Just-Cause-Entwickler sieht Zukunft nicht in besserer Grafik
Speziell die Grafik in Spielen erfuhr seit der Entstehung von Videospielen eine positive Entwicklung wie es sich die Wirtschaft Griechenlands derzeit sicherlich wünschen würde. Stimmen in der Branche werden lauter, dass die Grafik mittlerweile ein derart hohes Level erreicht hätte, das neue Kaufanreize geschaffen werden müssten. Nur über bessere Grafik ließen sich keine Spiele mehr verkaufen.
Xbox 360 und Playstation 3 haben mittlerweile zweifelsohne einige Jahre auf dem Buckel und Spieler wünschen sich bereits sehnsüchtig die nächste Generation an Konsolen herbei. Doch neue Konsolen bringen in der Regel nur stärkere Hardware, die wiederum primär nur bessere und realistischere Grafik ermöglichen. Nintendo schlug mit seiner Wii vor 6 Jahren einen anderen Kurs ein und setzte statt auf hochgezüchtete Grafikboliden samt Mehrkern-Prozessor auf ein anderes Geschäftsmodell. Anstatt im teuren Wettrüsten mit der Konkurrenz leistungsmäßig gleichzuziehen, setzte der japanische Hersteller auf ein innovatives Steuerungssystem und sprach damit äußerst erfolgreich Spieler- und Käuferschichten an, die bisher noch nicht erschlossen waren.
Kurz nach Veröffentlichung der Wii startete Apple 2007 mit dem Iphone ebenso seine Offensive, jedoch nicht auf den Konsolen- sondern auf den Handy- und Smartphone-Markt. Damals hätte wohl kein ernsthafter Spieler gedacht, dass das schicke Apple-Handy einmal derart massiven Einfluss auf die Videospiele-Industrie haben würde. Ehemals exklusive Spiele-Hersteller für PC und Konsole sahen im Boom der Smartphones eine neue Chance und entwickeln seither neben den AAA-Titeln der großen Konsolen-Brüder auch deutlich günstigere Spiele für die stetig wachsende Masse der Smartphone-Besitzer. Kleine Studios können ohne großen finanziellen Aufwand ihr Glück versuchen und landen mitunter über Nacht unter den Besserverdienern der Branche. Titel wie Angry Birds haben es mit simpler Grafik aber leicht verständlichem und sofort süchtig machendem Spielprinzip vorgemacht und sorgen für Downloadzahlen jenseits der Millionen. Gerüchte prophezeihen daher in den nächsten zehn Jahren eine Abkehr von der reinen, stationären Konsole und dem PC und sehen die Zukunft eher in kleinen, leistungsfähigen Mobilgeräten, die dennoch jederzeit online sind, um Medieninhalte wie Spiele, Filme und Musik anzubieten.
Avalanches Christofer Sundberg sieht die Zukunft der Konsolen nicht so schwarz und denkt, dass uns die altbekannten Kisten noch einige Jahre begleiten werden. Im gleichen Atemzug verweist er aber auch darauf, dass durch eine reine Verbesserung der Grafik zukünftig keine neuen Käufer gefunden werden könnten. Stattdessen solle man sich weitaus mehr auf neue Geschäftsmodelle und Spielinhalte konzentrieren, um genügend Kaufanreize zu schaffen und somit Umsatz zu erzielen. Sundberg sieht für die Konsolen der nächsten Generation daher keine Zukunft, wenn sich die Entwickler nur auf bessere Grafik verlassen. Teilweise unterstützt er die Meinung von Ngmocos Ben Cousins, dass traditionelle Geschäftsmodelle tot seien und man als unabhängiges Studio über den Tellerrand schauen müsse. Anstatt sich auf das Free-to-Play-Modell zu verlassen, sieht er eher in der Kombination aus traditionellen Konsolen und zeitgemäßen Geschäftsmodellen den Schlüssel zum Erfolg. Wer sich nur auf das Geschäftsmodell Free-to-Play oder die Entwicklung kleiner PSN- und XBLA-Titel konzentriere, könne finanziell nicht lange überleben. Free-to-Play-Versionen von Singleplayer-Spielen wie Bethesdas Skyrim erwarte er daher nicht in den nächsten Jahren.
Quelle: Eurogamer Gamesindustry.biz
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Es wäre ja schon eine ordentliche Leistung, wenn mal Ingame-Grafik aussehen würde wie die teils genialen Videosequenzen.
Natürlich sollte man sich zukünftig nicht ausschließlich auf bessere Grafik konzentrieren, aber die richtigen Zocker (PC und Konsolen) steigen jetzt sicherlich nicht alle auf Angry Birds um.
Wenn irgend wann mal ein Smartphone oder Tablet mit ausreichender Leistung am Markt ist, und sich mit TV, Controller oder Maus + Tasta verbinden lässt, sieht das vielleicht wieder anders aus.