Sid Meier's Ace Patrol: Gameplay siegt über Augenkrebs-Grafik - Ein Kommentar von Thilo Bayer
Darf das Gameplay Spaß machen, wenn die Augen gepeinigt werden von Augenkrebs-Grafik? Diese Frage stellt sich Thilo Bayer, normalerweise Erbsenzähler bei Spielgrafik, während er Sid Meier's Ace Patrol spielt.
Der gute, alte Sid Meier steht mittlerweile für eine ganze Schar von Spielen mit seinem Namen. So auch bei Ace Patrol, das in der iOS-Version zwar gute Kritiken bekam (Ausnahme: 4Players), aber im App Store von vielen Spielern für das angebliche Pay-2-Win-Konzept abgestraft wurde. Nun gibt es das Spiel auch auf Steam, ohne den ganzen Heilungs- und sonstigen Abrippe-Schmu. Befreit vom Makel des Pay-2-Wins könnte das Luftkampf-Strategiespielchen ja wirklich Spaß machen, oder? Ja, das könnte es durchaus. Trotz Kassengift-Thema "1. Weltkrieg". Denn: Es macht tatsächlich Laune, seinen Piloten und Pilotinnen (yeah!) beim Großwerden zuzuschauen, sie in den Kämpfen zu hegen und zu pflegen, ihnen neue Flugmanöver beizubringen oder ihre Flugzeuge mit kleinen Geschenken aus der Forschung aufzupolieren.
Rundenbasierte Luftgekämpfe mit Loopings und Immelmänner, das fesselt durchaus - auch wenn die Hintergrundgeschichte der Kampagne deutlich mehr Potenzial bieten würde und sich die vier Kampagnen der Engländer, Deutschen, Franzosen und US-Amerikaner eigentlich kaum nennenswert voneinander unterscheiden - und die Flugzeuge erst recht nicht. Aber das ist wie gesagt gar nicht das große Problem, denn die Missionen an sich bieten die ersten Stunden richtig Spielspaß.
JA, WENN DIESE GRAFIK NICHT EIN SCHLECHTER WITZ WÄRE!
Wer hat den den Firaxis-Leuten gesagt, dass man es sich 2013 leisten könnte, die Spielwelt mit Bodentexturen auszustatten, die wie ein JPEG-Kompressionsunfall aussehen? Wir reden hier von Firaxis und 2K Games - nicht gerade bekannt als Indie-Entwickler oder -Publisher, die kein Geld für Grafiker ausgeben könnten. Allein die Flugzeuge und die Piloten-Porträts sind in ihrer Comic-Grafik noch akzeptabel. Der Boden, der leider 95 Prozent der sichtbaren Fläche einnimmt, schaut aus wie beim Flight Simulator 2000 - stellenweise sogar schlechter, wenn nämlich die Farbkleckse herren- und achtlos ohne Verbindung zu anderen Klecksen in der Landschaft rumliegen, als ob der Engine die Shader ausgegangen wären. Die Annahme, dass man die iPhone-Grafik 1:1 Richtung PC portiert hat, ist nicht wirklich von der Hand zu weisen, zumal es genau ZERO Möglichkeiten im Menü gibt, die Grafik zu ändern. Das tut auf dem feinen Full-HD-LCD mal so richtig weh in den Augen.
Ich spiele seit Jahren Battle for Wesnoth, ein Fantasy-Rundenstrategiespiel von Hobby-Programmierern. Da ist die Grafik zwar nur 2D, aber wenigstens liebevoll. Egal, wie viele waghalsige Loopings ich durchführe und welche G-Kräfte an mir nagen: "Liebevoll" ist die Grafik von Ace Patrol nicht, zu keinem Zeitpunkt!
Nun werden Sie sagen: Aha, der Herr Bayer macht wieder einen auf Grafikhure. Denkste! Ich sitze jetzt den dritten Spätabend in Folge vor Ace Patrol und will unbedingt bei Commander Heinrich noch mal die Immelmann-Wende einsetzen. Am Ende muss ich also doch sagen: Gameplay siegt über Augenkrebs-Grafik! Aber noch mal lasse ich das einem großen Publisher nicht durchgehen. Das geht auch besser!

Da find ich dann War Thunder doch etwas schöner.
Du hast das Prinzip von Minecraft verstanden
Blurb.
Würg- wer kauft den so einen schmarn. Schade um die Zeit was sie da Reinsteckten. Das gleiche ist mit Minecraft, eigentlich kein schlechtes Spiel aber mit Augenkrebs Grafik. Da hatte VC20 von Commodore eine bessere Grafik.
Erinnert mich irgendwie stark an Red Baron 3D, nur mit Cel Shading ^^ Und das Spiel ist von 1997...