Facebook Gaming: Streaming-Dienst mit erneutem Anlauf
Facebook Gaming wagt einen zweiten Anlauf mit seiner Streaming-Plattform. Die App, die im Juni hätte kommen sollen, wurde nun vorgezogen. Per Knopfdruck kann man mobil streamen. Ob das gegen Twitch und Co. reicht, ist fraglich. Die Marktdynamik im Moment aber spannend.
Facebook will Streamer von Twitch und Youtube weglocken - mal wieder. Das soziale Netzwerk hat jetzt eine eigene Streaming-App vorgestellt, die an Facebooks Gaming-Plattform hängt und es unter anderem ermöglicht, per Knopfdruck von Handy zu streamen. Das zielt natürlich insbesondere auf den wachsenden IRL-Streaming-Markt ab, aber es gehen auch Handy-Spiele.
Die App ist zum Start für Android verfügbar. Eine IOS-Version soll folgen. Hintergrund ist unter anderem, dass der Launch vorgezogen wurde. Angesichts der weltweit verhängten Ausgangssperren oder zumindest Aufforderungen hat man sich dazu entschieden, den für Juni geplanten Start vorzuziehen.
Marktdynamik entwickelt sich recht spannend
Viel spannender ist aber eigentlich, was da gerade am Streaming-Markt passiert. Es dürfte jedem aufgefallen sein, dass durch die Corona-Krise auf Twitch sehr viel mehr Mainstream stattfindet. Und von diesem Kuchen wollen natürlich alle etwas abhaben. Die Hauptteilnehmer sind wohl unbestritten Amazons Twitch, Googles Youtube und Microsofts Mixer. Diese drei Anbieter kämpfen um Streamer und Zuschauer und lassen dabei auch wenig aus.
Youtube hat viel zeit und Ressourcen investiert, um beim Streaming relevanter zu werden. Bisher mit durchschnittlichem Erfolg. Twitch versuche einmal erfolglos, etwas mehr vom On-Demand-Kuchen abzubekommen. Microsoft gibt den Rebellen, der mit einem Rebranding und viel Geld für Exklusivdeals den "Runner-Up" geben will. Und Facebook? Da versuchte man schon vor zwei/drei Jahren mit der Gaming-Plattform und ein paar Exklusivdeals die Zuschauer zu locken, aber das war nicht nachhaltig. Jetzt scheint man es mit einem eher auf den Casual-Gamer zugeschnittenen Angebot zu versuchen.
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Im Streaming steckt viel Geld und so verwundert es nicht, dass hier immer mehr Unternehmen in den Markt wollen. Nicht nur Streaming-Plattformen, sondern auch Dienstleister. Laut Streamslabs, einem Anbieter von "Middleware", ist Facebook Gaming 2019 um 400 Prozent gewachsen. Im Moment reicht es nicht, um im gleichen Zug wie Youtube und Twitch genannt zu werden. Selbst Mixer ist noch vor Facebook unterwegs, aber man hat offenbar Pläne und vor allem das Geld, ein solches Projekt lange genug zu finanzieren.
Mainstream kann Wanderungsprozessen führen
Die perfekte Lösung ist es, "einfach" ein so gutes Produkt abzuliefern, dass die Zuschauer wie auch die Streamer freiwillig wechseln. Das wird nicht einfach, denn Menschen sind träge und Twitch etabliert. Facebook kennt das selbst und profitiert davon - Whatsapp. Solange das Killerprodukt fehlt, wird es aber wohl so bleiben wie es ist: Twitch deckt den Streaming-Markt weitestgehend ab; Youtube versorgt die On-Demand-Wünsche. Aber es gibt auch Chancen, denn während Twitch in den Mainstream abdriftet, hat es den einen oder anderen "Nerd" bereits (trotz der potenziell mehr Zuschauer auf Twitch) zu Mixer gezogen, freiwillig und ohne monetäre Gegenleistung. Einfach, weil Twitch zum zweiten Facebook werden kann und wir wissen, wie die Story im Moment läuft. Junge Leute oder "Geeks" sind da eher nicht mehr.

1. Die etablierten Streamer auf Twitch haben dort wenn sie Partner/Affiliate sind ihre Einnahmen und Viewerbase welche bei Wechsel erst wieder aufgebaut werden müssten.
2. Alleine schon der Name Facebook hat eine Wirkung auf mich das ich da nichts sehen möchte.
mfg Ratha