Starfield analysiert: Wie sind die Gameplay-Elemente zu bewerten?

Privateer meets No Man's Sky: Bethesdas neuestes Open-World-Rollenspiel hebt in den Weltraum ab - mit über 1.000 Himmelskörpern, die auf einen Besuch warten. PCGH stellt das gezeigte Gameplay vor und wagt sich an eine Analyse.

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Starfield analysiert: Wie sind die Gameplay-Elemente zu bewerten?
Quelle: Microsoft

Ein Open-World-Rollenspiel ist ein undankbarer Kandidat für die einstündige Trailer-Show, die Microsoft im Rahmen der Nicht-E3 2023 am gestrigen Sonntag ausstrahlte. Weil aber keine anderen Veranstaltungen drängen beziehungsweise keine teuren Hallen angemietet werden mussten, zeigte Microsoft-Tochter Bethesda im Anschluss einen 45-minütigen Einblick in Starfield - dem SF-Rollenspiel für Xbox Series X|S und PC, auf dem - nicht nur - die Hoffnungen des Studios ruhen.

Über 1.000 Welten warten

Nicht kleckern, sondern klotzen - diese Devise verfolgte schon No Man's Sky mit 18.446.744.073.709.551.616 Welten. 18 Trillionen Planeten war selbst Bethesda etwas viel. So gibt es in Starfield überschaubare 1.000 Himmelskörper, die auf einen Besuch warten. Die studioeigene Creation Engine bekam dafür eine Generalüberholung - NPCs mit grausigen Gamebryo-Gesichtern sind Geschichte. Global Illumination in Echtzeit, ein neues Animationssystem und wahlweise Ego- oder Außenansicht setzen das Starfield-Universum schick in Szene. Bethesda-Urgestein Todd Howard zeigt uns einen Mini-Ausschnitt des Spiels, in dem wir eine Landegegend untersuchen, Ressourcen sammeln und in einer Mischung aus Borderlands und Cyberpunk 2077 auf Gauner ballern. Alsbald springt Howard durch die Menüs, die Gegenstände, Infos, Inventar, Waffen, Raumanzüge und Nahrung zeigen, dann kehrt er zurück in sein Raumschiff, wo er von einem Robo-Kumpanen mit Namen gegrüßt wird.

Eine eingelebte Zukunft

Ab hier übernimmt Art Director Istvan Pely, uns schon seit einem Bethesda-Besuch im Zuge einer Oblivion-Enthüllung bekannt. Für die Optik des Spiels kombinierten die Designer echte NASA-Infos, die sie in "geerdete Umgebungen" einbetten, die durchaus eingelebt wirken sollen. Nicht von ungefähr war das auch die Maxime der Star-Wars-Erfinder, an deren Werk wir mehr als einmal erinnert werden. Kein schlechtes Vorbild, versteht sich. Die größte Stadt, die wir je gebaut habenAuf einer Sternenkarte erblicken wir unser aktuelles Sonnensystem: sechs Planeten, ein paar von ein paar Monden umkreist. Einige sind unbewohnt, andere enthalten Ressourcen, wieder andere Quests. Für einen Trip nach Alpha Centauri machen wir den Grav-Drive bereit - es geht in die Stadt New Atlantis auf dem Planeten Jameson, Pardon, Jemison. "Das ist die größte Stadt, die wir je gebaut haben", frohlockt ein Designer. "Darin wollen wir so viele kleine Geschichten wie möglich erzählen, während die Stadtbewohner ihrem Alltag nachgehen." Und hier startet auch unser Abenteuer mit der Organisation Constellation.

