Windows 10 und Skylake: Einloggen per 3D-Gesichtsfoto, Cortana weckt PC - Star Trek wird Realität
Star Trek wird Realität: In Windows 10 wacht der PC dank Skylake sprachgesteuert aus dem Schlummer auf - und erkennt, wer sich auf der anderen Seite des Monitors befindet, bevor er ihn oder sie mit Hilfe eines 3D-Fotos einloggt. Obendrein verbessert Skylake auch die Touch-Bedienung.
Seit 21 Jahren arbeiten Intel und Microsoft bereits zusammen - das sind elf Windows- und 17 CPU-Generationen. Mit Windows 10 und Skylake, der 6. Generation der Core-Prozessoren, geht diese Kooperation nun in die nächste Runde. Und so eng wie jetzt, das hören wir auf dem Intel Developer Forum 2015 in San Francisco immer wieder, war die Zusammenarbeit beider Firmen schon lange nicht mehr. So entsandten dann sowohl Microsoft als auch Intel Experten in eine Session, in der sich alles um die neuen Interface-Erfahrungen drehte, die Windows 10 im Zusammenspiel mit Skylake bietet.
Einloggen per 3D-Gesichtsaufnahme
Windows Hello - hinter dieser etwas ungelenken Bezeichnung verbirgt sich die biometrische Anmeldung an ein Windows-10-System. Ein von Intels RealSense-F200-Kamera geliefertes 3D-Bild des Benutzers loggt diesen automatisch ins System ein, ohne dass er ein Passwort eintippen muss - sicherer geht es nicht. Das Bild mit seinen 36 Stützpunkten muss natürlich vorher aufgenommen und vom PC mit dem Konto des Benutzers verknüpft werden. Die Fehlerquote von Windows Hello liegt laut Shane Abreu, Senior Program Manager bei Microsoft, bei 1:100.000. Anders ausgedrückt: Bei einer Million Einlog-Versuchen einer unbefugten Person öffnet Windows Hello dieser nur zehn Mal Tür und Tor. Mit zwei bis vier Prozent liegt die Abweisungsrate eigentlich befugter Benutzer etwas höher - doch diese bekommen nach gescheiterten Windows-Hello-Versuchen eine herkömmliche Passwort-Eingabemaske präsentiert. Niemand muss also Angst haben, sich nicht mehr in den PC einloggen zu können. Optional arbeitet Windows Hello auch mit Fingerabdruck- beziehungsweise Iris-Scannern. Diese Funktionen schalten externe Plug-Ins zusammen mit entsprechender Hardware frei.
Quelle: Intel (Screenshot: PCGH)
Windows Hello 1
Wie sicher ist Windows Hello?
Lässt sich die RealSense-Kamera mit einem Foto oder gar einer Smartphone-Aufnahme des Benutzers überlisten? "Nein", antwortet Shane Abreu. "Die Kamera verarbeitet ein Infrarotbild, deshalb sieht sie bei einem solchen Foto rein gar nichts." Was wäre, wenn man es mit Infrarotfarbe drucken oder eine sehr lebensechte 3D-Maske vor die Linsen halten würde? "Wir haben es bislang nicht geschafft, Windows Hello damit zu überlisten", sagt Abreu. Um die Sicherheit zu erhöhen, kann man beim Speichern seines 3D-Bildes auch noch den Kopf nach rechts und links drehen, damit der PC noch mehr Details registriert. Nachdem Einloggen schaltet sich die Kamera aus - Gleiches geschieht auch, wenn der PC nach 30 Sekunden ohne Einlog-Versuch in den Pausenmodus wechselt. Das bedeutet auch, dass der Rechner nicht mit einem Ausloggen darauf reagiert, wenn man sich vom PC entfernt: "Dafür gibt es keine API, und wir scannen nun mal den Benutzer nicht kontinuierlich", sagt Shane Abreu. Wer sich sorgt, dass die Gesichter in einer Microsoft-Datenbank landen, kann aufatmen: Alle Aufnahmen werden ausschließlich lokal auf dem PC gespeichert. Wer mehrere Rechner besitzt, muss also auf jedem ein Bild aufnehmen. "Etwa zehn bis 20 Konten" kann Windows Hello pro System verwalten, so Shane Abreu. Denkbar wäre auch, das eigene Gesicht als Autorisierungshilfe bei einem Online-Einkauf zu nutzen. "Dafür müsst ihr in Microsoft Passport einen 3D-Gesichtsscan als Geste definieren, die dann dafür eingesetzt wird", so Abreu.
