Internet-Überlastung durch Corona: Auch Apple und Disney reduzieren Streaming-Qualität
Auch Apple und Disney haben inzwischen angekündigt, die Qualität der eigenen Streaming-Dienste in Europa aufgrund der Corona-Krise zu reduzieren. Apple will der gestiegenen Internetnutzung mit einer reduzierten Auflösung entgegenwirken, Disney setzt auf eine niedrigere Bitrate.
Nun sind es schon fünf Streaming-Dienste, die ihren Datenverbrauch für die Dauer der Corona-Krise begrenzen wollen. Zusätzlich zu Netflix, Youtube und Amazon haben nun auch Apple und Disney angekündigt, den Datenbedarf ihrer Streaming-Dienste zu reduzieren. In beiden Fällen gibt es noch keine Angabe zur Dauer der Drosselung.
Geringere Auflösung oder niedrigere Bitrate
Neben Netflix und Amazon plant auch Disney, die Bitrate des eigenen Streaming-Diensts herunterzusetzen. Disney+ startet am 24. März in Europa und soll dann in der gesamten Region die Inhalte mit einer niedrigeren Bitrate bereitstellen. Dadurch erhofft man sich vergleichbare Einsparungen wie bei Netflix: Das Unternehmen verspricht, mindestens 25 Prozent des eigenen Bedarfs einzusparen. Sollte das nicht ausreichen, sei das Unternehmen zudem bereit, die Bitrate noch weiter abzusenken.
Apple wählt im Gegensatz zu Disney denselben Ansatz wie Youtube und reduziert bei Apple TV+ die Auflösung. Normalerweise stellt das Unternehmen die Inhalte in 1080p oder 4K bereit, derzeit drosselt das Unternehmen die Auflösung aber bis auf 670p. Angaben zur geplanten Einsparung gibt es bislang noch nicht, angesichts der deutlichen Qualitätsreduzierung dürfte diese aber deutlich ausfallen.
Weiterhin ist umstritten, ob die von EU-Politiker Thierry Breton geforderte Maßnahme wirklich für alle EU-Länder notwendig ist. Zwar berichteten einige Länder, dass einzelne Netzanbieter oder das Gesamtnetz derzeit vor Problemen stehen, doch zumindest in Deutschland ist von derartigen Schwierigkeiten bislang keine Rede.
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Sollte die Lage in einigen Ländern entspannt bleiben, wäre es denkbar, dass die Streaming-Anbieter bald nicht mehr eine europaweite, sondern eine landesweite Lösung einsetzen. Dafür würde auch sprechen, dass schließlich nicht nur Europa mit dem Coronavirus und den daraus resultierenden Folgen zu kämpfen hat, sondern fast jedes Land der Welt, und dass die Netzinfrastruktur in jedem Land unterschiedlich belastbar ist.

Internet in der Corona-Krise: Auch YouTube drosselt Bildqualitaet | tagesschau.de
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Wenn es wirklich ein massives Problem geben würde und die Netze kurz vor dem Zusammenbruch stehen würden, würde ich die Maßnahmen verstehen.
Aber davon sind wir in Deutschland weit entfernt. Hier die offiziellen Daten vom DE-CIX:
+10% increase in average data traffic
Over 9.1 Terabits per second data throughput – a new world record
50% increase in video-conferencing traffic (Skype, WebEx, Teams)
25% increase in online and cloud gaming and in traffic from the use of social media platforms
We are expecting similar results at other DE-CIX locations – Munich and Madrid have already had new all-time peaks in the last few days. All DE-CIX IXs are able to handle the existing and expected traffic growth without any problems.
Auch ISPs wie die Telekom sagen offiziell, dass es kein Problem gibt.
Also muss sich jeder halbwegs vernünftige Mensch fragen, was der Blödsinn eigentlich soll. Nur weil sich ein EU-Politiker offensichtlich dachte, dass er sich jetzt einen Namen machen muss ...
Selbst wenn man die Begründung mit den Video-Konferenzen wegen Home Office gelten lassen würde: was ist mit weniger invasiven Techniken wie QoS?
Oder warum muss dann 24/7 runtergeregelt werden und nicht nur an Werktagen zwischen 8 und 18 Uhr?
Video-Konferenzen funktionieren zumindest bei uns auf der Arbeit genauso gut / schlecht wie immer. Und wenn da die Bandbreite ein Problem werden würde, würde ich eher vorschlagen, dass nicht alle Teilnehmer dauerhaft ihre Kamera anhaben müssen. Ich fand das schon immer dämlich, wenn in einer Video-Konferenz ständig alle passiven Teilnehmer ihre Kamera an haben. Es reicht doch aus, wenn der aktive Sprecher das tut.
Generell wäre es ein echtes Armutszeugnis für unsere Netz-Infrastruktur, wenn so etwas alles zum Einsturz bringen würde. Dann sollte die Maßnahme nicht die Drosselung sein, sondern der Ausbau von Kapazitäten.