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Heiße Jagd auf Artefakte

"Die Mitglieder von Constellation sind die letzten wahren Erforscher der Galaxie", sagt Lead Quest Designer William Shen. Sie suchen nach geheimnisvollen Artefakten, von denen wir eins gefunden haben und das uns in Kontakt mit Constellation gebracht hat - einer bunten Truppe, zu der Wissenschaftler, Weltraum-Cowboys und Theologen gehören. Ein kurzer Schwenk durch wichtige Story-Planeten erinnert uns an Privateer 2, das in mancher Hinsicht seiner Zeit etwas voraus war: New Atlantis ist auch das Zentrum der "Wahren Kinder der Erde", die sich als Nachfolger der Erdbewohner gerieren. Weiter geht's mit dem Armeestützpunkt Vanguard, auf dem Mars läuft Cydonia auf Hochtouren, der größte Minenkomplex der Galaxie. Neben den Vereinten Kolonien gibt es den sogenannten Freestar Space mit Orten wie Akila City - die Cantina aus Star Wars lässt grüßen - oder der Vergnügungsstadt Neon, die auch in Cyberpunk 2077 nicht fehl am Platze wäre. In vielen freien Systemen sind obendrein Splittergruppen, Piraten und Fanatiker wie die Crimson Fleet aktiv.

Heldenbau leichtgemacht

Bevor wir uns in die Story stürzen - oder sie in alter Tradition einfach links liegen lassen - müssen wir natürlich unseren Spielcharakter zusammenbasteln. Wie schon erwähnt, läuft das mit deutlich mehr optischen Details und Auswahloptionen ab. Gleichzeitig soll dieser Part zugänglicher denn je sein. Sind wir mit dem optischen Erscheinungsbild zufrieden, geht es an den "Hauptberuf" wie Erforscher oder Kybernetiker. Drei Hintergründe können sich nicht nur in Gesprächen als hilfreich oder hinderlich bemerkbar machen, drei optionale Eigenschaften ebenfalls. Unser Held ist beispielsweise ein Social-Media-Star der Zukunft und wird in einer Stadt prompt von einem Fan unter Beschlag genommen. Mit der gleichen Religion könnten wir an einer Wache vorbeikommen, ein Diplomat könnte sich aus einem drohenden Gefecht herausreden. Die Eigenschaften sollen sich im Spielverlauf auch ändern lassen.

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Fertigkeiten für Rollenspieler

Rollenspielkonform gibt es bei jedem Levelaufstieg einen Fertigkeitspunkt, der in fünf Talentbäume investiert werden will. Jede dort vertretene Fertigkeit besitzt vier Ränge, die nach einer Herausforderung aktiv werden. Und die das Spiel tatsächlich variantenreicher gestalten. So schwört ein Designer darauf, Aliens per Gedankenkontrolle zu überwältigen, ein anderer preist den Boost Pack, einen Raketenrucksack, mit dem man besonders Rollenspielkonform gibt es bei jedem Levelaufstieg einen Fertigkeitspunktauf Welten mit niedriger Schwerkraft beinahe permanent über seinen Gegnern schwebt. Noch ein anderer Entwickler ist ein Fan der Neurostrikes: scheinbar harmlose Faustschläge, die gewaltigen Schaden austeilen. Wer sich lieber durch gegnerische Raumschiffe und Stationen schleicht - auch kein Problem, ebenso wenig wie das Problemlösen per Diskussion. Und wem das alltägliche "Run and gun"-Gameplay nicht aufregend genug ist, der greift zu Granaten oder gar Maschinenkanonen und Raketenwerfern.

Captain, auf die Brücke!

