Verblasst der Glanz von Steam? Nutzer sehen Update zu Reviews kritisch
Steam baut die Nutzerwertungen um und liefert nun mehr Noten. Neben der globalen Allzeitnote und den "kürzlichen Bewertungen" gibt es nun auch landesspezifische Durchschnittswerte. Die sorgen aber weiter für Diskussonsstoff.
Original-Artikel vom 19.08.2025: Steam hat Änderungen bei den Nutzerwertungen angekündigt, die auch ab sofort umgesetzt werden. Standardmäßig wird die Bewertung nun neben dem bislang bekannten Feld über eines mit dem gemittelten Schnitt auf Basis von User-Reviews in der eigenen Landessprache ergänzt.
Das sei "Teil unserer fortlaufenden Bemühungen, sicherzustellen, dass Steam-Nutzerbewertungen Kunden dabei helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen, wenn sie den Kauf eines neuen Spiels in Betracht ziehen."
Quelle: Valve
Bei Spielen, für die Steam sprachspezifische Bewertungsergebnisse generiert hat, wird dies auf der Store-Seite des Spiels angezeigt.
Insgesamt dürfte das der statistischen Verzerrung entgegenwirken, die man einfach bei einem globalen Produkt hat. Manch einem werden noch die Review-Schlachten in Erinnerung sein, die in PUBG zwischen "dem Westen" und chinesischen Spielern stattgefunden haben. Das ist nur eines zahlreicher möglicher Exempel.
Für Spieler relevant ist am Ende, dass man nun zusätzlich eine gefilterte Information hat, die auf Spielern der Landessprache basiert. Voraussetzung ist, dass genug Bewertungen in der jeweiligen Sprache vorliegen. Und in der Folge können Bewertungen auch mal deutlicher abweichen.
Quelle: Valve
Wenn Sie sich genauer informieren möchten, klicken Sie auf den Link "Sprachaufschlüsselung anzeigen", um eine detailliertere Ansicht nach Sprache und die Bewertungsnote zu sehen, die diese Kunden sehen werden.
"Diese Änderung betrifft Spiele, die mehr als 2.000 öffentlich sichtbare Bewertungen und mindestens 200 schriftliche Bewertungen in mindestens einer Sprache haben. Wir haben diese Schwellenwerte bewusst höher angesetzt als die 10 Bewertungen, die für die Berechnung der Gesamtbewertung erforderlich sind, da wir uns der sprachspezifischen Bewertung ziemlich sicher sein wollten, bevor wir sie den Nutzern anzeigen."
Das Team bei Steam ist sich sehr wohl bewusst, dass Änderungen an der Berechnung der Bewertungen argwöhnisch beäugt werden und das oberste Ziel sei, Vertrauen in die Steam User Reviews zu erzeugen und zu halten. Feedback sei jederzeit willkommen und werde geprüft. Am Ende wolle man vor allem Transparenz, und vergangenes Feedback habe unter anderem zu zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten geführt. Unabhängig von letzterem hat man sich aber das Ziel gesetzt, dass selbst ohne Klicks die Nutzerwertungen für Steam-Anwender sofort hilfreich sind.
Quelle: Steam
Japaner sind kritisch
Update vom 25.08.2025: Bei Steams neuer Darstellung von Nutzerwertungen nach Durchschnitt in der Landessprache ergeben sich die ersten Anomalien. So ist Spielern aufgefallen, dass japanische Nutzerbewertungen größtenteils negativ sind. Die exakten Hintergründe, warum das so ist, wurden zunächst nicht ermittelt, aber es machen sich die ersten Befürchtungen breit, dass durch die Filterung negative Effekte entstehen könnten.
"Egal welches Spiel ich überprüfte, die Mehrheit der japanischen Rezensionen war negativ", schreibt der japanische Streamer Shinjisan in seinem Beitrag auf X. "Wenn man sich jedoch tatsächlich ansieht, was in den negativen Rezensionen steht, wird man feststellen, dass viele davon überraschend vernünftig sind." Damit folgert man, dass es kulturell bedingt sein könnte, dass Japaner sich eher negativ öffentlich äußern, statt positiver Noten zu verteilen. Generell gesprochen ist das auch nicht ungewöhnlich: Das Internet ist tendenziell immer mehr mit Beschwerden gefüllt als mit zufriedenen Meinungen. Man vermutet aber, dass ein japanisch-zurückhaltendes "durchschnittlich gut" dort zwar als recht positiv aufgefasst wird, im Westen aber missverstanden werden könnte.
