Erstes Modell der neuen Raumschiffsammlung da: Titan-A aus Picard im Review

Die offiziellen Raumschiffssammlungen wurden 2022 mit der Pleite von Eaglemoss unvermittelt eingestellt. Nun geht es bei Fanhome weiter. Die neue Reihe startet mit der U.S.S. Titan-A aus der dritten Staffel Star Trek: Picard. Ich habe sie mir genauer angeschaut.

4
Special Benjamin Gründken Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Erstes Modell der neuen Raumschiffsammlung da: Titan-A aus Picard im Review
Quelle: PCGH

Die Nerds unter Ihnen kennen vermutlich noch die offizielle Raumschiffssammlung. 2014 via Abo und im Zeitschriftenhandel gestartet, wuchs sie über die Jahre auf einige Hundert Raumschiffe. Von den klassischen Star-Trek-Serien und -Filmen ist praktisch jedes Modell dabei. Hinzu kamen diverse Specials, Sonderausgaben und schließlich deutliche größere XL-Modelle. Erst waren es einzelne, dann schien es, als wolle man die ganze Kollektion noch mal in Groß herausbringen. Parallel dazu kam die Discovery-Reihe mit Modellen grob in den Dimensionen der bisherigen Specials. Diese wurde nach 33 Ausgaben eingestellt und in einer Universe Collection fortgeführt, die weitere Serien wie Picard aufgriff.

Die Starship Collection um Star Trek: Lower Deck brachte es 2022 auf nur noch drei Modelle: die U.S.S. Cerritos als XL-Version, die U.S.S. Titan und die U.S.S. Vancouver. Ich gehöre vermutlich mit zu den letzten Fans, die sie in Empfang nehmen durften, da Eaglemoss bzw. Hero Collector kurz nach Auslieferung pleitegingen. Den Shop hatte man praktisch über Nacht abgestellt. Einige Modelle, darunter unveröffentlichte, landeten später bei Master Replicas. Das war aber nur die Resterampe, keine Fortführung der Reihe.

Hinweis: Es handelt sich um kein Review der PCGH-Testredaktion, sondern um einen in der Freizeit geschriebenen Text des Autors, der großer Star-Trek-Fan ist. Das Modell wurde regulär im Rahmen des Abos gekauft.

Offizielle Raumschiffssammlung geht weiter

Schiff und Ständer sind sicher in Styropor verpackt. Quelle: PCGH Schiff und Ständer sind sicher in Styropor verpackt.

Im vergangenen Jahr fand die Sammlung mit Fanhome eine neue Heimat. Der Anbieter macht ungefähr da weiter, wo Eaglemoss aufhörte. Der Fokus liegt nach bisherigen Ankündigungen auf Picard Staffel 2 und 3, Strange New Worlds sowie Prodigy - Stichwort Voyager-A. Auch Discovery und Lower Decks sollen abgerundet werden. Fans aus den USA besitzen viele der Modelle längst.

Nun ist die Sammlung in Deutschland erschienen. Man kann die Modelle über die Webseite von Fanhome entweder einzeln kaufen oder als Teil des Abo-Modells. Von 20 Ausgaben war zuletzt die Rede. Neben Raumschiffen wie der U.S.S. Titan NCC-80102-A und der U.S.S. Stargazer NCC-82893 in der regulären Größe sind XL-Specials angedacht, darunter die Enterprise-G (effektiv eine größere Titan-A) und die Voyager-A. Sie erscheinen nicht mehr separat, sondern sind alle Teil derselben Sammlung.

Einzeln kosten die Modelle 59,99 Euro, im Abo werden 49,99 Euro fällig - nur die erste Lieferung ist noch mal 10 Euro billiger. Die XL-Modelle schlagen mit 74,99 Euro beziehungsweise einzeln mit 84,99 Euro zu Buche. Angefangen hatte Eaglemoss 2014 meinen Erinnerungen nach bei 16 Euro, den Preis aber immer weiter in die Höhe geschraubt. Die ursprüngliche Sammlung war aber auch kleiner, maß maximal 15 Zentimeter. 15 bis 25 Zentimeter sollen die neuen Schiffe aufbieten, bis 30 die XL-Versionen.

U.S.S. Titan-A in der Galerie

U.S.S. Titan-A zum Start: Tolles Modell, aber nicht der ursprüngliche Umfang

Der Schriftzug ist sauber aufgedruckt, auch Phaserstreifen und Co. sind vorhanden. Quelle: PCGH Der Schriftzug ist sauber aufgedruckt, auch Phaserstreifen und Co. sind vorhanden.