Wer Ressourcen transportieren, durch Asteroidenfelder navigieren oder in Kämpfen die Oberhand behalten will, braucht das richtige Raumschiff. Auftritt Ryan Sears, seines Zeichens Lead Ship Artist: "Nachdem ihr ein Raumschiff gekauft habt, könnt ihr es individuell anpassen, aufrüsten und eine Crew anheuern." Das klappt in jedem Raumhafen, in dem sich stets ein dafür zuständiger Techniker befindet. "Ihr könnt dabei entweder ganze Systeme wie den Antrieb oder Cargo-Sektionen upgraden oder tief ins Detail einsteigen", sagt Sears. Die Wahl von Lackierung und Bauteilen spiegelt sich auch im Innern unseres Schiffs wider: Quartiere, Laderäume, Kantinen und Kommandozentralen verändern sich je nach gewähltem Upgrade. "Ihr könnt die Form eurer Schiffe ganz nach euren Wünschen gestalten", erklärt Ryan Sears. "Wir haben schon Spinnen- und Mech-Raumer gebaut." Bei der Besatzungswahl ist weises Entscheiden angesagt: Die Eigenschaften unserer Crew wirken sich auch auf unser Schiff aus. Dabei können sich zu unserer Mannschaft sogar Constellation-Hauptfiguren gesellen. Und, eindeutig von BioWares einstigen Glanzzeiten inspiriert: "Jeder eurer Begleiter hat eigene Quests - selbst Romanzen sind eine Möglichkeit."

Unendliche Weiten

Auch beim Raumkampf, der sowohl aufregend als auch gefährlich sein soll, setzen die Entwickler auf große Vorbilder. Wie einst in X-Wing dürfen wir die Schiffsenergie verschiedenen Bordsystemen zuteilen, sechs an der Zahl. Bei Piratenangriffen freuen sich die Schilde über mehr Power, ebenso die Triebwerke und Waffen. Mehr Saft für den Grav-Antrieb bedeutet ein schnelleres Springen aus einem System. In Raumkämpfen hilft uns eine Zielkontrolleinheit, die diese sechs Bordsysteme in gegnerischen Schiffen lokalisiert und aufschaltet. Diese Raumer können wir im Kampf in sammelbare Einzelteile zerlegen - oder entern. Gelingt es uns, die gegnerische Mannschaft auszuschalten, können wir das Schiff unserer Flotte hinzufügen. Und dann waren da noch gewaltige Raumstationen, Schlachtschiffe oder interstellare VIP-Kreuzer, an die wir andocken und sie erkunden können. Kleinere Begegnungen im All gefällig? Reden, Handeln oder ein zünftiger Überfall sind jederzeit drin, so wie auch eine spontane Einladung zum Essen, die von einem Schiff an uns ergeht. Die Begegnungen mögen zufällig, die Quests sollen hingegen allesamt handgemacht sein.

Bildergalerie

Mondbasis Alpha Eins

Wer in Fallout 4 seine Zeit am liebsten mit dem Bau einer Basis verbracht hat, kann aufatmen: Auch diese Funktion steckt in Starfield. Vor dem Basenbau empfiehlt es sich, den Planeten auf nutzbare Ressourcen oder Tierwelt zu scannen, denn: Die Planeten sind zwar prozedural erschaffen, doch ihre Inhalte, die sich bei der Erforschung offenbaren, sind handgemacht. So kann die gleiche Welt bei zwei Spielern komplett unterschiedliche Geschichten hervorbringen. Davon abgesehen: Ein eigener Außenposten wird auf einer unbewohnten Welt tendenziell eher florieren als auf einer, auf der sich bereits zahlreiche Gruppen um die Rohstoffe balgen. Außerdem gibt es Boni für das vollständige Erforschen eines Planeten. Der Basenbau selbst soll etwas zugänglicher als in Fallout 4 ablaufen: Forschungs-, Wohnmodule und Co. lassen sich aus der Draufsicht aneinander setzen, für den Innenausbau und die Details gibt's dann die Ego-Perspektive. Und wie bei den Raumschiffen bringt die Bodencrew ihre eigenen Boni mit. Erwähnten wir den Fotomodus, der die kinoartige Beleuchtung des Starfield-Universums überall im Spiel zur Geltung bringen soll?

