PCGH-Exklusiv: Erster Test der Asus Xonar D2
Mit der neuen Soundkarte "Xonar" versucht Branchengröße Asus einen Angriff auf den von Creative dominierten Markt der dedizierten Soundkarten. Hier setzen Letztere seit Jahren vor allem auf die Weiterentwicklung der "Environmental Audio Extensions" (EAX) zur Verbesserung der Effekte in Spielen. Keinem Fremdhersteller wurde es bisher gestattet, mehr als den Funktionsumfang der Version 2.0 bereitzustellen. Das trifft ebenfalls auf die von uns getestete Xonar D2 zu, welche laut dem Tool Rightmark 3D Sound EAX 1.0 und 2.0 unterstützt, an höheren Versionen jedoch scheitert. Interessant ist aber, dass das Tool Open-AL-Kompatibilität meldet, was jedem Onboard-Codec diverser Mainboards ein Fremdwort bleibt.
Bedenken Sie, dass mit dem neuen Soundmodell von Windows Vista keine Soundkarte ohne Open-AL-Support mehr EAX-fähig ist. Einzig Creative bietet derzeit mit dem "Alchemy"-Wrapper einen Übersetzer an, der die (EAX-)Soundbefehle älterer Spiele abfängt und an die Hardware weiterleitet.
Performance
Die Benchmark-Werte dienen der Analyse der CPU-Belastung und der EAX-Funktionen. Berüchtigt für ihren Einbruch bei angeschalteten Raum-Effekten sind Call of Duty 2 und Unreal Tournament 2004 (dt.). Ersteres macht Gebrauch von EAX 3.0. Berechnet eine Soundkarte diese Erweiterungen, bricht sie folglich ein. Mit der Xonar D2 sorgt das Einstellen von EAX 3 dafür, dass auf Miles 2D ausgewichen wird - es ist also (wie erwartet) nur EAX 2.0 möglich. Das zeigt sich auch an der Framerate, bei der EAX 2.0 am langsamsten ist (und am besten klingt). Klar erkennbar ist auch, dass die Xonar bei gleichem Effekt-Spektrum stets langsamer ist als die Konkurrenz aus dem Hause Creative.
CPU-Auslastung
Quelle: (Bild: PCGH)
Bei MP3-Wiedergabe über den Windows Media Player sorgt die X-Fi für eine Auslastung des ersten CPU-Kerns im Bereich null bis zwei Prozent. Die Xonar D2 belässt die Anzeige im Taskmanager meist bei exzellenten null Prozent.
Klang
Zur Analyse der praktischen Klangeigenschaften schlossen wir die Xonar D2 an unsere Soundreferenz, das MC 15 von Dynaudio, an. Nach mehrfachem Durchhören und Vergleichen mit einer X-Fi an diesem 1000-Euro-Soundsystem kommen wir zu dem Schluss, dass die Kontrahenten auf einem ähnlichen, sehr hohen Niveau rangieren. Wenn Sie meist hochwertig abgemischte Inhalte hören, sind Sie mit beiden Karten gut bedient. Pluspunkte sammelt die X-Fi mit ihrem Crystalizer, welcher so mancher komprimierten MP3-Datei zu mehr Dynamik und Klarheit verhilft.
Fazit
Quelle: (Bild: PCGH)
Mit einem Preis von 180 Euro ist Asus' Xonar D2 wahrlich kein Schnäppchen, reicht der Konkurrenz aber das Wasser in gewissen Teilbereichen. Musiker werden mit der neuen Soundkarte vermutlich mehr Freude haben als Spieler. Letztere greifen zu einer X-Fi Xtreme Gamer. Es bleibt abzuwarten, welche Vorteile die PCI-Express-Version der Xonar mit sich bringt.
