Star Wars Jedi: Fallen Order auf der E3 2019 - Jedi Knight, Uncharted oder Titanfall 2?
Star Wars, Action und Abenteuer: Das klingt nach einem garantierten Erfolgserlebnis. Kann Star Wars Jedi: Fallen Order die hohen Erwartungen erfüllen? Unser US-Korrespondent Roland Austinat hat sich das Spiel auf dem EA-Play-Event im Rahmen der E3 2019 in Los Angeles angesehen.
Action-Adventures im Star-Wars-Universum haben es schwer: Disney machte 2012 LucasArts' interne Entwicklungsabteilung dicht, die unter anderem am höchst vielversprechenden Star Wars 1313 gearbeitet hatte. Uncharted-Entwicklerin Amy Henning war Teil eines Teams bei EA Vancouver, das ebenfalls an einem Star-Wars-Action-Adventure gearbeitet hatte - und dessen Entwicklung ebenfalls gestoppt wurde.
Wir konnten einen 30 Minuten langen Blick auf das live gespielte Fallen Order werfen.
Rettung naht in Form von Star Wars Jedi: Fallen Order, das derzeit beim südkalifornischen Studio Respawn Entertainment entsteht, bekannt für Apex Legends und die zwei Titanfall-Teile. Dazu später mehr. Auf dem EA-Play-Event im Umfeld der E3 2019 in Los Angeles konnten wir einen 30 Minuten langen Blick auf das live gespielte Fallen Order werfen - deutlich länger als die Szenen, die Electronic Arts zu Beginn von EA Play ins Netz gestellt hatte.
Mein Freund, der Roboter
Held von Fallen Order ist Nachwuchs-Jedi Cal Kestis. Und der ist nicht allein unterwegs: Sein an WALL·E erinnernder Robotergehilfe BD-1 ist schon in der ersten Spielszene im "River of Origin" mit von der Partie. In einem Fluss! Da wird jeder Smartphone-Hersteller neidisch, der seine Produkte gerne wasserdicht herstellen würde.
Cal und sein Kumpel wollen einen imperialen Walker stürmen, der durch den besagten Fluss auf dem Wookie-Planeten Kashyyyk stapft, weil, nun, weil das eben cool aussieht. Sie kraxeln dazu die Ranken auf der Oberfläche des Monstrums empor - gut, dass die Wartungscrew beim Putzen des Transporters geschlampt hat.
Wir klettern mal hoch, mal nach rechts, mal nach links und haben schließlich den kompletten Walker umrundet und landen auf dessen "Rücken". Dort springen wir in eine praktischerweise aufgeschlossene Luke, um drei Sturmtruppler mit Machtstößen, Tritten und herzhaften Schlägen unseres Lichtschwerts auszuschalten. Besonderen Applaus gibt es für einen kernigen Finishing Move unseres Helden.
Ballern ohne Unterlass
Inzwischen sind wir im Cockpit des Walkers angekommen, haben die zwei Piloten schlafengelegt und sitzen selbst am Steuer. Wir ballern in einer an Titanfall 2 erinnernden Dschungellandschaft einen zweiten Walker zu Alteisen, wobei unsere Laser und Geschütze wie in einem guten, alten Battlemech schnell überhitzen und dann eine kurze Abkühlpause brauchen.
Mittendrin springt Rebellenkämpfer Saw Gerrera - ein alter Bekannter aus dem Kinofilm Rogue One - auf unsere Kühlerhaube und sichert uns Unterstützung aus der Luft zu. Alsbald nehmen wir eine imperiale Basis ins Fadenkreuz und darin ein großes Raumschiff, das zwar zu Bruch geht, aber dabei auch unseren Walker mit zu Boden reißt - was wir als Jedi-Novize natürlich ohne Blessuren überleben.
Milchbubiger Held
Szenenwechsel: Wir finden uns im Cargo-Bereich der gegnerischen Basis wieder. Neben Saw Gerrera treffen wir dort auf zwei unserer Freunde, die mit Cal Kestis' Raumschiff dort gelandet sind. Ein kurzer Abstecher ins Innere des Schiffes offenbart eine Sternenkarte mit zahlreichen anderen Planeten, die allerdings noch nicht auf dem Programm stehen. Denn wir suchen einen Freiheitskämpfer, der sich auf Kashyyyk verstecken soll.
