Playstation-Ports für PC: Ex-Chef Shawn Layden erklärt ursprüngliche Strategie

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Playstation-Ports für PC: Ex-Chef Shawn Layden erklärt ursprüngliche Strategie
Quelle: Sony Computer Entertainment, Komposition PCGH

Ex-Playstation-Chef Shawn Layden sagt, Sonys PC-Ports seien ursprünglich nicht auf direkte Gewinne ausgelegt gewesen. Stattdessen sollte die Reichweite großer Marken wie Horizon wachsen.

Sonys PC-Strategie rund um Playstation-Spiele bleibt ein Reizthema: Erst kamen große Exklusivtitel wie Horizon Zero Dawn, God of War oder Marvel's Spider-Man nachträglich für Windows, inzwischen zeichnet sich bei den großen Singleplayer-Produktionen aber wieder ein stärkerer Fokus auf die Playstation-Konsole ab. Jetzt meldet sich mit Shawn Layden ein früherer Playstation-Chef zu Wort - und erklärt, worum es bei den PC-Ports aus seiner Sicht ursprünglich gar nicht ging: ums schnelle Geld.

The PC thing, in my mind anyway, was not to make money - Shawn Layden, ehem. Playstation-ChefLayden, früher unter anderem Chairman der Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios, sprach laut Insider Gaming und Video Games Chronicle im PSI-Podcast über die damalige Entscheidung, Playstation-Marken auf den PC zu bringen. Seine Aussage ist deutlich: "Bei der Sache mit dem PC ging es meiner Meinung nach jedenfalls nicht darum, Geld zu verdienen", so Layden. Stattdessen sei es darum gegangen, Sonys geistiges Eigentum vor Spieler zu bringen, die sonst nicht mit der Playstation-Welt in Berührung gekommen wären. Als Beispiel nannte er Horizon: Die Welt und die Figuren sollten auch Menschen erreichen, die keine Playstation besitzen oder kaufen.

Mehr Reichweite für Horizon, God of War und Co.

Layden stellte dabei klar, dass er nicht davon ausgegangen sei, PC-Spieler würden nach einem späten Port automatisch eine Playstation kaufen. Nach seiner Darstellung war das Ziel breiter angelegt: Wenn Sony Marken über Spiele hinaus auch in andere Medien wie Filme, Serien, Comics oder Merchandise führen wolle, müssten möglichst viele Menschen die Figuren und Geschichten kennen. Nur auf die bestehende Playstation-Zielgruppe zu setzen und diese Marken anschließend in andere Medien zu übertragen, wäre aus seiner Sicht ein deutlich größerer Sprung gewesen.

Auch die Sorge, späte PC-Versionen könnten Sony einige Playstation-Hardwareverkäufe kosten, sieht Layden skeptisch. Er wies darauf hin, dass die Spiele nicht zeitgleich auf dem PC erschienen seien, sondern erst ein Jahr oder teils 18 Monate später. Wenn jemand so lange auf eine PC-Version warte, sei das nach seiner Einschätzung kein verlorener Hardware-Käufer. Sony müsste erst belegen, dass ein später PC-Port tatsächlich einen Konsolenkauf verhindert habe.

Sonys Kurswechsel bleibt Thema

Die Aussagen treffen auf eine Phase, in der Sonys Umgang mit PC-Portierungen neu bewertet wird. PCGH berichtete bereits im Mai, dass Sony bei großen narrativen Singleplayer-Hits aus den Playstation Studios wieder stärker auf Konsolenexklusivität setzt. Multiplayer- und Live-Service-Spiele gelten demnach weiterhin als plattformübergreifender Teil der Strategie, während neue Singleplayer-Schwergewichte wie Marvel's Wolverine nach aktuellem Stand nicht für den PC angekündigt sind.

Layden selbst nennt keinen konkreten internen Grund für Sonys mutmaßlichen Rückzug von späten PC-Versionen. Er hält aber fest, dass der ursprüngliche Gedanke hinter den Ports nach seiner Darstellung nicht darin bestand, Steam zu einer zweiten Playstation-Verkaufsplattform zu machen. Vielmehr sollten Marken wie Horizon, God of War oder The Last of Us außerhalb des Konsolenpublikums bekannter werden. Damit steht seine Erklärung in einem klaren Kontrast zur aktuellen Debatte, ob PC-Ports vor allem nach Verkaufszahlen, Portierungskosten und möglicher Verwässerung der Playstation-Hardwaremarke bewertet werden.

