentiert, sodass man z. B. nach den allgemeinen Geräteeinstellungen nicht suchen muss. Auch das Konfigurieren der Flash-Tap-Funktion geht nicht zuletzt dank der guten Illustration kinderleicht von der Hand. Hier ist keine Spur mehr von der einst wegen ihrer Komplexität und fehlenden Anwenderfreundlichkeit gescholtenen iCUE-Software zu sehen. Corsair hat seine Hausaufgaben offensichtlich ordentlich gemacht.
Quelle: PCGH
Der Corsair Web Hub/die iCUE-Software punktet mit ihrer Anwenderfreundlichkeit und Übersichtlichkeit. Unser PCGH-Logo erscheint schon nach wenigen Mausklicks auf dem Mini-Display.
Ergonomie und Schreibtauglichkeit mit Abstrichen
Obwohl Corsair die Vanguard Air 99 Wireless nicht nur für den Spielbetrieb, sondern auch für die tägliche Arbeit mit dem MS Office konzipiert hat, verzichtet man auf eine Handballenablage. Da das Gehäuse mit 18 mm an der tiefsten Stelle wirklich sehr flach ausfällt, wird eine Mausmatte, falls die Low-Profile-Tastatur auf dieser abgestellt ist, in gewisser Hinsicht zur Ersatz-Handballenablage. Dazu fällt auch der Winkel, um den die Hand nach oben bewegt und angestellt werden muss, nicht so steil aus wie bei einem Chassis mit regulärer Bauhöhe und normalhohen Keycaps. Da ist auf jeden Fall ein kleiner Vorteil, trotzdem bleibt eine im Idealfall gepolsterte Handballe in puncto Ergonomie das Maß aller Dinge und es gibt Wertungsabzüge.
Ähnlich sieht es bei der Schreibtauglichkeit aus. Die fällt zwar, wie man es von einer auch für die tägliche Office-Arbeit geeigneten Tastatur erwartet, insgesamt gut aus. Für alle, die beim Tippen nicht auf die Tasten schauen, kann das 99-Prozent-Tastenlayout jedoch zum Stolperstein werden. Anders als beim Vorgänger, der K100 Air Wireless entscheidet man sich für die 99-Prozent-Variante, bei der neben dem vollständigen Nummernblock nur neun von 13 Mittelblocktasten vorhanden sind. Da diese zwar vom Ziffernblock, aber nicht vom Haupttastenfeld abgesetzt sind, besteht die Gefahr, dass Blindschreiber POS1 anstelle von Backspace, Bild hoch/runter statt Enter oder die obere Pfeiltaste anstelle der rechten Umschalttaste auslösen.
Quelle: PCGH
Der von dreizehn auf neun Tasten reduzierte Mittelblock schließt sich lückenlos an das Haupttastenfeld an, das bereitet Blindschreibern Probleme.
Weitere Gefahr, sich zu vertippen, droht am linken Rand des Tastenfeldes. Obwohl die Keycaps der Sondertasten eine geringere Höhe haben und zwischen beiden Tastenblöcken ca. 5 mm Platz ist, gerät der kleine Finger gern auf S5 statt auf die linke Umschalttaste. Weitere Tasten mit Fehlgriffpotenzial sind S1 statt ESC, S3 statt TAB, S4 anstelle der Umschalt-Feststelltaste oder S5 anstelle der linken Umschalttaste. Dazu nervt die Copilot-Taste, die sich rechts neben die verkleinerte ALT‑GR- und FN-Taste quetscht. Auch hier landet der rechte kleine Finger immer wieder, wenn man die Cursor-links-Taste bedienen möchte. Was hilft, ist das Deaktivieren der Taste im Corsair Web Hub.
Low-Profile-Switches muss man mögen
Bei der Vanguard Air 99 Wireless setzt Corsair auf den hauseigenen OPX Low Profile Optical Switch. Der optische Schalter bietet einen kurzen Hub von 2,5 mm und löst bereits nach 1,5 mm bei geringer Betätigungskraft von 45 gf aus. In Verbindung mit dem linearen Charakter eignet er sich sehr gut für schnelle Eingaben und unterstützt auch Funktionen wie Flash Tap, die etwa beim Counter-Strafing Vorteile bringen. Auch beim Schreiben können die kurzen Wege und die Leichtgängigkeit gefallen - sofern man generell mit Low-Profile-Switches zurechtkommt. Gerade Vielschreiber müssen sich an das direkte Auslöseverhalten gewöhnen, zumal der Auslösepunkt haptisch nicht spürbar ist und die Tasten meist bis zum Anschlag gedrückt werden. Für Gaming und Büroalltag ergibt sich dennoch ein stimmiger Kompromiss.
Quelle: PCGH
Corsair spendiert der Vanguard Air 99 sogar eine Hot-Swap-Platine. Das ist ungewöhnlich für eine Low-Profile-Tastatur, aber nachhaltig.
Das Tippgefühl überzeugt, wenn man flache Schalter grundsätzlich mag. Der geschmierte Switch läuft sauber und mit wenig Spiel, beim Bottom-out entsteht ein klar hörbares Tack-Geräusch. Dessen Tonhöhe hängt allerdings stark davon ab, mit wie kräftig man auf die Tasten drückt und wie schnell der Stempel im Gehäuse anschlägt. Dank fünf Dämmschichten und Gasket-Mounts bleibt das Geräusch präsent, aber nicht störend. Ungewöhnlich, aber nachhaltig ist die Hot-Swap-Platine, die nur Corsairs eigene Ein-Pin-Low-Profile-Switches aufnimmt. Für optische Low-Profile-Tastaturen ist das eher selten.

Würde ich theoretisch schon gern kaufen, aber mit 280 Eier ein dickes Preisschild.
Dazu eine Wireless Tastatur, die wenn man Sie voll benutzt, gerade mal 2-3 Tage hält.
Meine G915 TKL hält dagegen mit 1-2 Wochen angenehm lang.