Da ich Picard Staffel 3 und Strange New Worlds mit Einschränkungen etwas abgewinnen kann, schloss ich vor einigen Wochen das Abo ab. Discovery und "Universe" hatte ich damals bewusst ausgelassen. Mitte vergangener Woche erreichte mich nun das erste Modell der Sammlung in Form der U.S.S. Titan NCC-80102-A, das Heldenschiff der dritten Picard-Staffel.

Unter anderem die Enterprise-F kommt als XL-Version. Quelle: PCGH/Fanhome Unter anderem die Enterprise-F kommt als XL-Version.

Neben der Titan fand ich im Karton einen Ausblick auf künftige Veröffentlichungen und die Abo-Geschenke, die mich erwarten, sowie das schon bei Eaglemoss obligatorische Begleitheft. Bei der ursprünglichen Starship Collection hatte dieses noch DIN-4-Format, wurde aber schon bei der Discovery-Sammlung und Nachfolgern um ein gutes Drittel verkleinert. An diesem Formfaktor hält Fanhome grob fest, nicht aber an der bisherigen Papierqualität. Das freut meinen überladenen Ordnerschrank, aber mindert den Wert der immer teurer werdenden Sammlung. Auch werden die Hefte erneut nicht ins Deutsche übersetzt. Eine Übersetzung bot zumindest noch die originale, am Kiosk erhältliche Raumschiffsammlung.

Noch eine Sparmaßnahme: Der bekannte schwarze Ständerfuß hat auf der Rückseite keinen silberfarbenen Aufkleber mit Schiffsbezeichnung mehr. Das mag nach dem Aufstellen nicht weiter stören, aber nach meinem letzten Umzug und einigen in der Umzugskiste abgestürzten Raumschiffen fand ich den Sticker zur Zuordnung der jeweiligen Halterung hilfreich. Davon ab steigern Details wie diese den Sammelwert.

Viele Details, doch die gewohnten Fehldrucke

Leider sind die Fenster teils neben den dafür vorgesehenen Vertiefungen aufgedruckt. Quelle: PCGH Leider sind die Fenster teils neben den dafür vorgesehenen Vertiefungen aufgedruckt.

Das eigentliche Modell kommt gewohnt hochwertig daher. So besteht die Untertasse aus Druckguss, während der Sekundärrumpf und die Gondeln anscheinend aus Kunststoff gefertigt wurden. Die Abdeckungen der Warpspulen und die Bussardkollektoren hat der Hersteller durch blau- und rot-transparente Elemente realisiert.

Zahlreiche Details sind über Drucke umgesetzt, darunter die Phaser-Streifen und Phaser-Türmchen (die Neo-Constitution-Klasse hat interessanterweise beides), die Transporteremitter, Fenster, Schriftzüge und Hüllenstrukturen. Leider findet man die Fensterdrucke teilweise neben den dafür vorgesehenen Vertiefungen im Modell. Dieser Makel verunzierte schon so manches Schiff vorheriger Eaglemoss-Sammlungen.

Alte und neue Sammlung im Größenvergleich

Die neue Sammlung zählt zu den größeren. Quelle: PCGH Die neue Sammlung zählt zu den größeren.

Ich habe für das Review einige alte Modelle aus der Vitrine geholt. Dabei handelt es sich um die kleine Enterprise-A aus der ursprünglichen Sammlung, das schon größere NX-01-Refit als Teil der ursprünglichen Specials, Rikers U.S.S. Titan NCC-80102 aus der nur drei Ausgaben umfassenden Lower-Decks-Sammlung und die Enterprise-A als XL-Modell. Der Größenvergleich zeigt, dass man mit der rund 22 Zentimeter langen Titan-A auf dem Niveau späterer regulärer Eaglemoss-Sammlungen bleibt, sprich: Universe, Discovery und Lower Decks. An die XL-Versionen kommt man nicht heran, aber es kommen ja eigene.

Eine Preissteigerung gegenüber der ursprünglichen Raumschiffsammlung mit ihren Mini-Modellen ist sicherlich gerechtfertigt, allerdings sind 49,99 Euro kein Pappenstiel, zumal man die Hefte nicht wieder vergrößert hat, beim Papier spart, beim Sticker auf der Ständerbasis den Rotstift angesetzt hat und die Fehldrucke der Fenster ein ungelöstes Problem bleiben. Zum Vergleich: Die ähnlich großen Specials der Hauptsammlung (wie die gezeigte NX-01) mit DIN-A4-Heften samt deutscher Übersetzung kosteten zunächst rund 30 Euro.

Heft mit Hintergründen

Dafür erfährt man spannende Details zur Entstehung des Schiffs (Unkenntlichmachung von uns). Quelle: PCGH/Fanhome Dafür erfährt man spannende Details zur Entstehung des Schiffs (Unkenntlichmachung von uns).