Ballern mit Taktik

Nicht jeder mag viele Stunden im Basenbau versenken - viele versenken lieber Projektile in ihren Gegnern. Auch an sie ist gedacht, mit der Herstellung, Erforschung und Modifikation von Waffen. Je nach Spielweise nehmen wir so beispielsweise die richtige Munition, Griffe und Schalldämpfer mit in den Einsatz. Oder wie wäre es mit dem Alien-Meucheln mit einer Nahkampfwaffe? Die Designer haben das aus früheren Spielen bekannte Kampfsystem generalüberholt: Es soll dynamischer und flüssiger als bisher zur Sache gehen - mit mehr Mods und Waffen als in jedem anderen Spiel des Teams. Die richtige Ausrüstung ist auch eine Funktion der Umwelt: Wir erwähnten bereits die Boost Packs, doch wer in der Schwerelosigkeit ein gegnerisches Raumschiff entert, wird vom Rückstoß einer herkömmlichen Waffe nach hinten gedrückt. Eine Strahlenwaffe wäre hier die bessere Wahl. Pistolen, Maschinengewehre, Scharfschützengewehre, Mag-Waffen und Raketenwerfer - kein Wunder, dass das Auswahlrad in jeder Richtung bis zu drei Unterabteilungen hat.

Unser Fazit

Alles richtig gemacht, Microsoft und Bethesda. Nach den bisherigen Trailern und Mini-Filmchen war der Starfield-Besuch in TV-Episodenlänge genau richtig. Die Dreiviertelstunde verging wie im Fluge, die Informationen prasselten nur so auf uns ein. Nun muss sich nur noch zeigen, ob die gezeigten Einzelteile Starfield bleibt ein echtes Singleplayer-Rollenspieldes Spiels ein großes Ganzes ergeben - und wie die Mischung aus prozedural erstellten Welten und handgebauten Inhalten funktioniert. Bietet die Erforschung des Weltalls genug Tiefe, um uns wie in früheren Bethesda-Spielen von der Hauptgeschichte fernzuhalten?

Auch, wenn die Jagd nach Artefakten nicht die ausgefallenste Idee ist: Starfield sieht wirklich schick und durchdacht aus. Raumschiff- und Basenbau, Erforschung unbekannter Welten, Zufallstreffen mit Menschen und Aliens - wer nur einen Hauch Interesse am SF-Genre ist, ist hier goldrichtig. Und anders als ehemalige Solo-RPGs wie Diablo, das in seiner neuesten Ausgabe zu einem keineswegs schlechten Online-Spiel mit stets sichtbaren Mitspielern mutiert ist, bleibt Starfield ein echtes Singleplayer-Rollenspiel. Besser ist das - ein Spiel, dessen Weltraum von Mitspielern unsicher gemacht wird, die einem den Spielspaß verleiden wollen, muss echt nicht sein.

Übrigens: Während Chris Roberts mit seinem Team seit über zehn Jahren an Star Citizen werkelt und schon eine halbe Milliarde Dollar darin versenkt hat, ohne einen Erscheinungstermin zu nennen, geht Starfield schon in knapp drei Monaten an den Start: am 6. September 2023 ist es so weit. Ob wir allerdings die minimal alberne Spezialedition mit Starfield-Uhr, den Starfield-Controller und das Starfield-Headset brauchen, sei dahingestellt.

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    • Kommentare (11)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von xDave78
        Ich schon...
        Sieh dir nochmal meinen Namen an ?.
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von xDave78
        Ich schon...
        Sieh dir nochmal meinen Namen an ?.
      • Von xDave78 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Schinken
        Nicht, dass ich wüsste oO.
        Ich schon...
      • Von rum BIOS-Overclocker(in)
        Sieht nicht schlecht aus.
        Vielleicht das erste Spiel seit längerem, wo ich direkt Bock hätte ein paar Stunden Lebenszeit zu investieren.
        Wo bleibt eigtl. XCom 3, Civ 7 und BG 3?
        narf ..
      • Von Schori Volt-Modder(in)
        Die XP Anzeige hat mich etwas genervt.
        Aber gefühlt glänzt seit dem letzten Trailer nicht mehr alles so sehr. Immerhin.
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von xDave78
        (...)

        Zum Glück kommt der Schinken in den Gamepass...
        Nicht, dass ich wüsste oO.
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