Blockbuster-Spiele in der Krise: Fehlt der Spielspaß?

23
News Jusuf Hatic Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 53,99 €
Blockbuster-Spiele in der Krise: Fehlt der Spielspaß?
Quelle: Sony

Seit Jahren befindet sich der Markt für namhafte AAA-Spiele in einer augenscheinlichen Krise. Eine Ex-Verantwortliche des "God of War"-Studios Santa Monica sieht den bisher eingeschlagenen Weg als nicht mehr tragbar - stattdessen dürften wir künftig kleinere Titel von großen Publishern sehen.

Die Spieleindustrie muss seit Jahren Nackenschlag um Nackenschlag verkraften. Laut dem Portal PCGamer gab es "seit dem Bersten der COVID-Blase" im Jahr 2022 mehr 45.000 Entlassungen seitens der Branche. Ein paar Lichtblicke gibt es dennoch, die zumeist von vergleichsweise kleineren Studios stammen. Beispielhaft werden "AA-Titel" wie Clair Obscur: Expedition 33 oder das gemütliche Kletterspiel Peak genannt, die für Furore sorgten. Für Meghan Morgan Juinio, Ex-Produktentwicklungschefin bei Santa Monica Studios (unter anderem God of War), könnte dieser Weg einer aus der Krise sein.

"Blockbuster sind nicht nachhaltig"

Im Rahmen der Gamescom Asia x Thailand Games Show in der vergangenen Woche äußerte sich Juinio gegenüber PCGamer mit einer eindeutigen Meinung: Große Publisher wie Electronic Arts oder Ubisoft müssen früher oder später den Umfang und die Produktionsskala ihrer zukünftigen Entwicklungen reduzieren, um handlungsfähig zu bleiben. Im Kontext der exorbitant teuren Blockbuster-Spiele, die gerade noch theoretische Chancen haben, Entwicklungskosten wieder reinzuholen, erklärt Juinio folgendes:

Ich denke, es [die AAA-Entwicklung] ist schon jetzt nicht mehr im Sinne der Entwicklungskosten nachhaltig. Es gab eine Masse an Entlassungen, und viele von diesen stammen von der US-Westküste, weil die Mindestkosten dort so hoch sind. Entwicklungskosten werden dafür sorgen, dass große Publisher neue Pfade entdecken müssen.

Ein komplettes Ende riesiger Blockbuster-Titel wie God of War kehre damit aber nicht einher - stattdessen würden Spieler ihrer Einschätzung zufolge künftig mehr A- oder AA-Titel von größeren Publishern sehen. Das bisherige Geschäftsmodell weiter am Laufen zu halten, sei schlicht nicht möglich.

Die Community hat einen anderen Kritikpunkt

Die Spiele-Community auf Reddit diskutiert solche Aussagen natürlich, sieht aber die reine Qualität der Spiele in der Bringschuld. God of War: Ragnarök, an dem Juinio zuletzt arbeitete, wird vom Nutzer "Kasta4" als plakatives Beispiel hergenommen:

Es ist ein großartiges Spiel, das mit viel Sorgfalt entwickelt wurde und definitiv Spaß macht, aber für mich ließ der Spaßfaktor etwa zur Mitte des Spiels nach, als ich anhand des Level-Layouts vorhersagen konnte, wann Gegnerbegegnungen auftauchen würden.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Dieser Makel haftet den meisten Kommentaren zum Beitrag im PCGaming-Subreddit zufolge zahlreichen der jüngeren Blockbuster-Titel an, weshalb gewissermaßen auch ein Vertrauensvorschuss für die großen Publisher wegfällt, tatsächlich spaßige Spiele zu entwickeln. Daraus resultiert die Frage des Nutzers DroneRtx: "Wenn es keinen Spaß macht, warum soll es mich dann kümmern?"

Allerdings ist des Rätsels Lösung in diesem Kontext nicht mit einer exklusiv eindeutigen Antwort zu beantworten, da Spielspaß selbst innerhalb der Reddit-Diskussion unterschiedlich definiert wird. Um erneut God of War: Ragnarök als Beispiel zu nehmen: Für den Nutzer "AngryAvocado78" war das gelieferte Spektakel im Kratos-Abenteuer erstklassig und etwas, das Entwickler "bloß nicht" wieder entfernen sollten, da es schlicht einige der "coolsten Videospielmomente aller Zeiten ablieferte".

Wie stehen Sie zu den jüngsten Spielentwicklungen? Über die Kommentarfunktion können Sie uns Ihre Meinung mitteilen. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine kostenlose Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln.