Immerhin ist das Heft gewohnt informativ, wenngleich einen bei den 15 bildlastigen Seiten kein langes Lesevergnügen erwartet. Man erfährt darin etwas über die Entstehungsgeschichte des Schiffs. Showrunnter Terry Matalas wollte demnach ein Heldenschiff, das an die 2015 von Bill Krause designte U.S.S. Shangri-La erinnert. Das ist ein ursprünglich unkanonischer Raumer aus dem späten 23. Jahrhundert mit Anleihen von der Constituion- und Miranda-Klasse. Ein physisches Modell hängt an Bord der Titan-A in der Vitrine.

Die Titan-A erinnert tatsächlich an die Schiffe der klassischen Kinofilme, ergänzt jedoch um die typischen Elemente des späten 24. Jahrhunderts wie die erwähnten Phaser-Streifen und Transporteremitter. Ich selbst sähe es lieber, hätte man die schlanke Designsprache der Intrepid-, Nova- und Prometheus-Klasse für das 25. Jahrhundert weiterentwickelt. Anders als die teils stark deformierten Raumschiffe aus Star Trek: Online ist die Titan-A jedoch gut proportioniert. Daher findet sie im Gegensatz zur Discovery und ihren nicht ins 23. Jahrhundert passenden Schwesterschiffen einen Platz in meiner Vitrine.

Abschließende Gedanken

Wie lange ich das Abo laufen lasse, muss sich erweisen. Es kommen noch einige Modelle und Abo-"Geschenke", die mich interessieren. Spätestens bei den 75 Euro teuren XL-Versionen dürfen Fehler wie falsch aufgedruckte Fenster aber nicht mehr passieren. Ich befürchte zudem, dass sich aus der Fanhome-Sammlung erneut eine unendliche Geschichte entwickelt. Bei den originalen Star-Trek-Serien machte ich das noch mit. Einerseits wegen des niedrigeren Preispunktes, andererseits wegen der ansehnlichen Modelle.

Nur: Viele der neueren Designs halte ich für generisch. Darunter litten nach meinem Dafürhalten schon die Discovery- und Universe-Collection, die sich mit ihrem monatlichen Turnus dem Zwang aussetzten, auch bloß jedes Schiff zu bringen. Es ist nur eine Spekulation meinerseits, aber ich könnte mir vorstellen, dass sich Fans für viele Modelle aus den ungeliebten Serien nicht mehr begeisterten (oder den dafür aufgerufenen Preis) und Eaglemoss im großen Stil darauf sitzen blieb.

Sollte Fanhome mit den Top-Schiffen durch sein und nach den ersten 20 Veröffentlichungen dazu übergehen, die Frankensteinflotte als 50-Euro-Modell umzusetzen, bin ich vermutlich raus. Andererseits stehen neue Staffeln von Strange New Worlds mit hoffentlich guten Vorlagen in den Startlöchern. Zudem zwingt niemand Fanhome, die Reihe um jeden Preis zu verlängern oder das Veröffentlichungstempo dauerhaft beizubehalten. Aus den Fehlern des Vorgängers hat man hoffentlich gelernt.

U.S.S. Titan-A in der Galerie



Was halten Sie von solchen Sammlungen? Rausgeworfenes Geld, ein Muss für Fans oder bleiben Sie bei einzelnen, ausgewählten Modellen? Lassen Sie es uns gerne in den Kommentaren wissen. Alle Details zum Abo und zu den Konditionen liest man auf der deutschsprachigen Webseite von Fanhome. Eine Alternative dazu sind die Star-Trek-Modelle des Lego-Rivalen Bluebrixx. Seit dem Lizenzaus sind aber nur noch wenige Sets im Handel.

4
    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von KnaTTerMaxe Freizeitschrauber(in)
        ... ein "Dankeschön" für diesen Artikel - auch wenn er so gar nicht hierher passt (wie viele meinen werden)
      • Von KnaTTerMaxe Freizeitschrauber(in)
        ... ein "Dankeschön" für diesen Artikel - auch wenn er so gar nicht hierher passt (wie viele meinen werden)
      • Von T-MAXX Volt-Modder(in)
        Komisch, ich bin zwar Star Trek Fan, aber habe bis heute nicht ein Modell das dem Star Trek Universum stehen.
      • Von SFT-GSG BIOS-Overclocker(in)
        Hab irgendwann das Abo gekündigt weil ich zig Modelle hatte, aber keine Platz mehr. Staubt alles im Keller vor sich hin. Inkl. Borg Kubus, der aber ziemlich billig wirkt.
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        Hat hier jemand "Titan A" gesagt?

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        MfG
        Raff
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk