Was PC-Spieler wirklich an "cineastischen" 30 Fps stört: Ein Kommentar von Stephan Wilke
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne berichtet ein Redakteur über ein IT-Thema, das ihn in der vergangenen Woche bewegt hat. Zum Abschluss dieser Woche äußert sich Stephan Wilke über die Auflösungs- und Fps-Debatte rund um Xbox One, Playstation 4 und PC.
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne berichtet ein Redakteur über ein IT-Thema, das ihn in der vergangenen Woche bewegt hat: Heute äußert sich Stephan Wilke über die Auflösungs- und Fps-Debatte rund um Xbox One, Playstation 4 und PC.
In den vergangenen Wochen wurde mehrfach darüber diskutiert, welche Auflösung und Framerate bestimmte Multiplattformspiele auf einer Plattform erzielen. Für Kritik sorgt häufig, dass neue Spiele für Xbox One und Playstation 4 auf 30 Fps und bisweilen auch nicht für 1080p ausgelegt sind und diese Design-Entscheidungen auch Auswirkungen auf die PC-Version haben. Im Folgenden möchte ich die Situation aus unterschiedlichen Standpunkten beleuchten, denn da ich seit über 20 Jahren sowohl auf PCs als auch Konsolen spiele, kenne ich beide Seiten.
Die PC-Spieler-Sicht:
Eigentlich könnte es einem PC-Spieler komplett egal sein, wie bestimmte Spiele für die Konsolen programmiert werden - die Version für Xbox One oder Playstation 4 bekommt ein PC-Spieler schließlich nicht zu Gesicht, wenn er sich die PC-Version zulegt. Wer sich als PC-Spieler über die Darstellung eines Spiels auf der Konsole echauffiert, schießt am Ziel vorbei und hat offensichtlich noch nicht realisiert, dass er ohnehin nicht zur Zielgruppe der Konsolenversion gehört. Als PC-Spieler ist man gut damit beraten, sich stattdessen kritisch mit der PC-Version auseinanderzusetzen. Eine wesentliche Eigenschaft des PCs ist, dass es nicht "den PC" gibt, da es sich um ein flexibel konfigurierbares System handelt. Prozessor, Grafikkarte, Arbeitsspeicher - nichts ist in Stein gemeißelt, es gibt beinahe unendliche Kombinationsmöglichkeiten. Daher ist es Standard, dass sich PC-Spiele umfangreich konfigurieren lassen. Schon zu DOS-Zeiten konnte ein PC-Spieler etwa die Größe des Bildausschnitts, die Auflösung oder die Sampling-Rate der Soundkarte einstellen, um die optimale Einstellung für sein System zu finden. Der eine PC-Spieler mag nicht ohne Vsync und mindestens 60 Fps, der andere PC-Spieler spielt am liebsten in nativer Auflösung auf seinem WQHD-Monitor. Der andere ist vielleicht einfach nur froh, wenn ein Spiel auf seiner acht Jahre alten Krücke überhaupt noch startet.Problematisch wird es nun, wenn der PC-Spieler von der Industrie nicht als PC-Spieler mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen wird, sondern mit einer Standardversion eines Spiels abgespeist wird: Auflösung fest vorgegeben, Framerate auf 30 Fps fixiert und ein leeres Optionsmenü - so treibt man zuverlässig fast jeden PC-Spieler zur Weißglut. Wenn die Industrie nach dem Motto "Was für den Konsolero reicht, ist auch für den PC-Spieler gut genug" verfährt, ignoriert sie vollkommen die Mannigfaltigkeit des PC-Markts. PC-Spieler sind schließlich nicht deshalb PC-Spieler, weil sie zu viel Geld haben und bisweilen lediglich für eine Grafikkarte schon mehr Geld ausgeben als für eine komplette Konsole, sondern sie sind deshalb PC-Spieler, weil sie die Flexibilität der Plattform schätzen. Die Darstellungsqualität muss sich an die verwendete Hardware anpassen lassen, Spiele mit Einheitstechnik werden der Plattform PC nicht gerecht. Wenn vor diesem Hintergrund dann noch Herstellervertreter ernsthaft argumentieren, dass 30 Fps so schön cineastisch aussehen, fühlt man sich als PC-Spieler schlicht nicht ernstgenommen. Dass die Kinodarstellung auf einem uralten Kompromiss beruht und kein Ideal darstellt, dass zwischen "Ich kann die dargestellten Bilder nicht einzeln durchzählen - wird schon irgendwie flüssig sein" und optimaler Hand-Auge-Koordination ein riesiger Unterschied besteht und viele andere Gründe muss ich an dieser Stelle gar nicht erneut aufzählen. Was PC-Spieler viel mehr erzürnt als 30 Fps ist, wenn man sie für dumm verkaufen will.
