Spotify verliert vor Gericht: Preisanpassungen sind unzulässig

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Spotify: Preisanpassungen sind unzulässig (1)
Quelle: Spotify

Das Landgericht Berlin hat die Preisanpassungsklausel von Spotify verboten. Vor allem Abonnenten könnten benachteiligt werden, so die Richter.

Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland eine Rekordinflation, sodass die Verbraucherpreise erheblich gestiegen sind. Befeuert durch den Ukrainekrieg kennt die Inflation nur eine Richtung, sodass inzwischen auch etliche Produkte, wie das neue iPhone 14, teurer geworden sind. Spotify wollte sich das Recht einholen, mögliche Preiserhöhungen durchführen zu können. Nun hat das Landgericht Berlin entschieden, dass die geänderten Nutzungsbedingungen unzulässig sind. Am 28. Juni haben die Richter zu einer Klage der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen Spotify ein Urteil gesprochen (Aktenzeichen: 52 O 296/21). Nun ist der Fall öffentlich gemacht worden.

Preissteigerungen weitergeben, Preissenkungen aber nicht

Bereits im Mai 2021 hatte das schwedische Unternehmen seine Nutzungsbedingungen geändert und eine entsprechende Klausel eingefügt. So könnte der Streaming-Anbieter die Abonnementgebühren und sonstige Preise ändern, um die gestiegenen Gesamtkosten für die Bereitstellung der Spotify-Dienste auszugleichen, so das Unternehmen. Laut den Richtern ist diese Klausel unzulässig, weil so Abonnenten benachteiligt werden könnten. Schließlich sehen die Nutzungsbedingungen keine Preissenkung infolge gesunkener Kosten vor.

Spotifys Argumentation, dass die Kosten ohnehin immer nur steigen würden, ist nicht zutreffend. So gab es etwa im zweiten Halbjahr 2020 eine Senkung der Umsatzsteuer, die Spotify mit den geänderten Nutzungsbedingungen nicht an die zahlenden Abonnenten weitergegeben hätte. Gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil hat Spotify Berufung eingelegt. Alleine im ersten Quartal 2022 konnte sich der Audio-Streaming-Dienst Spotify über 182 Millionen zahlende Premium-Mitglieder freuen. Ein Abonnement kostet mindestens 9,99 Euro monatlich, wobei es auch Gutscheinkarten zu kaufen gibt. Alternativ lässt sich Spotify auch kostenlos mit Werbeunterbrechungen nutzen.

Ebenfalls lesenswert: Spotify bringt eigenen Play-Button für Premium-Abonnenten

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Sammlung zur rechtswidrigen Preisanpassung bei Spotify:

  • Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat gegen Spotify geklagt. Hintergrund sind die bereits im Mai 2021 geänderten Nutzungsbedingungen des Audio-Streaming-Dienstes.
  • In einer Klausel steht, dass der Streaming-Anbieter die Abonnementgebühren und sonstige Preise ändern darf, um die gestiegenen Gesamtkosten für die Bereitstellung der Spotify-Dienste auszugleichen.
  • Laut der Verbraucherzentrale Bundesverband ist dies eine Ungleichbehandlung der Spotify-Abonnenten. Zumal keine Preissenkung erfolgt, wenn die Kosten für das Unternehmen sinken.
  • Das Landgericht Berlin gab der Verbraucherzentrale Bundesverband recht. Spotify hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Quelle: via Golem

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    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von BrollyLSSJ PC-Selbstbauer(in)
        Deezer war mir bisher sympathischer. Nutzte da bisher aber auch nur die kostenlose Version. Ich kaufe mir lieber die paar Alben, die ich höre, als ein Abo abzuschließen. So werde ich das vermutlich auch weiter handhaben. Die Musik, die ich höre, gibt es ja zum Glück bei iTunes.
      • Von BrollyLSSJ PC-Selbstbauer(in)
        Deezer war mir bisher sympathischer. Nutzte da bisher aber auch nur die kostenlose Version. Ich kaufe mir lieber die paar Alben, die ich höre, als ein Abo abzuschließen. So werde ich das vermutlich auch weiter handhaben. Die Musik, die ich höre, gibt es ja zum Glück bei iTunes.
      • Von Gast1730761802
        Zitat von plusminus
        Und was ändert das an meiner Aussage das Spotify einfach nur die AGB ändern soll ?!