Shinjisan geht sogar noch weiter: "Steam-Rezensionen können den Verkauf eines Spiels erheblich beeinflussen, und offenbar haben einige Entwickler damit begonnen, darauf zu verzichten, Spiele während des Early Access oder am ersten Tag mit japanischer Sprachunterstützung zu veröffentlichen, um zu vermeiden, gleich zu Beginn eine Menge negativer Bewertungen zu sammeln." Ob das belegbar ist, bleibt aber zunächst fraglich, während der Streamer aber viel Zustimmung sammelt.
Nachweisbar ist für den Moment, dass Japaner bei guten Noten deutlich zurückhaltender sind und japanische Nutzerbewertungen sich in der Regel mit dem bewertenden Medium kritisch auseinandersetzen. Statistische Erhebungen legen nahe, dass 20 Prozent aller negativen Bewertungen auf Steam aus Japan stammen. Weltweit gemittelt kommt man auf 11,8 Prozent. Bei einem Extremfall - Dead by Daylight mit seiner recht eigenen Dynamik - kommt man auf weltweit 17 Prozent Negativbewertungen durch Nutzer und 45 Prozent in Japan.
Am Ende ist das wohl auch nur die erste Erkenntnis nach der Anpassung von Steam und Valve bat um Nutzerfeedback, dass man sich gewiss auch anschauen wird. Japan ist auch wegen der kulturellen Unterschiede zum Westen spannend aufzuzeigen, wie solche statistischen Erhebungen sich verschieben könnnen.
Quelle: Shinjisan auf X, Ankipan auf X, Riiko Oga (2021, 2022)
Viel Aufregung um nichts?
Update vom 02.09.2025: Frei nach dem Sprichwort "Das Gegenteil von 'gut' ist 'gut gemeint'" sehen einige Nutzer das Update zu den Nutzerwertungen auf Steam zunehmend kritisch, weil Valve nun standardmäßig die internationalen Durchschnittswertungen ausblendet und an ihrem Platz die Lokalwertung anzeigt. Das missfällt zahlreichen engagierten Steam-Anwendern, die sich ihrem Missmut Luft machen. Andere sehen es etwas entspannter.
In der Tat ist die Wahrnehmung der Änderung je nach eingestellter Sprache auf Steam auch verschieden. Speziell die englischsprachigen Länder stellen geringere Auswirkungen fest, während bereits ermittelt wurde, dass Japaner überaus kritisch sind. Manche sagen sogar, die Änderung ist gut, weil Review Bombing aus bevölkerungsstarken Ländern besser gefiltert wird.
Am Ende versteckt Steam auch nichts, sondern macht es nur anders zugänglich. Wer generell immer die weltweiten Nutzerreviews als Standard sehen will, geht über das Menü in die Einstellungen, navigiert zu Account und Details, dann Shopeinstellungen und findet dort "Bearbeiten" für "Themenfremde Rezensionen ausschließen und nach Sprache kategorisieren." Das stellt man auf "Rezensionen aller Steam-Käufer berücksichtigen." - Gut versteckt ist es gewiss, aber so zeigt der Steam-Shop standardmäßig wieder alle Nutzerwertungen in allen Landessprachen an und ermittelt auch den Durchschnittswert an allen zulässigen Reviews.

Aber ich bin bereit bei jeden Spiel, dass mit quicktime-events daher kommt und keine ordentliche Eingabe mit Maus und Tastatur ermöglicht eine schlechte Bewertung zu hinterlassen, aber nur wenn ich das Spiel gespielt habe, und ich bin immer bereit Cyberpunk als bestes Spiel überhaupt zu bezeichnen. Andere Gründe um überhaupt eine Bewertung zu hinterlassen gibt es für mich nicht. - Und ich hoffe, dass niemand Steam-Bewertungen ernst nimmt.