Steam Machine analysiert: Phoenix-2-APU, beschnittener Navi 33 und DDR5-5600 im Detail

In der Steam Machine steckt keine reine Zen-4-CPU: Ein Teardown von Gamers Nexus bringt eine mobile Phoenix-2-APU mit 2 × Zen 4 und 4 × Zen 4c zum Vorschein. PCGH schlüsselt APU, GPU, RAM und SSD jenseits der Datenblätter auf und zeigt, was wirklich im Wohnzimmer-PC von Valve steckt.

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Steam Machine analysiert: Phoenix-2-APU, beschnittener Navi 33 und DDR5-5600 im Detail
Quelle: Gamers Nexus

Spieler, die mit dem Gedanken spielen, sich eine Steam Machine ins Wohnzimmer zu stellen, dürften sich bei Preisen von 1.039 bis 1.428 Euro brennend dafür interessieren, was genau sich hinter der "Custom-CPU" und "Custom-GPU" sowie dem Speicherausbau verbirgt. In Zusammenhang mit dem echten Custom-Sillicon, wie es in Spielkonsolen wie der PS5 beziehungsweise der Xbox Series X|S zum Einsatz kommt, lassen sich diese beiden Hardwarekomponenten aber nur schwer bringen. Valve selbst wirbt hingegen mit:

  • Semi-Custom AMD Zen 4
    • mit 6C/12T und bis zu 4,8 GHz
  • Semi-Custom AMD RDNA 3
    • mit 28 CUs und bis zu 2,45 GHz
  • 16 GiB DDR5 RAM + 8 GiB GDDR6 VRAM

Doch was genau steckt dahinter und welche Technologien kommen für den Prozessor und die dedizierte Grafikeinheit zum Einsatz? Eine ausführliche Analyse sorgt jetzt für Klarheit.

Die CPU ist eine mobile APU

Was der Hersteller im offiziellen Datenblatt seiner neuen Steam Machine (PCGH-Test) als modifizierten Zen-4-Prozessor mit 6 Prozessorkernen und 12 Threads bezeichnet, hat sich in einem aktuellen Teardown von Gamers Nexus als Hybrid-APU ("Phoenix 2") herausgestellt, welche auf 2 × Zen 4 ("Persephone") und 4 × Zen 4c ("Dionysus") basiert und ohne seine IGP auskommt. Auf dem Papier bleibt es bei 6C/12T und bis zu 4,8 GHz, und dennoch ist die mobile APU mit 30 Watt alles andere als ein ausgewachsener Zen-4-Prozessor.

Bei der Custom-CPU der neuen Steam Machine handelt es sich um eine mobile Phoenix-2-APU von AMD. Quelle: Gamers Nexus Bei der Custom-CPU der neuen Steam Machine handelt es sich um eine mobile Phoenix-2-APU von AMD. Wer einen genauen Blick in die offizielle CPU-Datenbank von AMD wirft, findet dann ganz schnell heraus, dass es sich bei der "Semi-Custom-CPU" der neuen Steam Machine um eine Resteverwertung eines AMD Ryzen 5 7545U handelt, der es 100 MHz an Takt fehlt. Die restlichen Eckdaten sind gleich: 137 mm², 6 MiB L2 + 16 MiB L3 bei 30 Watt TDP.

Die GPU ist der Rest von Navi 33

Die dedizierte Grafikeinheit, welche nicht als separate Grafikkarte, sondern wie bei einem Notebook als auf dem PCB platzierter Grafikchip umgesetzt wurde, basiert auf AMDs kleinstem RDNA-3-Grafikprozessor, dem Navi 33, wurde aber noch einmal von 28 auf 32 Compute Units reduziert. Ein weiterer Blick verrät: Es handelt sich um Navi 33 LE und dementsprechend weniger um eine Radeon RX 7600 XT sondern um eine mobile Grafikeinheit, eine Radeon RX 7600M mit 1.792 FP32-Shadereinheiten.

Bei der Custom-GPU der neuen Steam Machine handelt es sich um eine AMD Radeon RX 7600M. Quelle: Gamers Nexus Bei der Custom-GPU der neuen Steam Machine handelt es sich um eine AMD Radeon RX 7600M. Damit liefert die GPU der Steam Machine in etwa 8,8 TFLOPS bei bis zu 2,45 GHz und einer TDP von 110 Watt, was letztlich nicht mehr als der mobilen Notebook-Mittelklasse des Jahres 2023 entspricht. Flankiert wird die GPU von 8 GiB GDDR6-Grafikspeicher, welcher mit einer Speichergeschwindigkeit von 16 GT/s oder umgerechnet effektiv 2.000 MHz arbeitet.

