AMD Ryzen & Bulldozer: Spectre-2-Schutz in Windows 10 jetzt optional verfügbar
Microsoft hat das kumulative Update KB4093112 für Windows 10 Fall Creators Update (1709) veröffentlicht, das den Software-seitigen Schutz vor der GPZ-Variante 2 alias Spectre für AMDs Ryzen- und Bulldozer-Prozessoren enthält. Parallel dazu benötigen Nutzer BIOS-Updates von den Mainboard-Herstellern. Die "Indirect Branch Prediction Barrier" (IBPB) muss in der 1709er-Version noch manuell aktiviert werden.
Anfang des Jahres hat Googles Project-Zero-Team drei Sicherheitslücken entdeckt, die unter Spectre (GPZ-Variante 1 und 2) sowie Meltdown (GPZ-Variante 3) zusammengefasst werden. Während Intel und die Mainboard-Hersteller für Core-CPUs seit Wochen Microcode-Updates verteilen, mussten sich Nutzer von AMD-Prozessoren im Falle von Spectre 2 bislang noch gedulden. Für Spectre 1 gab es reine Software-Updates über Windows 10 und für Meltdown seien die CPUs aufgrund architektonischer Unterschiede zu Intel ohnehin nicht anfällig. Das Risiko eines potenziellen Angriffs über Spectre 2 schätzt AMD weiterhin als niedrig ein, trotzdem muss sie gänzlich geschlossen werden.
Spectre 2 schließen AMD und Microsoft mit dem jüngsten kumulativen Update KB4093112 für Windows 10 Fall Creators Update (1709) als Zusammenspiel aus Software und Microcode. In einem neuen Whitepaper empfiehlt AMD einzig die "Indirect Branch Prediction Barrier" (IBPB) als Lösung für Spectre 2. "Indirect Branch Restricted Speculation" (IBRS) und "Single Thread Indirect Branch Predictor" (STIBP) hingegen seien nicht performant ausführbar - auf Intel-Systemen kann man neben einem Rückgang der CPU-Leistung vor allem langsamere M.2-NVMe-SSDs beobachten. Das Windows-10-Update enthält daher ausschließlich die IBPB, die den Prozessoren über einen aktualisierten Microcode beigebracht werden muss. Zunächst werden alle Ryzen-CPUs und die Bulldozer-Modelle ab der ersten Generation von 2011 versorgt.
In einem Blog-Beitrag gibt AMD an, die Microcode-Updates bereits an die Mainboard-Hersteller verteilt zu haben. Anfang März gab es Berichte, dass unter anderem Ryzen-CPUs mit dem Windows-10-Insider-Build 17618.1000 als sicher gemeldet wurden. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der IBPB-Fix dort bereits enthalten war und der aktualisierte Microcode in der AMD Generic Encapsulated Software Architecture (AGESA) 1.0.0.1a PinnaclePi integriert wurde, die bereits in Form zahlreicher BIOS-Versionen verfügbar ist, um AM4-Platinen für die Raven-Ridge-APUs fit zu machen. Passend dazu meldet der Nutzer eines Ryzen 5 2400G auf einem Asrock AB350 Gaming-ITX/ac, dass sein PC mit dem aktuellen Windows 10 als sicher vor Spectre 2 gemeldet werde.
Wer den Schutz vor Spectre 2 aktivieren möchte, muss das in der noch aktuellen Windows-10-Version 1709 (Fall Creators Update) über die Registry erledigen, wie Microsoft beschreibt. Am einfachsten funktioniert das über zwei Befehle in der Eingabeaufforderung: Windows-Taste + R drücken, CMD eingeben, als Administrator öffnen und die folgenden Zeilen eingeben:
- reg add "HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management" /v FeatureSettingsOverride /t REG_DWORD /d 64 /f
- reg add "HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management" /v FeatureSettingsOverrideMask /t REG_DWORD /d 3 /f
Alternativ kann man die Pfade in der Registry öffnen und die Änderungen von dort aus vornehmen. In dem kommenden (jüngst verschobenen) Spring Creators Update (1803) wird der Schutz automatisch aktiviert.

Der Bulldozer hatte Räder zum Fortbewegen?
Ich habe ein FX-8150 und bei mir ist nach dem Update noch immer Spectre Aktiv.
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