Spiel verschwunden: Rechtliches Drama um inoffizielles Colonization-Remake bestätigt [Update]

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Spiel verschwunden: Rechtliches Drama um inoffizielles Colonization-Remake bestätigt
Quelle: Salty Olives

Das an "Sid Meier's Colonization" angelehnte Spiel "1492 - Colonization of the New World" war womöglich zu nah am Original. Kurz nach dem Release wurde die Steam-Produktseite entfernt, der Titel kann aktuell nicht mehr gekauft werden.

Originalartikel vom 01.05.2026: Die Entdeckung und nachfolgende Besiedelung Amerikas sind eine dankbare Vorlage für Strategiespiele. Bei entsprechenden Titeln lässt sich leicht erklären, warum man als Spieler mit nahezu nichts anfängt - und sich dank der Unterstützung der jeweiligen Heimatländer doch schnell hocharbeiten kann. Eine besonders bekannte Umsetzung dieses Konzepts ist das 1994 veröffentlichte Spiel Sid Meier's Colonization, in dem man rundenbasiert die Geschicke seiner Kolonisten steuert und gleichzeitig versucht, andere Nationen auszustechen.

Zu nah dran?

Ein stark verwandtes Konzept verfolgte auch der am 25. April veröffentlichte Indie-Titel 1492 - Colonization of the New World. Und womöglich war das Spielprinzip sogar zu ähnlich, denn das Spiel ist gestern Abend vom Netz genommen worden. Eine offizielle Ankündigung fehlt dabei, das Spiel wurde schlicht kommentarlos von Steam entfernt. Lediglich die Google-Suche verweist noch auf den toten Link. Der Blick auf Steam DB verrät etwas mehr: Demnach wurden um 21:30 Uhr alle Details zu dem Titel entfernt. Dasselbe gilt für den separat verkauften Soudntrack.

Auf der Website des Entwicklers wird 1492 - Colonization of the New World zwar noch erwähnt, zumindest aktuell kann man das Spiel aber nicht mehr kaufen. Zu den Hintergründen sind dadurch zahlreiche Spekulationen möglich. Denkbar wäre insbesondere, dass das Drama durch die Nähe zum Originalspiel ausgelöst wurde. Das könnte im Hintergrund für rechtliche Schritte und damit eine Entfernung des Titels gesorgt haben. Eine echte Bedrohung für die Marke war das Indie-Werk aber mit Sicherheit nicht - selbst zur Spitzenzeit wurde das Spiel nur von 242 Spielern gleichzeitig gespielt.

Zuletzt dazu: 1492 kupfert bei Sid Meier's Colonization ab: Stimmungsbild auf Steam gemischt

Immerhin: Diese können offenbar weiterhin auf das inoffizielle Colonization-Remake zugreifen. Alle anderen müssen hingegen mit den Alternativen Vorlieb nehmen. Dazu zählen angelehnte Titel, das Original selbst sowie ein offizielles Remake aus dem Jahr 2008. Alternativ kann man zudem gratis an das Colonization-Gefühl kommen: Mit dem Open-Source-Projekt Freecol kann man ein paar gute Stunden verbringen und währenddessen Stück für Stück Amerika unterwerfen.

Wann haben Sie zuletzt ein Colonization-Derivat gespielt? Was würden Sie sich für einen neuen Titel wünschen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.

Quelle: Steam DB


Bestätigung für rechtliche Probleme

Aktualisierung vom 02.05.2026: Wie PCGHX-User DamnS3xyHardwar3 zu Recht anmerkt (danke an dieser Stelle!), lässt sich über SteamDB noch der Community-Hub von 1492 aufrufen. Dort gibt es auch eine Stellungnahme des Entwicklers: Die Steam-Seite sei "temporär" nicht verfügbar. Konkret heißt es: "Die Shop-Seite für "1492: Colonization of the New World" ist derzeit aufgrund einer rechtlichen Mitteilung nicht verfügbar. Wir prüfen die Situation und arbeiten daran, das Problem so schnell wie möglich zu beheben. Das Spiel wird wieder im Shop verfügbar sein, sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist. Vielen Dank für eure Geduld und Unterstützung - wir werden euch auf dem Laufenden halten, sobald wir weitere Informationen haben". Der Entwickler gibt sich also positiv, dass es nur ein temporäres Problem ist. Beurteilen lässt sich das nicht, da nicht bekannt ist, wer für den rechtlichen Einspruch verantwortlich ist.

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    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von inhuman_nature Software-Overclocker(in)
        Zitat von Waylinkin
        Ich kenne jetzt Colonization nicht, aber schön wäre es, wenn man Optionen hätte, die auch eine andere Richtung beinhalten, als nur alles platt zu machen, was nicht bei drei auf Bäumen ist.
        So könnte man z.B. ein Spiel als gewonnen werten, wenn man eine friedliche und dauerhafte Lösung erzielt.
        Das wären zumindest relative Verbesserungen. Da weiß ich aber nicht mehr als Du. Spontan würde ich sagen, dass eine solch Implementierung von Optionen mich nicht dazu bewegen würde, es zu spielen (wenn mensch könnte).

