Krise bei Microsofts Gaming-Sparte: Entlassungen in großem Stil [Update 3]
Phil Spencer äußert sich zur nun offenbar angelaufenen Entlassungswelle bei Xbx, die offenbar auch Activision-Blizzard und Zenimax umfasst.
Update
Xbox unter Druck: Entlassungswelle könnte auch Top-Studios treffen
Original-Artikel vom 26.06.2025: Bei Microsofts Xbox-Abteilung sollen abermals größere Entlassungen im Raum stehen. Von 1.000 bis 2.000 Leuten ist die Rede, wie George Broussard auf Bluesky berichtet. Das habe er aus dem Umfeld der Studios gehört, wo man um Stellenabbau bangt.
Die genannte Zahl wäre im Bereich von fünf bis 10 Prozent, wenn man die gesamte Business-Unit kalkuliert. Unglücklicherweise sind hier die Begrifflichkeiten nicht immer ganz klar, weil es auch die Xbox-Abteilung gibt, die sich um die Konsole kümmert. Oft wird Xbox aber als Gattungsbegriff für Microsofts Gaming-Geschäft verwendet.
Am Ende wird es aber nur darum gehen, wen es am härtesten erwischt. Auch bei noch gar nicht so lange zugekauften Studios soll wohl Sparpotenzial liegen. Darunter genannt werden auch Ninja Theory (Senuas Sacrifice/Saga), Undead Labs (State of Decay), Compulsion Games (South of Midnight), Rare (Sea of Thieves) und The Initiative (Perfekt Dark). Manche sagen sogar, dass auch Zenimax mit Bethesda und id Software nicht sicher ist. Zum Arm Activision-Blizzard war nichts zu vernehmen.
Wie bei allen Gerüchten sollte man aber wie immer vorsichtig sein und auch nicht vergessen, dass hinter jedem Studio auch Arbeitsplätze mit ganz persönlichen Schicksalen stecken, sollte es zu einer großangelegten Sparmaßnahme kommen. Die Quelle George Broussard dürfte manchen bekannt vorkommen - der Branchenveteran ist eng mit 3D Realms und Apogee verflochten.
Sicher ist, dass die Branche zuletzt Schwierigkeiten hatte und Microsoft hatte sich in kurzer Zeit stark vergrößert, indem man nicht nur kleinere Studios übernahm, sondern auch Brocken wie Zenimax und Activision-Blizzard schluckte. Es war klar, dass trotz aller Beteuerungen Entlassungen mindestens in doppelt belegten Verwaltungsstellen kommen werden. Auf der anderen Seite benötigt man die "Content Mill", um den Game Pass zu füttern. Broussard selbst glaubt noch nicht, dass es sich um KI-Kündigungen handelt. Das Schreckgespenst werde erst in fünf Jahren durch die Branche ziehen.
Was denken Sie? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.
Tom Warren stimmt ein
Update vom 27.06.2025: Nachdem gestern bereits einige bekannte Studionamen gefallen sind, die von Microsofts Sparrunde betroffen sein könnten, wirft nun Tom Warren von The Verge einen weiteren Namen in den Hut - Turn 10. Wie immer gilt, nichts ist bestätigt und man sollte in erster Linie an die potenziell Betroffenen denken.
Warren unterstreicht nun Broussards Äußerung und spricht von "signifikanten" Entlassungen bei Microsoft Gaming und Turn 10 Studios, die Entwickler der Forza-Motorsport-Rennspielreihe, wo man sich auf "Einschnitte vorbereitet".
Microsoft hatte Anfang des Jahres bereits 3 Prozent der weltweiten Belegschaft entlassen. Nun steht wohl noch einmal eine deutliche Konsolidierung in der Gaming-Sparte an, die so ihre Mühe hatte. Andererseits benötigt Microsoft den Content, um den Game Pass regelmäßig mit attraktivem, frischem Content zu füllen.
Rennspiele wären da gut geeignet, aber Microsoft hatte selbst einen großen Anteil daran, dass die etwas aus der Mode gekommen sind und vor allem Enthusiasten anlocken. Die Entwickler von Rennspielen hatten es durch die Bank weg etwas mit der Monetarisierung übertrieben, was Gelegenheitsspieler abschreckte. Und Rennspiele sind am Ende dann auch kein Fußball mit seiner enormen großen Schar an Fans.
Mittwoch soll die Entlassungswelle kommen
Update vom 01.06.2025: Laut Jason Schreier auf Bluesky soll die Entlassungswelle bei Xbox am Mittwoch kommen. Er schreibt: "Das Geschäftsjahr von Xbox endet heute, aber die Massenentlassungen, über die Bloomberg News letzte Woche berichtet hat, werden voraussichtlich am Mittwoch stattfinden, falls sich jemand wundert."
Massenentlassungen bestätigt
Update vom 02.06.2025: Mittlerweile scheinen sich die ersten Kündigungen, wie von Jason Schreier angekündigt, abzuzeichnen. Dabei fällt auf, dass "Xbox" offenbar doch bedeutet, dass auch die Dependancen von Activision-Blizzard und Zenimax betroffen sind. So wird gemeldet, dass es unter anderem bei King zu 10 % Stellenkürzungen kommt; das ist die Mobile-Sparte von Activision-Blizzard. In anderen Berichten ist von Entlassungen die Rede, die über 9.000 Stellen betreffen.
Medienberichten zufolge erwischt es auch ein Marketingteam von Zenimax in Großbritannien und den USA. Die Situation scheint sich aber gerade erst zu entwickeln und man wartet auf weitere Meldungen zu betroffenen Abteilungen, während Phil Spencer wohl die Aufgabe hatte, die unerfreuliche Nachricht an die Teams heranzutragen. Diese E-Mail wurde von einer geschützten Quelle an Windows Central herangetragen. Aus dem Englischen maschinell übersetzt:
Heute teilen wir Entscheidungen mit, die sich auf Kolleginnen und Kollegen in unserer gesamten Organisation auswirken werden. Um Gaming langfristig erfolgreich aufzustellen und unseren Fokus auf strategische Wachstumsbereiche zu richten, werden wir bestimmte Geschäftsbereiche beenden oder reduzieren. Zudem folgen wir Microsofts Vorgehen, Managementebenen zu reduzieren, um unsere Agilität und Effektivität zu erhöhen. Aus Respekt gegenüber den betroffenen Mitarbeitenden werden die konkreten Einzelheiten der heutigen Mitteilungen sowie etwaige organisatorische Veränderungen in den kommenden Tagen von euren Teamleitern kommuniziert.
Mir ist bewusst, dass diese Veränderungen zu einem Zeitpunkt kommen, an dem wir mehr Spieler, Spiele und Spielstunden verzeichnen als je zuvor. Unsere Plattform, unsere Hardware und unsere Produkt-Roadmap waren noch nie so vielversprechend. Der derzeitige Erfolg ist das Ergebnis schwieriger Entscheidungen, die wir in der Vergangenheit getroffen haben. Auch jetzt müssen wir Entscheidungen treffen, um den Erfolg in den kommenden Jahren zu sichern. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die Disziplin, sich auf die vielversprechendsten Chancen zu konzentrieren. Wir werden das schützen, was erfolgreich ist, und unsere Anstrengungen auf Bereiche mit dem größten Potenzial konzentrieren - und dabei die Erwartungen erfüllen, die das Unternehmen an unser Geschäft stellt. Dieser fokussierte Ansatz ermöglicht es uns, auch in Zukunft außergewöhnliche Spiele und Spielerlebnisse zu liefern - für Generationen von Spielern.
Prioritäten zu setzen ist entscheidend, doch das schmälert nicht die Bedeutung dieses Moments. Offen gesagt: Ohne das Engagement, die Zeit und die Kreativität derjenigen, deren Rollen heute betroffen sind, wären wir nicht dort, wo wir heute stehen. Diese Entscheidungen spiegeln in keiner Weise das Talent, die Kreativität oder die Hingabe der Betroffenen wider. Unser aktueller Erfolg ist kein Zufall - er ist das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit unserer Teams.
Die Personalabteilung arbeitet direkt mit den betroffenen Mitarbeitenden zusammen, um Leistungen im Rahmen eines Abfindungsplans bereitzustellen (in Übereinstimmung mit den lokalen gesetzlichen Regelungen), einschließlich Gehaltsfortzahlung, Krankenversicherung und Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung. Mitarbeitende, deren Stellen gestrichen wurden, werden ermutigt, sich auf offene Positionen innerhalb von Microsoft Gaming zu bewerben - ihre Bewerbungen werden bevorzugt geprüft.
Für viele ist die Strategie von Microsoft nicht ganz nachvollziehbar, nachdem man so viele Übernahmen getätigt hat. Dass es im Zuge von Übernahmen Konsolidierungen gibt, dürfte klar sein. Dass Microsoft nun aber auch Studiopersonal kürzt, wird spätestens bei Projekten wie Ninja Theory, die angeblich auch betroffen sein werden, schwer vermittelbar, da die Redmonder noch gutes Geld investiert haben. Auf Reddit rechnet ein Nutzer 182,5 Millionen GBP vor - rund 90 Millionen für den Übernahme und noch einmal etwa die gleiche Summe seitdem in den Betrieb. Einkommen von Dritten lag bei 30 Millionen GBP, was ohne interne Buchungen gilt, die unter anderem für den Game-Pass-Vertrieb vorgenommen werden müssten.

MfG
Und wenn es weniger von den Schmarotzern gibt, kann auch wieder mehr in Qualität investiert werden.🤣
Alles zu 100% ernst gemeint...nicht!