Gabe Newell: Darum zog sich der Valve-Chef nach Portal 2 aus der Spieleentwicklung zurück
Laut dem Lead von Portal 2 wollte Gabe Newell "Teil des Teams" sein und kreativ mitwirken - merkte aber, dass seine Rolle als Valve-Chef jede Diskussion verzerrt. Auch deshalb sei Newell kaum noch in der Spieleentwicklung unterwegs.
Das Spieleportfolio von Valve lässt sich im Wesentlichen mit zwei Eigenschaften zusammenfassen: Der Publisher kann nicht bis drei zählen - und alles davor ist dafür fast schon prädestiniert, ein Verkaufsschlager zu werden.
Ein Beispiel dafür ist Portal 2, das nach dem überraschenden Erfolg des ersten Teils noch einen draufsetzte und als eines der besten PC-Spiele aller Zeiten gilt. Während der Entwicklungsperiode realisierte Valve-Chef Gabe Newell aber etwas, das ihn zu einer Art Rückzug aus der aktiven Spieleentwicklung bewegte: Seine Präsenz war ein Problem.
Wenn niemand mehr widerspricht
Dies erklärte der Portal-2-Projektleiter Josh Weier im Gespräch mit dem Podcast Kiwi Talkz. Demnach habe Newell immer Teil des Teams sein und zusammen mit den Designern an Ideen arbeiten wollen. In der Praxis sei das aber kaum möglich gewesen, weil sich niemand so richtig getraut habe, Gabe zu widersprechen.
Weil die Leute eher so waren wie: "Ja, ja, alles, was du sagst" - und er dagegen mehr: "Nein, nein, ich will Teil des Teams sein und Ideen einbringen". Das war für viele wirklich schwierig, also denke ich, gab es eine Phase, in der er sich etwas zurückgenommen hat und dachte: "Na gut, dann werde ich wohl nicht auf diese Weise mit allen interagieren können".
Vom Ideenbringer zum potenziellen Klotz am Bein
Für Newell wurde damit klar, dass er in kreativen Prozessen eine ungesunde Machtposition einnimmt. Laut Weier habe er erkannt, "dass es für andere sehr schwer war", ihn einfach nur als gleichberechtigtes Teammitglied zu sehen. Die Gefahr: Er würde am Ende weniger als Sparringspartner und mehr als autoritärer Entscheider wirken - und damit Ideen eher ersticken als beflügeln.
- Zeitlich fällt diese Geschichte in die späten 2000er und frühen 2010er-Jahre, als Valve mit Spielen wie dem erwähnten Portal 2, aber auch zuvor mit Half-Life 2 oder Counter-Strike: Source große Erfolge feierte und Steam sich parallel zum dominierenden PC-Store entwickelte.
- Genau diese Kombination aus kreativem Einfluss und wirtschaftlicher Macht, mit der Newell fast schon dem aus griechischen Sagen bekannten Midas gleichkam, verstärkte dessen "Chefbonus" in Diskussionen noch einmal.
In den Credits von Portal 2 taucht Newell entsprechend noch als Produzent auf, bei späteren Valve-Spielen beschränken sich seine Nennungen wiederum meist auf Danksagungen. PC Gamer ordnet zudem ein, dass sich Valve in dieser Zeit generell von der Rolle eines reinen Spieleentwicklers hin zu einer Plattform- und Infrastruktur-Firma verschob - womit Newells Fokus sich zwangsläufig ebenfalls verlagerte.
Was für ein Spiel wollen Sie von Valve als Nächstes sehen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Aber als Mitarbeiter würde ich so eine Entscheidung wie, Druckluft verringern, nicht einfach so machen. Ich würde dann schon zum Vorgesetzten gehen und sagen:
"Du ich hab da ne Idee, könnten wir nicht..." und dann könnte der entweder sagen: "Gute Idee, machen wir" oder "Ne geht nicht, weil.." oder "Warte, ich frag selber mal nach."
Den Gedanken da unten hatte ich auch mal, meine Sichtweise hat sich dann aber eklatant geändert, als mein Aufstieg begann und dabei den Druck der Verantwortung für das Unternehmen gespürt. Allerdings dann auch wieder solch einen Spruch abgelassen, da noch weiter oben, noch weiter weg ist. Das Unternehmen war insgesamt erfolgreich, jedenfalls in großen Teilen, daher kann ich solche Sprüche gut einordnen.
Das schwierigste bei dem Prinzip dürfte es sein zu erkennen, welche Einstellungen "unten" getroffen werden können/sollen und welche der Chef treffen muss, denn um das zu erkennen muss ein tiefes verständnis vom Gesamtprozess vorliegen das normale Mitarbeiter üblicherweise nicht haben (aber gefährlicherweise oft glauben zu haben....).
Ich habe keine Ahnung welche Entscheidungen wie wo warum in so einer Softwarefirma getroffen werden bzw. kenne es nur aus dem produzierenden Industriegewerbe, und da kann sowas sowohl nutzen als auch riesigen Schaden anrichten.
Bei uns (größerer Konzern) ist das ganz grob etwa so:
CEO --> Direktor --> Betriebsleitungen/Ingenieure --> Gruppenleiter/Meister --> Arbeiter
Ich befinde mich da genau in der Mitte. Da erlebst du bei Entscheidungen die an der Basis getroffen werden und die gut gemeint sind manchmal auch ziemliche Katastrophen. Der CEO sagt "Energie sparen!", der Arbeiter glaubt an einer Maschine kann man den Druck der Druckluft runterstellen um zu sparen und macht das weil er nicht erkennt was alles dranhängt und alles normal für ihn weiterläuft - und später fällt auf dass eine Produktserie unbrauchbar ist weil verdreckt (und der Dreck in die Oberfläche eingepresst), denn die Druckluft war auch für automatisches abblasen genutzt worden was sie so nicht mehr in allen Fällen ausreichend geschafft hat. 50€ Druckluft gespart, 50.000€ Schaden verursacht. Weil jemand an der Basis eine für ihn gute Entscheidung getroffen hat ohne seinen Vorgesetzten zu fragen der ziemlich sicher gewusst hätte dass und warum das eine blöde Idee ist.
Unser CEO macht in einem Software-Projekt aktuell auch etwas Projektleitung, Konzeption und Testing. Während das Team sich an sinnvolle Prozesse hält, gelten die für ihn einfach nicht. Er macht alles so, wie es bequem und spaßig für ihn ist. Natürlich kritisiert daran niemand was. Und genauso widerspricht ihm keiner und alles wird so gemacht, wie er es sagt. Erst wenn er selber feststellt, irgendwas ist kacke, machen wir eine Kehrtwende und ändern wieder alles.
Ich denke, den beteiligten Mitarbeitern macht es so auch weniger Spaß, ihren Job zu machen. Flache Hierarchien sind eine Illusion, wenn am Ende des Tages diese Hierarchie über Deinen Paycheck, Aufgaben und Status in der Firma entscheiden.