Windows 10: Sprachsteuerung ab Werk
Was bei Apple Siri heißt, hört bei Microsoft auf den Namen Cortana: Eine digitale Helferin, die dem Benutzer per Sprachsteuerung bei Fragen und Aufgaben unter die Arme greift. Rajeev Nalawadi, Principal Engineer in Intels Windows OS Division, führt uns dies in einer kurzen Demo vor. Er lässt Cortana einen Witz erzählen, einen Termin im Kalender nachschlagen, das Wetter checken und Musik abspielen. Das funktioniert zwar auch mit der händischen Eingabe einer Frage in einer Suchmaske, cooler ist es natürlich, mit Cortana zu sprechen - entweder nach einem Klick auf ein Mikrofonsymbol oder völlig frei, also ohne Maus und Tastatur in die Hand nehmen zu müssen. "Wahlweise wartet ihr nach einem gesprochenen 'Hey Cortana' auf einen Bestätigungston, um dann weitere Kommandos anzufügen, oder ihr sprecht ganz normal weiter", sagt Rajeev Nalawadi. Danach durchforstet Cortana den gesprochenen Satz nach Schlüsselwörtern, -programmnamen oder auszuführenden Aktionen. Das klappt sogar, wenn der PC ausgeschaltet ist. Dann läuft die Schlüsselwortsuche nicht als Teil der Betriebssystemsroutinen ab: "Windows 10 erlaubt auch einem Hardware-Signalprozessor, auf Sprachkommandos zu reagieren", sagt Rajeev Nalawadi. Praktisch, dass Intels Skylake-Plattform einen solchen Smart-Sound-DSP besitzt und man den Rechner damit auf Kommando aus dem Schlaf wecken kann.
Quelle: Intel (Screenshot: PCGH)
Cortana 1
Cortana weckt den PC
Cortana arbeitet auch offline, beschränkt sich dann allerdings beispielsweise nur auf das Öffnen von Programmen oder das Abspielen von lokal gespeicherter Musik. Komplexe Fragen schickt das Helferlein wie Apple-Kollegin Siri in die Cloud, um sie dort zu analysieren. "Eine solche Analyse wäre auch lokal denkbar", erklärt Rajeev Nalawadi. "Allerdings bräuchtet ihr dazu zusätzliche Beschleunigungs-Hardware, damit ihr nicht ewig auf die Antworten warten müsst." Auch, wenn der PC sprachgesteuert aus seinem Schlummer geholt werden darf: Ein Windows-Einloggen per Sprache ist derzeit noch nicht möglich. Und allen, die sich auf eine Ansprache ihres Rechners à la: "Hallo Computer" oder "Hallo Alfred" gefreut hatten, verpasst Nalawadi einen Dämpfer: "'Hey Cortana' ist fest im Betriebssystem verdrahtet, sowohl software- als auch hardwareseitig."
40 Finger und digitale Tinte
Als letzter Sprecher präsentiert Intels Andy Vargas, Senior Principal Engineer & Director, Windows OS Cloud, uns die Precise-Touch-Technologie. Sie ist ebenfalls in die Skylake-Plattform integriert und erweitert die Berührungssteuerung entsprechend ausgerüsteter Computer, Tablets und Smartphones. "Bislang werden Touch-Eingaben von einem Display-Controller verarbeitet und dann an das Betriebssystem beziehungsweise das Programm weitergereicht", erklärt Vargas. "Mit Skylake verschiebt sich die Verarbeitung in die im Chip integrierte GPU, wo die Berührungen erheblich flinker verarbeitet werden." So sind Multitouch-Gesten und deutlich mehr Finger von deutlich mehr Menschen auf dem Display möglich. "Große Tisch-Displays erkennen so bis zu 40 verschiedene Berührpunkte", freut sich Andy Vargas. Und weil ein Finger manchmal etwas zu dick ist, um etwa feine Linien zu zeichnen, ersann Microsoft die Direct-Ink-Technologie: Mit einem universal, also mit zahlreichen Displays verwendbaren Eingabestift sind zwei "Tintenvarianten" möglich. "Wet-Ink-Rendering ist flink und hilft euch beim groben Skizzieren, Dry-Ink-Rendering sorgt für deutlich genauere und präzisere Linien", sagt Andy Vargas. Das Ziel der Entwickler: Auf dem Touch-Display soll es sich so natürlich wie auf Papier schreiben und zeichnen lassen.
Das kommt dann als nächste Sicherheitsstufe 


Ich frage mich, warum die Politik nicht schon eingegriffen hat und die EU ist wohl noch zu viel mit Griechenland beschäftigt.
Die möglichkeiten die Windows 10 bietet sind von der Idee her nicht schlecht....nur ohne Datenschutz ist das leider sehr bitter.
Aber kannst du mir vielleicht aus XP Zeit ein Tool nennen, welches sich nicht durch ein simples Foto austricksen ließ? Danke
Mag ja sein, das auf der anderen Seite dieser Erde die meisten es gewohnt sind über jeden alles im Netz zu finden, auch ihr Gesichtsfeld, aber hier bei uns?
Wo schickt Windows 10 das Photo, wo hin?
MfG.wolflux