Streit um South Park: Warner klagt gegen Paramounts Winkelzüge
In South Park, Colorado, hängt der Haussegen schief. Nicht wegen der neuesten Geschichten von vier Zehnjährigen, sondern weil Warner Klage gegen Paramount eingereicht hat. Warner glaubt, die exklusiven Streaming-Rechte erworben zu haben und wirft Paramount rechtliche Winkelzüge vor, um den Deal zu unterminieren.
Bei South Park hängt der Haussegen schief: Wem die Rechte an der Serie gehören, soll nun ein Gericht im US-Bundesstaat New York klären. Warner hat Paramount verklagt und möchte die exklusiven Streaming-Rechte an der Serie erhalten. Beide Konzerne haben Interesse daran, den reichweitenstarken Cartoon um die vier zehnjährigen Protagonisten im eigenen Programm laufen zu lassen.
Rechtlich gesehen ist South Park ein Produkt der South Park Digital Studios (SPDS), die wiederum ein Joint Venture zwischen den kreativen Köpfen Trey Parker und Matt Stone sowie Paramount sind. 2019 hat Warner mit den South Park Digital Studios einen Deal über mehr als 500 Millionen US-Dollar abgeschlossen, um die Streaming-Rechte bis Ende Juni 2025 zu halten.
Mittlerweile ist aber auch Paramount mit beiden Beinen im Streaming-Geschäft angekommen und hat Interesse daran, South Park - laut Warner- auf Paramount Plus zu zeigen, während Warner die Inhalte für HBO Max lizenziert hat. Warner wirft Paramount deshalb vor, dass die Gegenseite die South Park Digital Studios dazu nötigt, den eingegangenen Deal zu brechen.
Winkeladvokaten bei Paramount?
So soll Paramount Global über die Tochter MTV mit den South-Park-Schöpfern Parker und Stone einen Deal über 900 Millionen US-Dollar abgeschlossen haben, der die Inhalte fünf Jahre exklusiv an Paramount Plus bindet. Der Warner Deal sieht die bisher veröffentlichen Staffeln plus 30 neue Folgen vor; beim Paramount-Deal sollen auch 14 ganze Filme auf Paramount Plus laufen. Dies sieht mal als rechtlichen Winkelzug, indem man die Folgen als Filme bzw. Events bezeichnet und nicht als Episoden. Warner besteht derweil darauf, dass die 500 Millionen US-Dollar Exklusivrechte an South Park erworben haben und will dies nicht mit Paramount teilen.
Außerdem sei man bei Warner Anfang 2022 darüber informiert worden, dass die lizenzierte, aber zurzeit nicht produzierte Staffel 25 nur sechs statt der vereinbarten zehn Episoden umfassen wird. Und stattdessen sollen sogenannte South-Park-Events produziert werden, die nicht zur lizenzierten Staffel gehören und so auf Paramount Plus laufen könnten. All das sei auf Weisung des SPDS-Joint-Venture-Partners Paramount so geschehen.
Verwirrt? Da sind die wohl nicht allein. Zusammengefasst geht Warner davon aus, dass in dem Deal von 2019 alle bestehenden Folgen und 30 neue Folgen aus 3 Staffeln exklusiv lizenziert wurden. Paramount soll sich aus dem Vertrag wieseln, indem man Staffeln kürzt und Episoden als Filme oder Events bezeichnet, um sie bei sich laufen zu lassen. Der Ausgang ist offen - je nach Komplexität des Falls könnte es auch etwas dauern, bis die Gerichte eine Entscheidung finden.
Quellen: Variety, Deadline, The Hollywood Reporter

"They took er episodes!"