Smart Home: Darum sind Kühlschrank, Thermomix und Co. ein Sicherheitsrisiko

42
News Claus Ludewig Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Smart Home: Kühlschrank, Thermomix und Co. als Sicherheitsrisiko (1)
Quelle: Games Aktuell

Wie sicher sind Smart Home-Geräte? Immer wieder kommen smarte Geräte mit veralteter Software und unzureichenden Sicherheitsfunktionen auf den Markt. Welche potenziellen Schäden können dadurch entstehen und wie kann man sich vor Angriffen auf IoT-Hardware schützen?

Im Interview mit der Zeit erklärt Michael Steigerwald - der Geschäftsführer und Mitgründer von vtrust, einem Unternehmen, das sich mit der Sicherheit von IoT-Geräten befasst und Beratungsdienstleistungen anbietet -, warum viele Smart-Home-Geräte ein Sicherheitsrisiko darstellen und was man als Nutzer dagegen tun kann. Da die Hersteller von Geräten unter einem Wettbewerbsdruck stehen, versuchen diese oftmals, sich durch Kosteneinsparungen von der Konkurrenz abzuheben. Sicherheitsfunktionen oder gar Software-Updates sind dabei aber Dinge, die einerseits viel Geld kosten und sich andererseits schlecht vermarkten lassen. Deshalb sparen viele Hersteller von smarten Kühlschränken und Co. nur allzu gerne an diesen Features.

Häufig gibt es nicht mal Personal bei Herstellern von Küchengeräten und anderen Haushaltsgeräten, die sich um die IT-Sicherheit kümmern. Derartige Services kosten eine Menge Geld, da dafür Software-Experten notwendig sind. Manche Hersteller lagern dann die Software-Entwicklung zu externen Dienstleistern aus. So offeriert beispielsweise Eset eine App für Android-TVs, um diese vor zum Beispiels Malware zu schützen.

Missbrauch von Daten möglich

Es stellt sich die Frage, welchen Unfug Kriminelle anstellen können, wenn es Ihnen gelingt, ein Smart-Home-Gerät zu hacken. Das kommt ganz darauf an, wie das betreffende Endgerät eingebunden ist und welche Daten dort gespeichert sind. Beispielsweise könnte man einen vernetzten Drucker dazu verwenden, massenhaft Ausdrucke anzufertigen oder auch kostenpflichtige Telefonnummern anzurufen, wenn man zugleich ein mit dem Internet verbundenes Festnetz-Telefon hat.

Einmal Zugriff auf alles bitte

Wird ein smartes Endgerät gehackt, so können Angreifer auf alle im selben Netzwerk befindlichen vernetzten Geräte zugreifen. Das Problem sind jedoch nicht nur einzelne Smart-Home-Geräte mit veralteter Software, sondern auch die Funktionsweise an sich. Ein vernetztes Endgerät dient immer sowohl als Empfänger von Daten, als auch als Sender. Mit entsprechendem Aufwand könnte man also einen Thermomix-Klon so umbauen, dass dieser zum dauerhaften Sender wird. So wurde im Jahr 2016 ein sogenanntes Botnetz aus einer Vielzahl von IoT-Geräten erstellt und durch massenhafte Anfragen die Server von Twitter, Spotify und anderen Web-Services lahmgelegt. Aktuellen Schätzungen von Statista zufolge geht man von mehr als 26 Milliarden IoT-Hardware aus, die sich weltweit im Einsatz befindet.

