[PLUS] Vier TMR-Tastaturen im Test: Schneller als Hall-Effekt - oder nur Hype?
TMR-Tastaturen versprechen präzise Magnetabfrage, Rapid Trigger und variable Auslösepunkte. PCGH erklärt, wie die Technik arbeitet, worin sie sich von Hall-Effekt-Schaltern unterscheidet und wo die Grenzen liegen. Vier Modelle zeigen, was Sie im Spiel und beim Schreiben erwarten können.
Inhaltsverzeichnis
- 1 TMR-Tastenschaltertechnik: Was steckt dahinter?
- 2 Die verschiedenen Tastenschaltertypen in der Übersicht
- 3 TMR-Switches: Unterschied zu anderen Schaltern
- 4 Keychron K10 HE
- 5 Logitech G512 X 98 TMR:
- 6 Gamakay TK75 TMR
- 7 Cherry XTRFY MX 8.2 Pro TMR Wireless
- 8 PCGH-Fazit: Vier TMR-Tastaturen im Vergleichstest
TMR ist der nächste Technikbegriff, der bei Gaming-Tastaturen auftaucht. Nach mechanischen Schaltern, optischen Tastern und Hall-Effekt-Lösungen rücken nun Magnettastaturen mit Tunneling-Magnetoresistance-Sensoren in den Fokus. Auf dem Papier geht es um eine feinere Wegerfassung, präzise Auslösepunkte, sehr feine Rapid-Trigger-Empfindlichkeit und zusätzliche Eingabefunktionen. Für Spieler ist das interessant, wenn schnelle Richtungswechsel, kurze Reaktionswege oder Mehrfachbelegungen zählen. Gleichzeitig kommt der Trend nicht allein aus dem Alltag der Nutzer. TMR wird derzeit auch sichtbar über die Herstellerkommunikation angeschoben. Entscheidend ist deshalb, was davon im Test übrig bleibt: mehr Kontrolle, ein besseres Tippgefühl oder nur ein neues Kürzel auf dem Datenblatt?
Auch beim Preis lohnt der Blick auf die Praxis. Die vier Testkandidaten zeigen, dass TMR nicht automatisch Oberklasse bedeutet, aber auch nicht ohne Aufpreis kommt. Die Gamakay TK75 TMR kostet rund 120 Euro und liegt damit 30 Prozent über der nahezu identischen TK75 HE V2 mit Hall-Effekt-Technik, die zuvor im Vergleichstest mit Hall-Effekt-Tastaturen für rund 90 Euro antrat. Gleichzeitig bleibt sie günstiger als die Keychron K10 HE für etwa 165 Euro, die Logitech G512 X 98 TMR für rund 220 Euro und die Cherry XTRFY MX 8.2 Pro TMR Wireless für etwa 200 Euro. Damit entscheidet nicht der Sensor allein über den Gegenwert, sondern das Gesamtpaket aus Layout, Gehäuse, Software, Schaltern, Geräusch und Alltagstauglichkeit. Die entscheidende Frage lautet: Wie groß fallen die Unterschiede zwischen günstigem Einstieg und teureren TMR-Modellen bei Technik, Ausstattung, Tippgefühl und Schreiben am PC tatsächlich aus?
TMR-Tastenschaltertechnik: Was steckt dahinter?
TMR-Tastaturen bleiben Magnettastaturen. Im Schalter sitzt ein Magnet, die Messung übernimmt ein Sensor auf der Platine. Drücken Sie eine Taste, ändert sich der Abstand zwischen Magnet und Sensor. Die Elektronik berechnet daraus, wie weit der Schalter eingedrückt ist. Anders als beim mechanischen Taster muss kein Kontakt schließen. Anders als beim Hall-Effekt misst TMR nicht eine Hall-Spannung, sondern eine Widerstandsänderung im TMR-Sensorelement. Dieses sitzt im Sensorbauteil auf der Platine und besteht vereinfacht aus dünnen magnetischen Schichten, die durch eine sehr dünne isolierende Tunnelbarriere getrennt sind. Dahinter steckt der Tunneling-Magnetoresistance-Effekt, ein quantenmechanischer Effekt, der auf das vom Schaltermagneten veränderte Magnetfeld reagiert.
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