Bei den Dialogen der Hauptakteure fällt uns eins auf: Sie sind zwar prima animiert, doch die Gesichter unserer Gesprächspartner sehen besser aus als der arg milchbubige Cal Kestis - der erinnert eher an den Helden einer Vorabendzeichentrickserie. Die Umgebung sieht hingegen deutlich schmucker aus, aber schon fast zu schmuck: Der verfallen-schmutzige Touch, den wir aus den Star-Wars-Filmen kennen, ist zumindest in diesem Abschnitt nirgendwo zu sehen.
Quelle: EA
Star Wars Jedi: Fallen Order - Jedi Knight, Uncharted oder Titanfall 2?
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Drehen, hangeln, rennen
Wir sprinten derweil auf der Suche nach einer Energiequelle durch einen Waldbereich, in dem diverse Wracks und Schrottteile herumliegen. Munter kappen wir Kabelstränge mit dem Lichtschwert, das auch kurz darauf gegen ein vorwitziges Wyyyschokk-Spinnenmonster zum Einsatz kommt. BD-1 entdeckt derweil im Altmetall die Overcharge-Fähigkeit, mit der technische Gerätschaften auf sein Kommando hören.
Etwa ein Metallbalken, der nach einer Drehung um 90 Grad einen Abgrund überbrückt und unter dem wir dann per Seilrutsche entlangsausen. Oder eine riesige Metallscheibe, die um 90 Grad gedreht zwei Plattformen verbindet, und über die wir dann per Wandsprint Die Umgebung sieht hingegen deutlich schmucker aus, aber schon fast zu schmuck.
eilen - die Fabrik aus Titanfall 2 lässt in beiden Fällen grüßen. Schließlich schwingen wir wie weiland Pitfall Harry an einer Liane über einen weiteren Abgrund und legen zum Abschluss einen Doppelsprung hin. Etwas über uns warten bereits unsere Rebellenkollegen - wie auch immer die so schnell hergekommen sein mögen. Sie deuten auf eine imperiale Fabrik, in der einige Wookiees festgehalten werden.
Die Macht ist mit uns
Bei der nun folgenden Befreiungsaktion zeigt Cal Kestis, was er draufhat: Er öffnet ein Schott mit einem Machtstoß, beleuchtet mit seinem Lichtschwert einen Balanceakt über einer Art Abflussrohr und wirft es dann auf zwei Angreifer, bevor er damit die Schüsse eines dritten Angreifers zurückschleudert. Nun wird es wild: Erst ziehen wir einen Gegner an uns heran, um ihn dann in die Tiefe zu werfen. Dann verlangsamen wir die Zeit, just nachdem ein fünfter Sturmtruppler auf uns geschossen hat, ziehen ihn zu uns heran, sodass ihm sein eigener Schuss den Garaus macht.
In der Fabrik sausen wir per Machtsturm auf Gegner zu, frieren erneut die Zeit ein und erledigen die reichlich tumben Weißhelme - einen schlagen wir kurzerhand in zwei Hälften. Weiter geht es gegen einen Purge Trooper, der mit einem Vibro-Stab auf uns einprügelt. Doch auch er segnet nach kurzem Kampf das Zeitliche.
Der nächste Schauplatz der schwer linearen Vorführung ruft: Ein Außenbereich, in dem Sturmtruppler mit Flammenwerfern gegen Flammenkäfer kämpfen. Arg abgelenkt sind sie keine Herausforderung für unsere Jedikräfte. Mit einem Machtstoß lassen wir sogar einen Insektenjäger mit einem anderen Sturmtruppler kollidieren, woraufhin der Benzintank des ersten Gegners in die Luft geht. Die daraus resultierende Explosion bläst beide ins Jenseits.
Es geht um die Wurst
Langsam geht's auf die Zielgerade: Wir kraxeln eine gewaltige Vortriebsmaschine hoch, BD-1 schaltet sie in einen Nonstop-Modus und damit weiter ins Gestein, woraufhin wir eine Öffnung erblicken. Im Gang dahinter dreht sich zwar ein riesiger Ventilator, doch mit Hilfe der Macht halten wir auch den an, huschen vorbei und sehen, wie Sturmtruppler gegen zwei Wyyyschokks kämpfen. Klar, dass wir Mensch und Tier plätten.
Wir springen nun über eine sich drehende, horizontale Riesenschraube, die wir machtvoll angehalten haben - diese Fähigkeit hätten wir auch in der Fabrik in Titanfall 2 gebrauchen können. Wir klettern, rennen und hauen, was das Zeug hält, bis wir einen dritten und letzten Fertigkeitspunkt verdient haben, den wir allerdings immer noch nicht nutzen. Unser Abenteuer endet im Gefangenentrakt, wo wir die zu rettenden Wookiees erspähen - was einem KX-Wachdroiden allerdings gar nicht gut gefällt ...
Fazit: Fallen Order
So geleckt-gut Fallen Order aussieht, so leicht wirkt es: Sturmtruppler und Elitekämpfer fallen um wie die Kegel beim Bowling, selbst mehrere Spinnenmonster gleichzeitig können unserem Helden nichts anhaben. Kein Wunder, dass Vorspieler Paul von Respawn keinen der gewonnenen Fertigkeitspunkte aktiviert - wobei der Fertigkeitsbaum auch noch reichlich unfertig aussah. Vielleicht kannte Cal Kestis einfach nur alle Tricks, die man normalerweise erst am Ende des Spiels beherrscht?
So geleckt-gut Fallen Order aussieht, so leicht wirkt es
Doch das sind - noch - Kleinigkeiten. Wichtiger ist der Abwechslungsreichtum der linearen Geschichte, die wir in der halben Stunde hinter verschlossenen Türen zu sehen bekamen. Und der ist immens: Wir klettern, springen, rennen, schießen und nutzen die Macht in Innen- und Außenleveln, dass es eine wahre Freude ist. All das sieht wie schon gesagt deutlich schicker als im großen Vorbild Jedi Knight aus.
Wer Fallen Order außerdem primär mit der Uncharted-Reihe vergleicht, offenbart, dass er die brillante Kampagne des sträflich unterschätzten Titanfall 2 nicht gespielt hat. Etliche der Fallen-Order-Szenen wären auch in Respawns unbedingt empfehlenswerten Mech-Spektakel nicht fehl am Platz gewesen. Kein schlechtes Vorbild. Dazu dann noch die Jedi-Knight-Lichtschwert-Action - und der 15. November kann kommen.


Ich war seinerzeit extrem positiv überrascht von der Kampagne von Titanfall 2. Die hat richtig Laune gemacht und hatte hier und da durchaus einen knackigen Schwierigkeitsgrad. Von daher bin ich guter Dinge was Fallen Order angeht.
Ich war seinerzeit extrem positiv überrascht von der Kampagne von Titanfall 2. Die hat richtig Laune gemacht und hatte hier und da durchaus einen knackigen Schwierigkeitsgrad. Von daher bin ich guter Dinge was Fallen Order angeht.
Aber: Das war auch gut so und macht auch heute noch Spaß.
Ich hoffe einfach inständig das EA es NICHT schon wieder in den Sand setzt und zur Abwechslung mal ein gutes Star Wars Spiel erscheint.
Das Spiel wird von Respawn Entertainment entwickelt, deren Titanfall 2 ich allen sehr warm ans Herz legen möchte. Ich persönlich bin da kein Mitglied der Nörgelfraktion.
Und war Jedi Knight jetzt so ein Open-World-Spiel? Oder selbst Uncharted?
Aber: Das war auch gut so und macht auch heute noch Spaß.
Ich hoffe einfach inständig das EA es NICHT schon wieder in den Sand setzt und zur Abwechslung mal ein gutes Star Wars Spiel erscheint.