16 GiB DDR5-5600 nach JEDEC

Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass es sich bei der Steam Machine gemessen an der Hauptplatine eigentlich um eine Notebook-Plattform handelt, liefert diesen der verbaute Arbeitsspeicher. Hierbei setzt der US-Hersteller in aller Regel auf ein einzelnes SO-DIMM mit einer Kapazität von 16 GiB, wobei abhängig von der Liefersituation durchaus auch mal zwei Speichermodule mit einer Kapazität von je 8 GiB im Dual Channel zum Einsatz kommen können, so Valve. Geplant ist aber Single Channel mit 1 × 16 GiB DDR5-5600.

In der neuen Steam Machine kommen 16 GiB DDR5-5600 als SO-DIMM nach JEDEC-Norm zum Einsatz. Quelle: Gamers Nexus In der neuen Steam Machine kommen 16 GiB DDR5-5600 als SO-DIMM nach JEDEC-Norm zum Einsatz. Dabei handelt es sich wie bei den meisten OEM-Systemen um Arbeitsspeicher, dessen Timings der JEDEC-Norm entsprechen. Damit lässt der Hersteller das letzte Prozent an Performance zwar liegen, garantiert aber die höchstmögliche Stabilität.

Wer sich einen noch tieferen Einblick in die neue Steam Machine wünscht, sollte einen Blick auf das 30-minütige Teardown-Video von Gamers Nexus werfen. Nach unserer Analyse lässt sich noch einmal unterstreichen, was unser großer Test schon vorweggenommen hatte: Die Steam Machine hat ein echtes Preisproblem, denn mobile Mittelklasse-Hardware aus dem Jahre 2023 dürfte ab 1.039 Euro nur wenig Abnehmer finden. Auch FSR-4.1-Upsampling vollbringt keine Wunder, und so ist die Radeon RX 7600M in der Preisklasse nicht wettbewerbsfähig. Eine Empfehlung erhält die Steam Machine so nicht.

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Aber wie seht ihr das? Würdet ihr zum aktuellen Kurs zu einer Steam Machine greifen, oder seid ihr vom Wohnzimmer-PC enttäuscht? Die Redaktion von PCGH freut sich über eure Meinungen zum Thema und spannende und gesittete Diskussionen im PCGH-X-Forum. Weitere Details liefern der große PCGH-Test zur neuen Steam Machine und die entsprechende Themenseite unserer Website.

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Wer sich seine eigene Steam Machine im DIY-Verfahren aufbauen möchte, findet hier entsprechende Informationen.

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Quelle: Gamers Nexus

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    • Kommentare (15)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von belle Volt-Modder(in)
        Für 1400€ bekommt man ordentlich Leistung, auf die es sich zu sparen lohnt:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von QIX
        Und dafür 1.4K ist Rahm mit der Kelle über den brand name abschöpfen.
        Das Ding ist halt eben absolut grottenschlecht zusammengestellt. Niemand würde sowas empfehlen. Beim Speicher setzt man auf teuren DDR5 und kombiniert das mit einer recht grottigen CPU. Man gönnt sich eine dedizierte GPU, nimmt allerdings das Zeug von der Resterampe, das nicht gerade billig ist.

        Somit verliert das Ding gegen den Selbstbau haushoch und auch die meisten Fertig PCs sind wesentlich besser. Aber es sieht gut aus, das muß man dem Ding lassen.
      • Von Ganjafield BIOS-Overclocker(in)
        Wenn ich schon unbedingt einen tollen Mini-Wohnzimmer-Zocker-PC haben möchte, dann lieber gleich eine Zbox von Zotac.
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      • Von xXFiskXx Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Building a PC to BEAT the STEAM Machine!

        Selber Preis, deutlich mehr Leistung
      • Von GreenBlue19 PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Emil_Esel
        nintendo nutzt auch immer ältere hardware, hat aber die exklusiven games, das fehlt hier ja komplett. das timing für valve war halt komplette katastrophe. für n ganzen batzen weniger preis wäre das zumindest ne alternative zu den konsolen
        Valve braucht nicht wirklich excklusives zumal die meisten Leute doch eh schon eine mehr oder minder große Steam Bibilothek haben, das eigentliche Problem ist schlichtweg das das P/L Verhältnis eine absolute Katastrophe ist, älterer Kram wird darauf sicherlich laufen, aber mit aktuellen Titeln wird man mit den lausigen Specs nicht viel Freude haben

        Dazu kommt noch das Steam Spiele grundsätzlich nicht auf das persönliche Rechner Setup bis in die letzte Ecke optimiert sind wie das bei Konsolen Spielen der Fall ist, entweder dein "Rechner" bringt eben ausreichend Leistung für die Ansprüche die man hat oder eben nicht...

        Und bezüglich geringerer Preis... das Ding hat ja noch nicht einmal PS5 Specs, also den Preis sehe ich persönlich bei maximal 550€
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