Blockbuster-Spiele in der Krise: Fehlt der Spielspaß?
Seit Jahren befindet sich der Markt für namhafte AAA-Spiele in einer augenscheinlichen Krise. Eine Ex-Verantwortliche des "God of War"-Studios Santa Monica sieht den bisher eingeschlagenen Weg als nicht mehr tragbar - stattdessen dürften wir künftig kleinere Titel von großen Publishern sehen.
Die Spieleindustrie muss seit Jahren Nackenschlag um Nackenschlag verkraften. Laut dem Portal PCGamer gab es "seit dem Bersten der COVID-Blase" im Jahr 2022 mehr 45.000 Entlassungen seitens der Branche. Ein paar Lichtblicke gibt es dennoch, die zumeist von vergleichsweise kleineren Studios stammen. Beispielhaft werden "AA-Titel" wie Clair Obscur: Expedition 33 oder das gemütliche Kletterspiel Peak genannt, die für Furore sorgten. Für Meghan Morgan Juinio, Ex-Produktentwicklungschefin bei Santa Monica Studios (unter anderem God of War), könnte dieser Weg einer aus der Krise sein.
"Blockbuster sind nicht nachhaltig"
Im Rahmen der Gamescom Asia x Thailand Games Show in der vergangenen Woche äußerte sich Juinio gegenüber PCGamer mit einer eindeutigen Meinung: Große Publisher wie Electronic Arts oder Ubisoft müssen früher oder später den Umfang und die Produktionsskala ihrer zukünftigen Entwicklungen reduzieren, um handlungsfähig zu bleiben. Im Kontext der exorbitant teuren Blockbuster-Spiele, die gerade noch theoretische Chancen haben, Entwicklungskosten wieder reinzuholen, erklärt Juinio folgendes:
Ich denke, es [die AAA-Entwicklung] ist schon jetzt nicht mehr im Sinne der Entwicklungskosten nachhaltig. Es gab eine Masse an Entlassungen, und viele von diesen stammen von der US-Westküste, weil die Mindestkosten dort so hoch sind. Entwicklungskosten werden dafür sorgen, dass große Publisher neue Pfade entdecken müssen.
Ein komplettes Ende riesiger Blockbuster-Titel wie God of War kehre damit aber nicht einher - stattdessen würden Spieler ihrer Einschätzung zufolge künftig mehr A- oder AA-Titel von größeren Publishern sehen. Das bisherige Geschäftsmodell weiter am Laufen zu halten, sei schlicht nicht möglich.
Die Community hat einen anderen Kritikpunkt
Die Spiele-Community auf Reddit diskutiert solche Aussagen natürlich, sieht aber die reine Qualität der Spiele in der Bringschuld. God of War: Ragnarök, an dem Juinio zuletzt arbeitete, wird vom Nutzer "Kasta4" als plakatives Beispiel hergenommen:
Es ist ein großartiges Spiel, das mit viel Sorgfalt entwickelt wurde und definitiv Spaß macht, aber für mich ließ der Spaßfaktor etwa zur Mitte des Spiels nach, als ich anhand des Level-Layouts vorhersagen konnte, wann Gegnerbegegnungen auftauchen würden.
Dieser Makel haftet den meisten Kommentaren zum Beitrag im PCGaming-Subreddit zufolge zahlreichen der jüngeren Blockbuster-Titel an, weshalb gewissermaßen auch ein Vertrauensvorschuss für die großen Publisher wegfällt, tatsächlich spaßige Spiele zu entwickeln. Daraus resultiert die Frage des Nutzers DroneRtx: "Wenn es keinen Spaß macht, warum soll es mich dann kümmern?"
Allerdings ist des Rätsels Lösung in diesem Kontext nicht mit einer exklusiv eindeutigen Antwort zu beantworten, da Spielspaß selbst innerhalb der Reddit-Diskussion unterschiedlich definiert wird. Um erneut God of War: Ragnarök als Beispiel zu nehmen: Für den Nutzer "AngryAvocado78" war das gelieferte Spektakel im Kratos-Abenteuer erstklassig und etwas, das Entwickler "bloß nicht" wieder entfernen sollten, da es schlicht einige der "coolsten Videospielmomente aller Zeiten ablieferte".
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Das Wegnehmen von sinnvollen Optionen durch Spezialgegner ist für mich ebenfalls eine Todsünde. Auch wenn viele bei DoomEternal von "Skill" reden, wenn man die effizienten Combos für alle Gegner auswendig gelernt hat, hat mir da Doom2016 besser gefallen, weil man hat mit jeder Waffe effektiv spielen konnte und nicht künstlich gehandicapt wurde.
Ja man sucht die Nadel im Heuhaufen, aber zu viel Angebot ist das Letzte was ich kritisieren würde. Ohne das gäbe es nur noch die dicken AAA+-Titel mit wirtschaftliche bewährtem Inhalt für eine maximal breite Zielgruppe.
Falls man jedoch noch genug auf dem viel zitierten "pile of shame" hat, oder wenig Zeit, reicht ein selbst kuratiertes Angebot vollkommen aus. Wenn man den GaaS Neuheuten entkommen kann, weil man die Spiele dort nicht interessant findet(vom Design, Genre oder der Thematik), dann spart man sich das wühlen durch Angebote und kann auch länger zwischen den Hardwareupgrades warten.
Skill... klar ich kann mir auch einreden das ein umständliches Spieldesign skill erfordert... haha. Ich hatte auch mal Skill, bei Quake 3 Arena, ich war schnell und gut, aber ein bestimmter Move als Lösung für ein bestimmtes Problem ist mir zu engstirnig, das ist wie Handschellen, entweder du hast den Schlüssel oder eben nicht. Das ist aber kein Talent sondern das ist stumpf auswendig gelernt. Wenn "Dark Ages" so bei 20€ liegt werde ich es auch kaufen, vielleicht ist das ja wieder besser, ich bin bei dir, Doom 2016 fand ich auch besser.
Das Problem bei Steam ist nicht das Angebot, viel Angebot ist natürlich gut. Aber da ist halt auch einfach Müll dabei, es gibt keine Qualitätskontrolle. Und Steam hat keine guten Filter für Leute wie mich, die Freitag Abend einfach mal spontan ein gutes Spiel für ein paar Stunden suchen.
Und natürlich kann ein gutes Spiel nicht lang genug sein, aber mir fehlen die guten Spiele die 10h Spielspaß bieten.
Letztens hab ich irgendeinen CoD Teil gespielt, keine Ahnung irgendwas von 2020 oder so. Für nenn 10er war das gut, 6h Action und geiles Geballer, also auch ein CoD kann es ja scheinbar noch. Die Zeiten von CoD 4, wo man Abends mit Freunden gezockt hat und das Spiel damit im MP auf 100h+ ausgedehnt hat, sind für mich vorbei. Aber ich bin mit 6h stumpfes Geballer aber mit schicker Grafik fein. Aber hätte ich dafür 60€ bezahlt und hab kein Interesse an MP, dann ist das P/L echt nicht cool.
Gerade auf dem Heimweg ging mir noch so durch den Kopf, früher habe ich oft Demos gespielt um ein Spiel zu testen, das ist heute selten der Fall. Aktuell bietet Steam das ja für einige Titel wieder an, aber das hat einen schon damals viele Fehlkäufe erspart.
Das Ton wieder ein wichtiges Gameplayelement wird wie z.B damals bei Thief z.B. da braucht man nicht mal dran denken.
Das Wegnehmen von sinnvollen Optionen durch Spezialgegner ist für mich ebenfalls eine Todsünde. Auch wenn viele bei DoomEternal von "Skill" reden, wenn man die effizienten Combos für alle Gegner auswendig gelernt hat, hat mir da Doom2016 besser gefallen, weil man hat mit jeder Waffe effektiv spielen konnte und nicht künstlich gehandicapt wurde.
Falls man jedoch noch genug auf dem viel zitierten "pile of shame" hat, oder wenig Zeit, reicht ein selbst kuratiertes Angebot vollkommen aus. Wenn man den GaaS Neuheuten entkommen kann, weil man die Spiele dort nicht interessant findet(vom Design, Genre oder der Thematik), dann spart man sich das wühlen durch Angebote und kann auch länger zwischen den Hardwareupgrades warten.