Netflix baut Management um und verzögert Zusatzgebühren für Konto-Sharing
Netflix hat die Quartalszahlen vorgelegt und baut seine Spitze um. Die Zusatzgebühren für Konto-Sharing kommen, werden aber nicht so schnell wie bislang erwartet umgesetzt. Welche Dynamik das entwickelt, bleibt abzuwarten. Netflix rechnet mit Widerstand.
Bei Netflix stehen die Zeichen auf Änderung. Der Streaming-Dienst hat seine Quartalszahlen vorgelegt und übertraf die Prognosen. Dennoch tritt Reed Hastings zurück und übergibt seine Rolle als CEO an das Gespann aus Ted Sarandos und Greg Peters, die bislang stellvertretender CEO und COO waren. Hastings wechselt in die Rolle des Executive Chairman.
Die Investoren honorieren das und die Aktie zog an der Börse leicht ein. Netflix hatte einen holprigen Start ins Jahr 2022, konnte dann aber unter anderem mit Wednesday oder Harry & Meghan punkten, sodass die Abozahlen auf 7,66 Millionen stiegen. Analysten hatten nur 4,57 Millionen erwartet. Das ist auch für Netflix ein Zeichen, dass hochwertige Inhalte nach wie vor Abonnenten bringen - Qualität statt Quantität kann sich auszahlen.
Am Ende stieg der Umsatz um 1,9 Milliarden US-Dollar auf 7,85 Milliarden und der Gewinn auf 55,3 Millionen - 91 Prozent mehr. Sondereffekte helfen nach, doch die Frage wird sein, ob Netflix den Abo-Boost halten kann, denn beim Konto-Sharing wird man nach wie vor durchgreifen wollen, auch wenn man später als geplant dran ist.
Bei der Maßnahme, die nun in weiteren Ländern in den nächsten paar Quartalen umgesetzt werden soll, rechnet man mit Widerstand, sodass man eher von sinkenden Abozahlen ausgeht. Der Plan ist, dass geteilte Konten mit einer Zusatzgebühr belegt werden. Welche Dynamik das entwickelt, ist noch unklar, denn geteilte Konten werden in Summe günstiger sein als einzelne Abos, was mehr Konto-Sharing fördern könnte. Was netto aus der Maßnahme wird, weiß man aber offenbar auch nicht im Management; man hofft, dass am Ende mehr Kunden in irgendeiner Form bleiben als kündigen.
Quelle: Netflix

Liegt auch alles im Auge des Betrachters. Wenn man jeden Tag bzw viele Serien auf Netflix schaut ist der Preis immer gerechtfertigt. Doch bei der Anzahl und Segmentierung medialen Contents ist es ein harter Wettbewerb. Denn es gibt wenige die sich alles gönnen. Idealvorstellung ist natürlich das es iwann einen Dachverband gibt wo man sich verschiedene Anbieter als "Kanal" zubuchen kann (wie es bei Prime in der Art ist).
Habe durch nen Waipu Bundle bei O2 ein Jahr Netflix kostenlos gehabt, aber werde das nicht weiter laufen lassen wenn ich für 4K 18€ zahlen muss. 12€ fürs Standard Abo sind schon ok, wenn es denn eben 4k+HDR hätte.
Für mich sind zum Teil die ganzen Preissteigerungen auch daraus resultiert, weil Netflix das Geld zum Fenster raus wirft. Wenn ich höre wieviel Millionen für Harry und seine Barbie ausgegeben wurde ist es mir unverständlich, da wohl ein großer Teil der Nutzer auf solch Klatsch und Tratsch verzichten kann.
Vorallem wenn man wie damals meint das Altered Carbon zu kostenintensiv sei und es cancelt (ja, es tut noch immer weh).
Auf Netflix trifft eindeutig die These zu, dass viele amerikanische Unternehmen darauf setzen auf Pump zu wachsen, man dann zuschaut wie man damit Geld verdient, es aussaugt und dann Platz für etwas neues ist.