Ebenfalls lesenswert: Blueborn: Milliarden Bluetooth-Geräte mit schwerer Sicherheitslücke betroffen

Schutz durch aktuelle Software oder Nichtbenutzung

Die Frage, die sich stellt, ist, wie man sich vor Angriffen schützen kann. Generell gilt, dass nur Geräte mit aktuellem Softwarestand ans Netz gehören. Schließlich sorgen Software-Updates in der Regel auch dafür, dass Schlupflöcher gestopft werden. Offeriert der Hersteller eines Smart-Home-Geräts allerdings keinerlei neue Software, dann hilft nur, das betreffende Gerät vom Stromnetz zu nehmen. Die Hersteller sind einfach in der Pflicht, hierfür ein Bewusstsein zu entwickeln, da man ja im Prinzip kleine vernetzte Computer im Haushalt hat. Einen Vorbild-Charakter leisten hier übrigens Geräte mit Google Assistant und auch Amazon Alexa. Denn beide IT-Unternehmen offerieren immer wieder kostenlose Sicherheitsupdates. Ebenfalls kann es eine Lösung darstellen, mehrere unterschiedliche Netzwerke zu betreiben.

"Das größte Problem ist das fehlende Bewusstsein der Leute. Keiner denkt daran, dass er sich mit einer smarten Glühbirne ein potenzielles Einfallstor in sein digitales Zuhause holt. Firmen aus Asien haben oft ein anderes Verständnis von Privatsphäre. Sie sehen Daten nicht als so sensibel an wie wir. Die meisten Geräte sind außerdem ungeschützt. Unsere Tests haben gezeigt, dass bei chinesischen Bauteilen für Smart-Home-Produkte häufig Standard-Login-Daten verwendet werden, die in der Firmware einsehbar sind. Wir hatten hier im Labor vor ein paar Tagen eine Überwachungskamera mit einem Standard-Passwort, das sich nicht ändern ließ. [...] Es ist interessant, dass viele Käuferinnen und Käufer Amazon Echo und Google Home als potenzielle Wanzen ansehen, billige Smart-Home-Pendants aus Asien aber nicht. Dabei sind die Google- und Amazon-Produkte aus IT-Sicht um Welten sicherer." - Michael Steigerwald, Geschäftsführer von vtrust

Versteckte Hardware als Verbrauchertäuschung

Wie herausgefunden wurde, steckt beispielsweise im Thermomix-Klon - Monsieur Cuisine Connect - von Lidl, ein Mikrofon im Gehäuse. Mit dem derzeitigen Stand der Software ist dieses deaktiviert. Für den Nutzer ist dies gleich doppelt ärgerlich: Zum einen hat Lidl nicht auf der Verpackung angegeben, dass sich im Thermomix-Klon ein Mikrofon befindet, und zum anderen könnten Hacker eben dieses dafür benutzen, beispielsweise Gespräche zu belauschen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Fakten zum Sicherheitsrisiko von Smart-Home-Geräten:

  • Hersteller von z.B. smarten Kühlschränken und Co. sparen oftmals an den Sicherheitsfunktionen.
  • Es gibt kaum bis gar keine Software-Updates für Smart-Home-Geräte. Das macht die intelligenten Haushaltshelfer potentiell angreifbar.
  • Auch mit nur einem unsicheren Smart-Home-Gerät kann das gesamte Netzwerk zum Sicherheitsrisiko werden.
  • Prinzipiell ist nahezu jedes Angriffsszenario denkbar, vom Ausdruck von tausenden Seiten Papier über hunderte ungewollte kostenpflichtige Anrufe bis hin zu Botnetz-Attacken.
  • Sicherheit gibt es niemals zu 100%. Aber mit aktueller Software kann man die Sicherheit erhöhen. Genauso, wie mit Security-Apps für IoT-Geräte.
  • Bietet der Hersteller eines Smart-Home-Gerätes keine aktuelle Software an, so sollte man das betreffende Gerät bei Nichtgebrauch vom Stromnetz trennen.
  • Auch kann ein eigenes WLAN-Netzwerk eine Lösung darstellen, da dann - im schlimmsten Fall - nur dieses Netzwerk gehackt werden kann und eben nicht das Haupt-Netzwerk, indem beispielsweise die PCs des Hauses eingebunden sind.
  • Sicherheit kostet Geld. Sowohl für den Hersteller, als auch für den Endverbraucher. Schließlich wollen die notwendigen Software-Experten bezahlt werden.
  • Amazon Alexa- und Google Assistant-Geräte sind besser geschützt als viele andere Smart-Home-Geräte, da beide Konzerne immer wieder kostenlose Software-Updates bereitstellen.