        Ist doch nur eine Formalität die so eh nicht eintrifft an dem sich das " Berliner" Landgericht aufhängt

        Dann steht alles gewünschte in den Nutzerbedinungen und Spotify kann die Preise erhöhen .

        Und ja wer glaubt das in den nächsten Jahren Real die Kosten sinken werden , dem wünsche ich viel Spass beim Nachrechnen

        Es geht nicht darum, dass sie definitiv sinken werden. Sondern um die schlichte Möglichkeit, so gering sie auch sein mag. "Nur" eine Formalität ist das halt nicht. Rechtlich muss man sich eben auch absichern.

        Gesetz dem Fall, dass die Kosten vlt. doch wieder sinken, muss Spotify die Preise auch senken. Deswegen wehren die sich ja so, weil es real und zur Pflicht wird, sobald es in den AGBs steht. Das wissen die und die sind ja nicht doof.
      • Von WarBeastGT Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von Bloodrock
        Nein der Markt regelt nicht selber. Das ist ein Mythos der von wirtschaftsliberalen ohne Ahnung wie Christian Lindner hergebetet wird. Der Markt regelt zum Monopol und zum Crash. Dann Erneuerung. Mit weiterer zentralisation nach oben. Das ist nicht zielführend. Das ist nicht ausgewogen was liberale gerne behaupten das der.markt gesund ist. Spotify hat ein quasi Monopol und du bist gezwungen sie zu nutzen. Da hast du keine Wahl. Andere Anbieter haben vielleicht bessere quali, aber nur 10 Prozent der Musik.
        Autsch…
      • Von plusminus BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von MarcHammel
        Kann es sein, dass du da was nicht verstanden hast?

        Spotify hatte die Klausel eingebracht, dass gestiegene Kosten an den Verbraucher abgegeben werden. Sprich, der User zahlt mehr. Das allein ist nicht das Problem. Ist ja nicht unüblich. Das Problem ist, dass im Fall einer eventuell darauf folgenden Kostensenkung die Preise nicht ebenso sinken würden. Das ist zum Nachteil des Kunden.
        Und was ändert das an meiner Aussage das Spotify einfach nur die AGB ändern soll ?!

        Ist doch nur eine Formalität die so eh nicht eintrifft an dem sich das " Berliner" Landgericht aufhängt

        Dann steht alles gewünschte in den Nutzerbedinungen und Spotify kann die Preise erhöhen .

        Und ja wer glaubt das in den nächsten Jahren Real die Kosten sinken werden , dem wünsche ich viel Spass beim Nachrechnen
      • Von Bloodrock Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Decrypter
        Eigentlich wieder typisch Deutschland. Es muß alles bis in das allerkleinste Detail in irgnendwelchen Paragrafen geregelt sein.

        Normalerweise regelt das der Markt eigentlich selber. Wer nicht bereit ist, den geforderten Preis zu zahlen, der kündigt eben. Wer mit den (geänderten) AGB nicht einverstanden ist, der widerspricht eben diesen und wartet ab, was passiert. Und wer preislich den Bogen total überspannt, wird schon sehr schnell die Konsequenzen spüren.

        Die einzigsten, die da staatliche garantierte Narrenfreiheit haben, sind doch die öffentlich-rechtlichen mit ihren staatlich garantierten Zwangsgebühren, die nach Gutdünken erhöht werden und wo der Bürger sich nicht gegen wehren kann. Da sollte mal angesetzt werden.
        Nein der Markt regelt nicht selber. Das ist ein Mythos der von wirtschaftsliberalen ohne Ahnung wie Christian Lindner hergebetet wird. Der Markt regelt zum Monopol und zum Crash. Dann Erneuerung. Mit weiterer zentralisation nach oben. Das ist nicht zielführend. Das ist nicht ausgewogen was liberale gerne behaupten das der.markt gesund ist. Spotify hat ein quasi Monopol und du bist gezwungen sie zu nutzen. Da hast du keine Wahl. Andere Anbieter haben vielleicht bessere quali, aber nur 10 Prozent der Musik.
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