        Zitat von Waylinkin
        Ich glaube, dann dürfte man heute die meisten Spiele nicht spielen.
        Das stimmt wohl. Das mag sich auch individuell unterscheiden und entwickeln. Bzgl. bspw. Hearts of Iron hat es sich bei mir auch verändert. Als ich es die letzten Male spielte, spielte ich absichtlich nicht mehr die faschistischen Fraktionen. Und klar, ist auch diese Entscheidung nicht gänzlich widerspruchsfrei gewesen, wenn mensch bspw. Kolonialmacht UK gespielt hat. Letztlich habe ich vor längerer Zeit Interesse/Reiz an der Spielreihe verloren.
        SciFi- wie Stellaris bietet da mehr Optionen, mit denen mensch sich identifizieren könnte oder bietet andererseits aufgrund der Fiktivität Distanz. Oder auch Warhammer, was menschlichen Zynismus und religiöse Konzeptionen nochmal zuspitzt und als aberwitzig darstellt ...
      • Von inhuman_nature Software-Overclocker(in)
        Zitat von Waylinkin
        Ich kenne jetzt Colonization nicht, aber schön wäre es, wenn man Optionen hätte, die auch eine andere Richtung beinhalten, als nur alles platt zu machen, was nicht bei drei auf Bäumen ist.
        So könnte man z.B. ein Spiel als gewonnen werten, wenn man eine friedliche und dauerhafte Lösung erzielt.
        Das wären zumindest relative Verbesserungen. Da weiß ich aber nicht mehr als Du. Spontan würde ich sagen, dass eine solch Implementierung von Optionen mich nicht dazu bewegen würde, es zu spielen (wenn mensch könnte).

        Zitat von Waylinkin
        Ich glaube, dann dürfte man heute die meisten Spiele nicht spielen.
        Das stimmt wohl. Das mag sich auch individuell unterscheiden und entwickeln. Bzgl. bspw. Hearts of Iron hat es sich bei mir auch verändert. Als ich es die letzten Male spielte, spielte ich absichtlich nicht mehr die faschistischen Fraktionen. Und klar, ist auch diese Entscheidung nicht gänzlich widerspruchsfrei gewesen, wenn mensch bspw. Kolonialmacht UK gespielt hat. Letztlich habe ich vor längerer Zeit Interesse/Reiz an der Spielreihe verloren.
        SciFi- wie Stellaris bietet da mehr Optionen, mit denen mensch sich identifizieren könnte oder bietet andererseits aufgrund der Fiktivität Distanz. Oder auch Warhammer, was menschlichen Zynismus und religiöse Konzeptionen nochmal zuspitzt und als aberwitzig darstellt ...
      • Von Terracresta BIOS-Overclocker(in)
        Eye of the Beholder war auch zu nah an Dungeon Master...

        Also die Qualität des Werkes mal außen vor, schon seit Jahrzehnten kann man sagen Spiel Y ist zu nah an Spiel X.
        Auch Klagen bzw. Klageandrohungen gab es damals bereits, wie z.B. bei Super Mario Bros. vs Giana Sisters oder R-Type vs Katakis.

        Fest definiert ist das "zu ähnlich" aber ohnehin nicht, also kann damit viel Schindluder getrieben werden, indem die mit der Macht (große Publisher) die ohne (Einzelpersonen, kleine Studios) mit Klageandrohung zum Aufgeben bewegen. Nintendo zeigt das ja auch, wenns um bestimmte Pokemon-Spielemechaniken geht, welche aber schon früher von anderen Spielen genutzt wurden.
        Man stelle sich mal vor, es hätte nach dem ersten Jump'n'Run nur weitere geben dürfen, solang für diese Patentgebühren gezahlt werden. Oder der Erfinder des Rads hätte es sich damals patentrechtlich schützen lassen können...
      • Von Waylinkin Software-Overclocker(in)
        Zitat von inhuman_nature
        Die Rücknahme tangiert mich nicht. Im Gegensatz zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Originals und meines jüngeren Alters, behagt es mir heute nicht, Kolonisatoren, die Täter eines historischen Genozids, zu spielen, der bis heute nachwirkt. Wären eigentlich Indigene Gesellschaften spielbar?
        Ich glaube, dann dürfte man heute die meisten Spiele nicht spielen. Ich kenne jetzt Colonization nicht, aber schön wäre es, wenn man Optionen hätte, die auch eine andere Richtung beinhalten, als nur alles platt zu machen, was nicht bei drei auf Bäumen ist.
        So könnte man z.B. ein Spiel als gewonnen werten, wenn man eine friedliche und dauerhafte Lösung erzielt.
      • Von T-MAXX Volt-Modder(in)
        Zitat von G4mest3r
        Echt? Du urteilst an einem Concept-Art-work, ob ein Spiel was taugt?
        Nein, aber die Grafiken sind einfach sehenswert. Ob das Spiel dann auch so spielenswert wird, lasse ich mal offen.
      • Von inhuman_nature Software-Overclocker(in)
        Die Rücknahme tangiert mich nicht. Im Gegensatz zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Originals und meines jüngeren Alters, behagt es mir heute nicht, Kolonisatoren, die Täter eines historischen Genozids, zu spielen, der bis heute nachwirkt. Wären eigentlich Indigene Gesellschaften spielbar?
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