23
    • Kommentare (23)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Sackface88 Schraubenverwechsler(in)
        Wer nach 30 Minuten Spiele blättern aufgibt und gar nicht spielt dem ist nicht zu helfen. Spielt doch einfach eure alten Games oder arbeitet gekaufte aber nicht beendete spiele ab.
      • Von Sackface88 Schraubenverwechsler(in)
        Wer nach 30 Minuten Spiele blättern aufgibt und gar nicht spielt dem ist nicht zu helfen. Spielt doch einfach eure alten Games oder arbeitet gekaufte aber nicht beendete spiele ab.
      • Von Animaniac Freizeitschrauber(in)
        Zitat von MyticDragonblast
        Wenn Spiele gut sind kann man auch lange bei einem bleiben. Ein gut gemachtes Spiel darf gerne ewig lang sein, aber "ziehen" sollte sich das nicht. Das ist Aufgabe des "game directors" da zu schauen, das da alles passt. Referenz, was den Spielfluss angeht, ist da für mich bis heute noch "Half Life 2": Genau der richtige Wechsel zwischen Erkunden, Action und Rätseln und rechtzeitig vorbei, bevor die Story künstlich getreckt wirkt.
        Das Wegnehmen von sinnvollen Optionen durch Spezialgegner ist für mich ebenfalls eine Todsünde. Auch wenn viele bei DoomEternal von "Skill" reden, wenn man die effizienten Combos für alle Gegner auswendig gelernt hat, hat mir da Doom2016 besser gefallen, weil man hat mit jeder Waffe effektiv spielen konnte und nicht künstlich gehandicapt wurde.

        Ja man sucht die Nadel im Heuhaufen, aber zu viel Angebot ist das Letzte was ich kritisieren würde. Ohne das gäbe es nur noch die dicken AAA+-Titel mit wirtschaftliche bewährtem Inhalt für eine maximal breite Zielgruppe.
        Falls man jedoch noch genug auf dem viel zitierten "pile of shame" hat, oder wenig Zeit, reicht ein selbst kuratiertes Angebot vollkommen aus. Wenn man den GaaS Neuheuten entkommen kann, weil man die Spiele dort nicht interessant findet(vom Design, Genre oder der Thematik), dann spart man sich das wühlen durch Angebote und kann auch länger zwischen den Hardwareupgrades warten.
        Sehr schön, gefällt mir dein Statement.
        Skill... klar ich kann mir auch einreden das ein umständliches Spieldesign skill erfordert... haha. Ich hatte auch mal Skill, bei Quake 3 Arena, ich war schnell und gut, aber ein bestimmter Move als Lösung für ein bestimmtes Problem ist mir zu engstirnig, das ist wie Handschellen, entweder du hast den Schlüssel oder eben nicht. Das ist aber kein Talent sondern das ist stumpf auswendig gelernt. Wenn "Dark Ages" so bei 20€ liegt werde ich es auch kaufen, vielleicht ist das ja wieder besser, ich bin bei dir, Doom 2016 fand ich auch besser.

        Das Problem bei Steam ist nicht das Angebot, viel Angebot ist natürlich gut. Aber da ist halt auch einfach Müll dabei, es gibt keine Qualitätskontrolle. Und Steam hat keine guten Filter für Leute wie mich, die Freitag Abend einfach mal spontan ein gutes Spiel für ein paar Stunden suchen.
        Und natürlich kann ein gutes Spiel nicht lang genug sein, aber mir fehlen die guten Spiele die 10h Spielspaß bieten.

        Letztens hab ich irgendeinen CoD Teil gespielt, keine Ahnung irgendwas von 2020 oder so. Für nenn 10er war das gut, 6h Action und geiles Geballer, also auch ein CoD kann es ja scheinbar noch. Die Zeiten von CoD 4, wo man Abends mit Freunden gezockt hat und das Spiel damit im MP auf 100h+ ausgedehnt hat, sind für mich vorbei. Aber ich bin mit 6h stumpfes Geballer aber mit schicker Grafik fein. Aber hätte ich dafür 60€ bezahlt und hab kein Interesse an MP, dann ist das P/L echt nicht cool.

        Gerade auf dem Heimweg ging mir noch so durch den Kopf, früher habe ich oft Demos gespielt um ein Spiel zu testen, das ist heute selten der Fall. Aktuell bietet Steam das ja für einige Titel wieder an, aber das hat einen schon damals viele Fehlkäufe erspart.
      • Von QIX BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH-Redaktion
        Wie stehen Sie zu den jüngsten Spielentwicklungen?
        Ehrlich gesagt, mir ist es egal ob AAA Games in der (verständlichen) Krise stecken. An Spielen, welche gefühlt den x-ten Aufguss mit dem Ausmaß einer Lebensaufgabe beinhalten, habe ich kein Interesse und möchte auch nicht die Zeit dafür aufwenden. Ich bleibe häufig an Titeln wie Claire Obscure, Alan Wake II, TLOU, GZW oder Silent Hill 2 hängen. Atmosphärische Paradebeispiele mit einer überschaubaren Spielzeit reichen mir völlig aus.
      • Von MyticDragonblast Software-Overclocker(in)
        Zitat von Tolotos66
        Wo sind die Soundinnovationen von früher hin (EAX)?
        3D-Sound ist sowieso vollkommen tot, der zuckt nur noch in den wenigen Uralttiteln mit brauchbarem HRTF, wie CS. Und durch Mehrkanalton macht einem mit verlässlicher Häufigkeit Windows einen Strich durch die Rechnung.