Für PC-Spieler ist Laydens Einordnung vor allem deshalb interessant, weil sie den früheren Ansatz hinter Sonys PC-Offensive erklärt. Die Ports waren laut dem Ex-Manager kein Ersatz für die Konsole, sondern ein Mittel zur Markenverbreitung. Ob Sony diesen Ansatz künftig fortführt oder große Singleplayer-Spiele dauerhaft wieder enger an PS5 und kommende Playstation-Hardware bindet, bleibt nach den jüngsten Berichten der entscheidende Punkt. Die Japaner zeigen sich aber immer wieder "innovativ", wie das jüngste Beispiel rund um optische Medien bekräftigt.

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Quellen: PSI-Podcast

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    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Xeandro Freizeitschrauber(in)
        Mit der im Artikel beschriebenen Strategie hat Sony doch 2 Fliegen mit einer Klappe erschlagen: Reichweite erhöht UND Geld verdient. Mir fällt kein Spiel ein das von Sony nachträglich auf den PC portiert wurde das sich schlecht verkauft hat. Selbst Returnal, ein Spiel ohne großen Hype dahinter wie Horizen, God of War, Spiderman etc. hat sich rund 160.000 mal verkauft. Das sollte die Kosten für die Portierung und Marketing reingeholt haben. Von den Großkalibern ganz zu schweigen!
        Ich finde die Entscheidung von Sony nach wie vor unklug, primär weil es genau mich als Zielgruppe der ursprünglichen Strategie betrifft. Ich werde mir keine PS5 oder PS6 kaufen egal wie gut die Spiele von Sony sind. Auf dem PC hingegen war und bin ich bereit die Spiele zu kaufen auch mit Verzögerung zum Playstation Release und zu Preisen 50 €++ pro Spiel. Von daher bleibt mir nur zu sagen:
        Danke Sony das ihr einige wirklich tolle Spiele auf den PC gebracht habt. Schade das ihr meine Kohle nicht mehr wollt. Bis zum nächsten PC Release!
      • Von Xeandro Freizeitschrauber(in)
        Mit der im Artikel beschriebenen Strategie hat Sony doch 2 Fliegen mit einer Klappe erschlagen: Reichweite erhöht UND Geld verdient. Mir fällt kein Spiel ein das von Sony nachträglich auf den PC portiert wurde das sich schlecht verkauft hat. Selbst Returnal, ein Spiel ohne großen Hype dahinter wie Horizen, God of War, Spiderman etc. hat sich rund 160.000 mal verkauft. Das sollte die Kosten für die Portierung und Marketing reingeholt haben. Von den Großkalibern ganz zu schweigen!
        Ich finde die Entscheidung von Sony nach wie vor unklug, primär weil es genau mich als Zielgruppe der ursprünglichen Strategie betrifft. Ich werde mir keine PS5 oder PS6 kaufen egal wie gut die Spiele von Sony sind. Auf dem PC hingegen war und bin ich bereit die Spiele zu kaufen auch mit Verzögerung zum Playstation Release und zu Preisen 50 €++ pro Spiel. Von daher bleibt mir nur zu sagen:
        Danke Sony das ihr einige wirklich tolle Spiele auf den PC gebracht habt. Schade das ihr meine Kohle nicht mehr wollt. Bis zum nächsten PC Release!
      • Von PC_User_404 PC-Selbstbauer(in)
        Man muss nicht jedes Game zocken. Gibt immer genug gute Games auf jeder Plattform und PC ist die mit der aller besten Grafik und Performance. Fertig.
      • Von Krabonq Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH-Redaktion
        Wenn jemand so lange auf eine PC-Version warte, sei das nach seiner Einschätzung kein verlorener Hardware-Käufer. Sony müsste erst belegen, dass ein später PC-Port tatsächlich einen Konsolenkauf verhindert habe.
        Korrekt, weshalb Sonys Rückzieher auch objektiv dumm ist.
      • Von Quake2008 Volt-Modder(in)
        Naja, im Gaming auf Konsole ist Playstation Marken technisch der Shit. Die wollten nur den Deal mit Microsoft verhindern, in dem man dann behauptenkonnte, schaut unsere Exclsuiven Games sind gar nicht exclusiv. Alles andere ist Blödsinn.
      • Von Steam_MachineDIY Komplett-PC-Käufer(in)
        Ich denke das wird zurückkehren, in ein paar Jahren. sie hätten halt Day and Date am PC releasen müssen für den Bombenerfolg. Viele weren zum Pc auswandern nach Sonys digital only future. Wer kauft 80-90€ Euro sony Games die weichgespült worden sind für jeden?
      Direkt zum Diskussionsende
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