Koop-Survival Misery: Nach Stress mit Stalker-Entwickler sehr erfolgreich zurück auf Steam
Das Koop-Survival-Spiel Misery sah sich kürzlich dem Vorwurf der Urheberrechtsverletzung ausgesetzt. Jetzt feiern die Entwickler die Rückkehr zu Steam.
Nachdem Misery vor Kurzem wegen eines Antrags nach dem Digital Millennium Copyright Act (DMCA) durch das Entwicklerstudio GSC Game World vorübergehend von Steam entfernt wurde, ist das für seine deutlichen Stalker-Anleihen bekannte Koop-Survival-Spiel zurück auf Steam. Mit derzeit über 7.500 Rezensionen hat der erst Ende Oktober veröffentlichte Titel dort eine Zustimmung von 83 Prozent und kommt entsprechend sehr positiv bei den Spielern an.
In der Ankündigung zur Rückkehr bedanken sich die Entwickler von Platypus Entertainment bei der Community für ihren Beistand und haben ihre Überzeugung bekräftigt, dass Misery keine Rechte von GSC in Bezug auf Welt, Kulisse, Charaktere usw. verletzt, wie in der ursprünglichen Mitteilung behauptet. Tatsächlich habe es aber zwei Probleme gegeben, die zum Zeitpunkt der DMCA-Mitteilung nicht bekannt gewesen und dort nicht erwähnt worden seien.
Koop-Survival Misery: Problematische Stalker-Referenzen entfernt
In früheren Versionen des Spiels habe sich ein problematisches Hubschraubermodell in den Dateien befunden, das versehentlich beibehalten wurde, aber nie im Spiel vorkam und jetzt dauerhaft entfernt wurde. Zu den Gitarrenliedern im Spiel erklären die Entwickler derweil, dass man wie in Stalker auf beliebte Volkslieder zurückgreife, aber keine Originaldaten von GSC-Spielen verwende. Es stellte sich allerdings heraus, dass einige der Lieder speziell von GSC Game World geschrieben oder exklusiv lizenziert worden waren, die nach Hinweis darauf ebenfalls entfernt wurden.
GSC Game World habe die Misery-Macher außerdem gebeten, keine Verweise oder Easter Eggs in Bezug auf ihre Spiele einzubauen, und obwohl man dies bedauert und entsprechende Inhalte als Liebeserklärung gerne implementiert hätte, habe man dem zugestimmt und ebenfalls entfernt. Misery verwende aber keine Assets aus GSC-Spielen und sei von vielen kulturellen Artefakten, Filmen, Büchern und Spielen inspiriert; soll aber ein vollkommen einzigartiges IP (intellectual property/geistiges Eigentum) sein.
Misery: Spielwelt hat laut Entwickler nichts mit Stalker zu tun
Die Spielwelt Zaslavie sei weder mit anderen Universen verbunden, noch verwende sie Charaktere, Ereignisse, Handlungsstränge und dergleichen oder beziehe sie sich direkt darauf. Man hätte sich gewünscht, dass die DMCA-Klage nicht als erster Schritt in der Kommunikation genutzt worden wäre, sondern stattdessen eine einfache E-Mail, die das Problem in wenigen Minuten ohne Drama hätte lösen können. Alternativ wäre eine klare Angabe hilfreich gewesen, was genau beanstandet wurde, anstatt nur auf sowjetische Gebäude, Handlung, Storyline, Charaktere usw. zu verweisen, die Misery eindeutig nicht verletze.
Entwickler monieren DMCA-Klage und stellen Updates in Aussicht
Angekreidet wird auch, dass es rechtlich gesehen sehr einfach sei, einen DMCA-Antrag zu stellen und so jedes Spiel zu schließen, wobei die Beweislast für die Unschuld auf der Seite des Beklagten liege. Für das Team sei es finanziell äußerst schmerzhaft gewesen, da es auch zu einer Welle von Rückerstattungen geführt habe und das Spiel im Erscheinungsmonat für eine Woche vom Markt gewesen sei, was für viele das Aus bedeute.
Dank Unterstützung der Community verfüge man aber über die Ressourcen, um die Entwicklung fortzusetzen. Dafür wurde auch ein kleines Team eingestellt, um die Entwicklung zu verstärken, und alles, was inhaltlich versprochen wurde, auch pünktlich zu liefern. Nächsten Monat soll es ein großes Update und eine Reihe von Patches geben, die sich auf Leistung, QoL-Funktionen und Fehlerbehebungen konzentrieren.
Kritik an Review-Bombing für Stalker
"Wir möchten auch die Spieler bitten, die GSC-Spiele negativ bewertet haben: Wir verstehen, dass ihr helfen wolltet, und wir wissen das zu schätzen, aber bitte geht zurück und nehmt diese Kommentare zurück, wenn sie nicht mit dem Spiel selbst zu tun haben und nur zur Unterstützung der Sache geschrieben wurden", heißt es in dem Beitrag. Man unterstütze keine Review-Bombing-Praktiken, da diese der Gaming-Community schaden.
"Und bitte beleidigt andere Spieler oder GSC nicht, insbesondere nicht mit rassistischen Beleidigungen oder politischen Themen - dies wird nicht toleriert." Man rechne indes auch mit Review-Bombing gegenüber Misery als Vergeltungsmaßnahme, da das ganze Drama viele Menschen verärgert habe. "Wir hoffen, dass es uns nicht allzu sehr beeinträchtigen wird und ihr es mit euren ehrlichen Bewertungen ausgleichen könnt", so die Entwickler.
Misery-Discord beleidigte GSC Game World
Während die Entwickler von Misery hier einen versöhnlichen Ton anschlagen, soll die erste Reaktion auf die Entfernung des Spiels deutlich weniger freundlich ausgefallen sein, wie PC Gamer berichtet. Kurz nach Bekanntgabe der Entfernung veröffentlichten Reddit-Nutzer Screenshots aus dem Misery-Discord-Server, auf denen eine Nachricht eines empörten Entwicklers zu sehen war, der die Stalker-Entwickler als "GSK GAY WORLD" bezeichnete und zudem eine behindertenfeindliche Beleidigung verwendete.
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