Quelle: Zeit

42
    • Kommentare (42)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von colormix
        AW: Smart Home: Darum sind Kühlschrank, Thermomix und Co. ein Sicherheitsrisiko

        Reiner Quatsch unsinnige Spielerei Kühlschrank,Heizung zu vernetzten und dann das auch noch mit Alexa zu koppeln ,
        es ist sch* egal wenn ich nach hause komme die Heizung war runter geregelt diese 10 min die man nur warten muss wenn am höher stellt bis es warm wird ,
        in den Kühlschrank guckt man ja eh mindestens 1 x am Tag
      • Von colormix
        AW: Smart Home: Darum sind Kühlschrank, Thermomix und Co. ein Sicherheitsrisiko

        Reiner Quatsch unsinnige Spielerei Kühlschrank,Heizung zu vernetzten und dann das auch noch mit Alexa zu koppeln ,
        es ist sch* egal wenn ich nach hause komme die Heizung war runter geregelt diese 10 min die man nur warten muss wenn am höher stellt bis es warm wird ,
        in den Kühlschrank guckt man ja eh mindestens 1 x am Tag
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        AW: Smart Home: Darum sind Kühlschrank, Thermomix und Co. ein Sicherheitsrisiko

        Also bei uns im LAden gibts relativ viel regionales.
        Steht auch immer dabei und teils eigene Regale und Kühlungen dafür.
        Von meinen Küchengeräten geht nix online, wozu auch.
        Wenn ich wissen will was im Kühlschrank ist, mach ich ihn auf.
        Wenn man keine Lust dazu hat, kauft man halt einen mit Glastür.

        Ne Alexa o.ä. kommt mir nicht ins Haus.
      • Von colormix
        AW: Smart Home: Darum sind Kühlschrank, Thermomix und Co. ein Sicherheitsrisiko

        Nun ja manche Leute meinen Alles vernetzten zu müssen weil man die Möglichkeit hat, die Überraschung kommt dann später ,

        Kurios! Lautsprecher „Alexa“ macht selbststaendig Sprachaufnahme und verschickt sie | Welt

        Alexa macht selbstständig Party – und sorgt für Polizeieinsatz
        Amazon Echo: Alexa macht selbststaendig Party – und sorgt fuer Polizeieinsatz ⊂.⊃ CURVED.de

        ^^ Das Teil wurde gehackt und Einer hat einem anderem einen Streich gespielt .

        Die Leute haben selber schult wenn man so blauäugig ist und Allen und jedes vertraut .
      • Von colormix
        AW: Smart Home: Darum sind Kühlschrank, Thermomix und Co. ein Sicherheitsrisiko

        Nun ja manche Leute meinen Alles vernetzten zu müssen weil man die Möglichkeit hat, die Überraschung kommt dann später ,

        so hatte mal bei einem Hamburger die Alexa sich selbständig gemacht das keiner zuhaue war und eine Eigene Party mit lauter Musik abgespielt .

        Kurios! Lautsprecher „Alexa“ macht selbststaendig Sprachaufnahme und verschickt sie | Welt

        Der brüller :
        Alexa macht selbstständig Party – und sorgt für Polizeieinsatz
        Amazon Echo: Alexa macht selbststaendig Party – und sorgt fuer Polizeieinsatz ⊂.⊃ CURVED.de
      • Von fipS09 Volt-Modder(in)
        AW: Smart Home: Darum sind Kühlschrank, Thermomix und Co. ein Sicherheitsrisiko

        Meinst du dieser Landwirt erledigt alles mit einem 160 PS Schlepper?
        Der Landwirt könnte zum Beispiel einen lokalen Supermarkt oder ähnliches beliefern, von dort werden die Sachen dann per Lieferwagen verteilt.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk