Kritik für Steam: Publishing Director und Entwickler von Baldur's Gate 3 verteidigt Valve
Nach einer Studie zur PC-Spieldistribution wird derzeit heiß diskutiert, ob Steam ein Monopol im Vertrieb von PC-Spielen besitzt. Der Publishing Director von Larian Studios spricht sich knapp und ehrlich für Steam aus.
Durch die Veröffentlichung eines Reports zum PC-Spielemarkt 2025 sorgte die PC-Distributionsplattform Rokky am 30. Oktober 2025 für regen Diskurs in der Community. Das unabhängige Institut Atomik Research, das die Befragung von insgesamt 306 Managern aus dem AAA-Sektor der Branche durchführte, kam darin zu dem Schluss, dass Steam für 72 % der Befragten eine Monopolstellung im Publishing einnimmt. Nun meldet sich auch der Leiter der Publishing-Abteilung bei Larian Studios, Michael Douse, zu Wort. Larian Studios ist vor allem bekannt als Entwicklerstudio hinter Baldurs Gate 3.
Douse und Steam
Michael Douse, äußert sich bereits seit Längerem unverblümt zu Geschehnissen und Umständen in der Branche. Seine Haltung gegenüber Steam war schon vor der Studie von Atomik Research klar erkennbar, beispielsweise in einem Post auf X vom 10. Februar 2025.
Valve hatte damals verkündet, dass Steam in Zukunft keine Spiele unterstützt, die das Gameplay in irgendeiner Form durch Werbung einschränken. Douse befürwortete die Vorgehensweise mit einem "Common valve w". Frei aus dem Slang übersetzt bezeichnet er die Ankündigung als einen typischen, guten Zug von Valve.
Behauptung, Begründung, Beispiel
In Bezug auf den aktuellen Report bestreitet er nicht, dass Steam eine Monopolstellung innehat. Stattdessen erläutert er, wieso sich dieser Zustand seiner Meinung nach etabliert hat. "Es ist beinahe so, als würde [Steam] keine miesen Dienstleistungen anbieten, die von den KPIs öffentlicher Anteilseigner bestimmt werden", bemerkt Douse mit sarkastischem Unterton. Steam sei also so erfolgreich, weil die Plattform auf den Nutzen für Spieler und Publisher ausgerichtet sei, statt sich allein von Profitmaximierung leiten zu lassen.
Ihre Meinung ist gefragt!
Was halten Sie von Steam als möglichem Monopol? Stimmen sie Douse zu? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Um zu kommentieren, müssen Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie bisher noch keinen Account haben, können Sie sich hier unverbindlich registrieren. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die geltenden Forenregeln.
Quellen: Rokky, X, VGTimes, Games Industry.biz, SDHQ

Spielen nicht über 2 Milliarden Leute beinah jeden Tag und "gleichzeitige Spielerrekord" auf Steam ist nur ein kleiner Buchtteil - kein unbedeutender aber dennoch nur ein Bruchteil.
Und Steam ist bestenfalls Marktführer in einen spziellen eingeengten Marktsegment für PC-Singleplayerspiele und einige Multiplayer
Monopol wäre nur ein einziger Anbieter.
Die vorrangige Position in der Kunden- und Anbieterwahl geht auf Service und Netzwerkeffekte zurück, nicht auf Einschränkungen und Exklusivität seitens Valve (das ist eher das "Spiel" von Epic und Ihrem Game Store mit zeitlich beschränkten Exklusiv-Deals).
Die Kunden entscheiden sich FÜR Steam, nicht, weil sie keine Wahl haben, sondern weil sie dort guten Service und alles beieinder bekommen.
Marktbeherrschende Stellung kann man schon ab 50% haben. Das träfe schon eher zu.
Aber das trifft auch auf sehr viele andere Netzwerke zu: Amazon, Youtube, Android, Google Chrome, WhatsApp, Facebook ...
Rechtlich gesehen :
"Ein Monopol bezeichnet eine Marktstellung, in der ein einzelnes Unternehmen den gesamten Markt für ein bestimmtes Gut oder eine Dienstleistung kontrolliert. Diese Marktmacht kann entweder aufgrund von rechtlichen Vorgaben entstehen, beispielsweise durch Patentrechte oder Lizenzen, oder durch eine wirtschaftliche Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz."
Merkmale eines Monopols
Alleiniger Anbieter eines Gutes oder einer Dienstleistung auf dem Markt
Kein unmittelbarer Wettbewerb oder nur entfernter Wettbewerb durch Substitute
Markteintrittsbarrieren, die den Wettbewerb erschweren oder verhindern
Preissetzungsmacht: Das Unternehmen kann die Preise für das Gut oder die Dienstleistung weitgehend unabhängig von Angebot und Nachfrage festsetzen
Alles nicht gegeben.
Man könnte sich jetzt noch über den Begriff eines "Quasi-Monopols" streiten - das ist dann juristische Haarspalterei um Begrifflichkeiten, Definitionen und Ansichten.
Auf Gamerliebe.de gab's dazu eine schöne Meinung:
"Ja, Steam hat auf dem PC-Gaming-Markt zweifellos eine Monopolstellung – aber ich sehe darin kein grundsätzliches Problem. Natürlich besteht das Risiko, dass Valve irgendwann beschließt, Preise, Gebühren oder Verkaufsbedingungen drastisch zu ändern. Doch solange das nicht geschieht und Steam sowohl Nutzerinnen und Nutzer als auch Publisher fair behandelt, sehe ich keinen Grund zur Sorge.
Steam hat sich diese Position nicht durch aggressive Marktstrategien, Klagen gegen Konkurrenten oder unfaire Praktiken erarbeitet, sondern schlicht durch ein gutes Produkt. Die Plattform funktioniert zuverlässig, bietet faire Konditionen und wird von Millionen Menschen gerne genutzt – nicht, weil sie müssen, sondern weil sie wollen.
Ein Monopol ist dann problematisch, wenn es auf Zwang und Machtmissbrauch basiert. Bei Steam ist das Gegenteil der Fall: Es ist das beste und fairste Angebot auf dem Markt. Und solange das so bleibt, spricht nichts dagegen, dass Valve weiterhin an der Spitze steht."