Die Konsolero-Sicht:
Wer eine Xbox One oder Playstation 4 kauft, geht mit der Industrie im Prinzip folgendes Geschäft ein: "Ich zahle lediglich ein paar hundert Euro für die aktuelle Plattform und kann damit die nächsten Jahre alle aktuellen Spiele konsumieren ohne neue Hardware zu kaufen. Ihr kümmert euch darum, dass die Spiele ordentlich auf meiner Konsole laufen, für die ich dann gerne auch mehr ausgebe als ein PC-Spieler." Klingt fair? Falls nicht, dann gehören Sie wohl ausschließlich der PC-Spieler-Fraktion an, denn das beschriebene Prinzip funktioniert seit vielen Konsolengenerationen. Als Konsolero vertraut man darauf, dass ein Entwickler das Optimum aus der verbauten Hardware herausholt und den richtigen Schwerpunkt bei der Optik legt. Der Konsolenspieler erwartet nicht, dass er die Darstellung an seine Vorlieben anpassen kann. Die Überlegung "Hm, sollte man die Kantenglättungsqualität noch ein wenig aufdrehen und dafür die Auflösung zurückschrauben oder lieber mal gucken, ob man beides hochschrauben kann, wenn man dafür auf die maximale Schattenqualität verzichtet?" lässt er gerne eine Überlegung der Entwickler sein.30 oder 60 Fps? Der Entwickler wird schon wissen, was besser ist. 60 Fps würden dem Konsolero im Direktvergleich womöglich zwar auch besser gefallen, es ist aber klar, dass bei einer Konsole ein Kompromiss gefunden werden muss. Entweder schraubt man die Grafikdetails herunter, oder man begnügt sich mit 30 Fps - einfache Sache, denn die Variante "Systemanforderungen nach oben setzen" steht schließlich nicht zur Verfügung. Mit 30 Fps sind die Konsolenspieler schon viele Jahre vor Xbox One und Playstation 4 gut gefahren. Wenn eine niedrige Framerate Konsoleros ernsthaft stören würde, dann wären sie keine Konsolenspieler, sondern PC-Spieler oder womöglich auch Gar-Nicht-Spieler. Dass der Konsolenspieler nämlich ebenfalls ein kritischer Konsument ist, hat man vor dem Start der aktuellen Konsolengeneration beobachten können: Microsoft erzürnte mit einem strikten DRM-System und musste zurückrudern. Da man jedem Kinnect aufs Auge drücken wollte, erhöhte dies den Preis der Xbox One und auf der PS4 sind Spiele im Direktvergleich noch dazu oft ein wenig höher aufgelöst. Welche Konsole hat bisher bei den Verkaufszahlen die Nase vorne? Die PS4 - der Konsolero weiß also durchaus, was er will. Eine Framerate über 30 Fps zählt aber nicht immer dazu.
Tl;dr: Ob 30 oder 60 Fps, ob 1080p oder nicht auf der Konsole, ist gar nicht entscheidend, es gibt gute Gründe dafür und dagegen. Ärgerlich ist es, wenn man eine Zielgruppe - die PC-Spieler - bei der Entwicklung vollkommen ignoriert und technisch unterlegene Lösungen zum Ideal erhebt.
Redaktions-Kolumne
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Hierbei handelt es sich nicht zwingend um die Meinung der Redaktion, sondern um die Meinung des jeweiligen Redakteurs.


Solange die 30FPS micht nicht merklich stören kann ich auch mit 30FPS spielen und muss nicht zwingend 60 haben.
Ja was denn nun gibt es einen spürbaren Unterschied oder gibt es ihn nicht?
Für ersteren Fall kannst du wohl kaum der selben Auffassung sein wie er
Nochmal wer entscheidet das denn du der liebe Gott oder wer?
Seine Aussage hat mindestens genau so viel Wertigkeit wie deine, mit dem kleinen Unterschied das er nicht mal eben das Gegenüber als "Lügner" bezichtigt hat
Ich sehe nirgends das er sich auf "genau diese Spieler" bezieht von denen du redest,und deine Allgemeingültigkeit ist somit genauso nicht gegeben wie seine
Hier nochmal seine Aussage
Und wie ich schon sagte unter Oculus Rift kommen die 30 Frames sowieso einer Kotzorgie gleich ,gegenüber 60 Frames und mehr , aber dazu müsste man halt mal über seinen Horizont blicken, was sich so in der Zukunft tut, fern ab der Konsolensettings
Es kommt auf das Spiel an, ob jetzt 30 oder 60 fps bzw. mehr besser sind.
"Langsame" Shooter wie Crysis habe ich völlig problemlos auf 30 fps durchgespielt, da habe ich keine störenden Eigenschaften gemerkt. Was vielleicht aber auch daran lag, dass die 30 fps durchgehend (mit Ausnahme der letzten Level) konstant waren.
Schlimmer finde ich es, wenn ein Spiel eigentlich sehr schnell (60fps+) läuft, aber dann immer wieder mal auf 50 oder 40 fps runterbricht - das kann ich gar nicht ab. Dann lieber konstante 30 fps als inkonstante 60.
Kann ich bestätigen. Ich spiele zum Beispiel Mittelerde: Mordors Schatten mit im Schnitt 30-40 FPS auf dem PC, mehr schaft die GTX580 in dem Spiel einfach nicht mehr. Bis auf sehr schnelle Kamera Schwenks merkt man die 30FPS eigentlich nahezu null, im störenden Sinne. Klar, ich würde es auch gerne mit Butterweichen 60FPS spielen weil es einen spürbaren Unterschied gibt, aber auch mit 30FPS ist das Spiel gut spielbar ohne das es zähflüssig wird wie in einem Rennspiel, oder einem schnellen Shooter wie UT.
Solange die 30FPS micht nicht merklich stören kann ich auch mit 30FPS spielen und muss nicht zwingend 60 haben.
Warum? Es ist nunmal Fakt, dass es allein hier im Forum PC Spieler gibt, die 60Fps gewöhnt sind und keine Probleme mit 30Fps haben. Und somit ist seine Aussage falsch, dass genau diese PC Spieler(also alle die 60Fps gewöhnt sind) 30Fps als kaum erträglich ansehen.(Ich wiederhole das für dich nochmal, weil du Zeug schreibst, was völlig aus dem Zusammenhang gerissen wird und du anscheinend gar nicht weißt, auf was meine Aussage bezogen war.)