        Das Ton wieder ein wichtiges Gameplayelement wird wie z.B damals bei Thief z.B. da braucht man nicht mal dran denken.

        Zitat von Animaniac
        Der wohl gravierendste Punkt, ich bin keine 16 mehr. Mit bald 42 haben sich einfach grundlegende Prioritäten im Leben massiv verschoben und man wird sich bewusst, dass Zeit endlich ist. Der größte Punkt liegt also in meiner persönlichen Weiterentwicklung.
        Ich würde das eher mit einem geschulten Gaumen vergleichen: Zu vieles hat man schon so oder besser gesehen und auch unheimlich viel was damals experimentell war und womöglich scheiterte, wird jetzt als absolute Innovation gefeiert. Man muss schon liefern, wenn man erfahrenere Spieler begeistern will. Für 08/15 ist einem die Zeit irgendwann zu schade; dass dürfen, wie ein Stammlokal, nur die eigenen Lieblingstitel beim x-ten Durchlauf: Dust2 ist auch nach fast 25 Jahren noch gut.
        Zitat von Animaniac
        Spieldauer, die Spiele werden immer länger und länger, das steht aber in Konflikt mit Punkt 1. Ich will nicht 100h investieren müssen um den Abspann zu sehen. Mir würden 10h reichen, 10h ein geiles Spiel ohne viel Schnick & Schnack und dann spiele in ein anderes Spiel.
        Zitat von Animaniac
        Inhalt, die Spiele werden langweilig, weil sie die xte Inkarnation von CoD, AC, FC o.ä. sind. Oder sie werden künstlich gestreckt mit langweiligen Nebenaufgaben, die ich aber machen muss um EP zu sammeln, unnötig. Viele Spiele sind überladen, Doom Eternal war da so ein Fall, Spiel geil, Tempo obergeil, Grafik geil und mega smooth. Aber warum zig Waffenmods, zig Spezialgegner die man nur auf eine bestimmte Art killen kann... Gute Ideen, aber alles in einem Spiel war zu viel.
        Wenn Spiele gut sind kann man auch lange bei einem bleiben. Ein gut gemachtes Spiel darf gerne ewig lang sein, aber "ziehen" sollte sich das nicht. Das ist Aufgabe des "game directors" da zu schauen, das da alles passt. Referenz, was den Spielfluss angeht, ist da für mich bis heute noch "Half Life 2": Genau der richtige Wechsel zwischen Erkunden, Action und Rätseln und rechtzeitig vorbei, bevor die Story künstlich getreckt wirkt.
        Das Wegnehmen von sinnvollen Optionen durch Spezialgegner ist für mich ebenfalls eine Todsünde. Auch wenn viele bei DoomEternal von "Skill" reden, wenn man die effizienten Combos für alle Gegner auswendig gelernt hat, hat mir da Doom2016 besser gefallen, weil man hat mit jeder Waffe effektiv spielen konnte und nicht künstlich gehandicapt wurde.
        Zitat von Animaniac
        Steam, das Angebot ist eine Katastrophe, es ist einfach zu viel. Früher gab es bei Mediamarkt ein Regal mit Spielen, das wurde gepflegt und auf Stand gehalten, da gab es dann ~200 Spiele zur Wahl, das wars. Heute sind es jedes Jahr tausende zusätzlich, davon vielleicht 200 erwähnenswert, der Rest ist wohl Schund. Die Angebotsseiten bei Steam ändern sich kaum und immer die gleichen Titel sind im Angebot. Oft will ich was zocken, mach aber nach 30min den PC wieder aus weil ich nichts finde. (Seit ich nun wieder die Gamestar lese, wird es besser, da stehen oft interessante Spiele drin).

        Ja man sucht die Nadel im Heuhaufen, aber zu viel Angebot ist das Letzte was ich kritisieren würde. Ohne das gäbe es nur noch die dicken AAA+-Titel mit wirtschaftliche bewährtem Inhalt für eine maximal breite Zielgruppe.
        Falls man jedoch noch genug auf dem viel zitierten "pile of shame" hat, oder wenig Zeit, reicht ein selbst kuratiertes Angebot vollkommen aus. Wenn man den GaaS Neuheuten entkommen kann, weil man die Spiele dort nicht interessant findet(vom Design, Genre oder der Thematik), dann spart man sich das wühlen durch Angebote und kann auch länger zwischen den Hardwareupgrades warten.
      • Von Animaniac Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Govego
        Hast du keine Geduld? Warte bis die Spiele ein paar Patches hinter sich haben und kaufe es dann, meist schon etwas günstiger. Mit der Zeit lernt man solche Tricks. Spart Geld und schont Nerven
        Selbstverständlich, ich kaufe nur noch Titel 1 Jahr und älter. Einzige Ausnahme war Diablo 4, das wollte ich einfach haben. Aber später kaufen spart viel Nerven und Geld, bei den Spielen und natürlich auch bei der Hardware.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk