Razer übernimmt Audio-Spezialist THX
Der Peripherie-Spezialist Razer wird den Audio-Spezialist THX übernehmen. Die einst von George Lucas ins Leben gerufene Marke für besondere Audio-Qualität war schon vor der Disney-Übernahme des Lucas-Imperiums selbstständig und zertifiziert heute vor allem Heimkinosysteme. Razer will künftig verstärkt im Audio-Geschäft mitmischen.
Razer ist doch immer wieder für eine Überraschung gut: Der Peripheriespezialist kauft THX. THX ist das einst von George Lucas ins Leben gerufene und zwischenzeitlich unabhängige Qualitätssiegel für Audioinstallationen. Razer möchte die Marke erhalten und auch die 50 Mitarbeiter weiterbeschäftigen. Das Geschäft mit den Zertifikaten für Audioprodukte anderer Hersteller soll fortgeführt werden.
Razer verspricht sich von der Übernahme vor allem Expertise im Audiobereich. Damit dürfte auch klar sein, dass Razer den Markt wohl künftig noch aktiver bedienen wird. Bisher konzentriert man sich hauptsächlich auf Headsets. Künftig werden wahrscheinlich auch Boxensysteme hinzukommen. Insbesondere bei Virtual-Reality- und Surround-Systemen sieht Razer-CEO Min-Liang Tan Potenziale. Man arbeitet ja ohnehin bereits mit OSVR an einer eigenen VR-Technik.
Das Audio-Portfolio von Razer dürfte mit dem THX-Logo sukzessiv aufgewertet werden. Man wird sich davon bessere Verkäufe versprechen. Was Audio-Equipment angeht, scheint Razer noch nicht da zu sein, wo man sich gerne sehen würde. Spieler greifen dann meist doch eher zu Produkten etablierter Audio-Anbieter.
Ob das funktionieren wird, muss sich erst noch zeigen. Creative und Logitech hatten in der Vergangenheit THX-zertifizierte Produkte im Portfolio. Die verkauften sich nicht schlecht, waren aber auch ohne das Logo ordentlich. Daher ist es schwer zu sagen, ob das THX-Logo tatsächlich zu den Verkäufen beigetragen hat oder nicht. Bei den Soundkarten gab es immerhin die Software dazu, über die man Mehrkanalsysteme einstellen konnte. Creative war sogar von 2002 bis 2012 Eigentümer des Unternehmens.
THX wurde 1983 von George Lucas gegründet, um sicherzustellen, dass Episode 6 von Star Wars im Kino so klingt, wie er es vorgesehen hatte. Dazu wurden Mindestanforderungen an die Audiogüte in Kinosälen gestellt, die eingehalten werden mussten. Allerdings spielt dieses Thema heute kaum noch eine große Rolle. Zertifiziert werden heute vor allem Heimkinosysteme, die vom nach wie vor guten Namen profitieren.
Quelle: THX

mensch und ich dachte immer, dass THX Zertifikat ist was wert
Ich seh das also auch wie du: es is n hübsches Logo, aber die Aussagekraft ist vergleichbar mit der in Kosmetikwerbung... "9 von Zehn Testern fanden diese Lautsprecher besser als ihre eigenen*"
*Nicht-Anonyme Umfrage unter unseren eigenen Mitarbeitern
Aber wie gesagt, alles sehr intransparent und damit wenig sagend
Für mich ist, wie gesagt, die mangelhafte Transparenz das größte Problem bei THX. Wieviel verlangt denn THX für so ein Zertifikat? Weißt du das genau? Du "glaubst", es wird nur ein bestimmter Frequenzgang als Anforderung für den Heimbereich benötigt. Da sieht man, man kann es nirgends nachlesen, zumindest finde ich dazu nix. Aber ich kann dir zumindest versichern, dass nicht nur der Frequenzgang betrachtet wird, mindestens noch der Pegel und die Abstrahlcharakteristik. Vielleicht sogar noch mehr (Nachhall etc.).
Ich seh das also auch wie du: es is n hübsches Logo, aber die Aussagekraft ist vergleichbar mit der in Kosmetikwerbung... "9 von Zehn Testern fanden diese Lautsprecher besser als ihre eigenen*"
*Nicht-Anonyme Umfrage unter unseren eigenen Mitarbeitern
THX braucht wirklich kein Mensch, die Zertifizierung macht Produkte nur unnötig teuer,
nicht ohne Grund verzichten immer mehr Hersteller auf das Logo.***
Sinn macht THX nur in wenigen Fällen, eher was die Aufstellung der Rears betrifft, samt passendem Processing, aber
das kann man wesentlich einfacher als auch günstiger lösen
Diverse Funktionen waren früher mal teils sinnvoll, manche nett gedacht aber unnütz. (Z.B. Re-EQ, wie viele Filme haben 1:1 Kinoton? Ne Handvoll)
** Bei Lautsprechern gibt diese Zertifizierung eigentlich nur an, dass ein Lautsprecher
einen gewissen Pegel erreichen kann und dabei nicht mehr Verzerrungen als angegeben aufweist.
Um so höher das Logo "MM, Select, Ultra...), um so höher muss u.a. der Pegel der Kiste bei vergleichsweise niedrigem Klirr. (Afaik wird das in THD angegeben, was dazu absoluter Stuss ist!)
Teils werden auch unsinnige Vorgaben gemacht, wie breitere vertikale Abstrahlung, oder auch Dipol-Rears, was je nach Raum jeweils extrem Nachteilhaft sein kann.
Im Kommerziellen Bereich wie Kino und Co. gibt's da natürlich noch einige weitere Vorgaben bevor man das THX-Logo bekommt,
aber das sollte heutzutage auch alles ohne Logo Standard und logisch sein.
Meine Meinung als Tontechniker, bzw. Lautsprecherentwickler: THX-Zertifizierung braucht kein Mensch mehr zu Hause heutzutage.
Wer Heimkino will, der lässt sich gescheit beraten, die richtige Elektronik samt der richtigen Lautsprecher und korrekter Aufstellung dieser.
Edit:
Der Wikipedia-Artikel zu THX ist ja mal der Knaller, viel Halbwahrheiten drin, wie auch Stumpfsinn,
muss ich direkt mal an die Kollegen weiterleiten, das gibt gut Gelächter
Bei klanglich Interessierten, dürften so einige andere Logos wesentlich eher ziehen als das von THX,
z.B. wenn am Kinosaal was von Fraunhofer steht