Schwaches Passwort mit gravierenden Folgen: Hacker lassen Traditionsunternehmen untergehen
Ein einziges schwaches Passwort reichte aus, um ein britisches Unternehmen nach 158 Jahren Existenz effektiv dem Untergang zu weihen. Die Akira-Ransomware-Gruppe verschlüsselte alle Daten und forderte wohl 5 Millionen Pfund - das Aus für 700 Arbeitsplätze.
Das Transportunternehmen KNP Logistics aus Northamptonshire verkörperte britische Beständigkeit. Seit 1865 bewegte die Firma Güter kreuz und quer durch das Königreich, überlebte zwei Weltkriege und wirtschaftliche Krisen. Doch was 158 Jahre Geschichte nicht zerstören konnte, schaffte wohl ein einzelnes schwaches Passwort binnen weniger Stunden.
Cyberkriminelle der berüchtigten Akira-Gruppe konnten das mutmaßlich schwache Passwort eines KNP-Mitarbeiters erraten und verschafften sich damit Zugang zu den gesamten IT-Systemen: Sämtliche Unternehmensdaten wurden verschlüsselt, interne Netzwerke lahmgelegt und der Geschäftsbetrieb vollständig zum Erliegen gebracht.
- Die Akira-Ransomware-Gruppe zählt zu den aktivsten und gefährlichsten Cyberkriminellen weltweit. Seit ihrem ersten Auftreten im März 2023 haben die Erpresser allein im ersten Jahr über 250 Organisationen angegriffen und geschätzte 42 Millionen US-Dollar erbeutet (via IC3).
- Ihre Taktik folgt einem bewährten Schema: Zunächst infiltrieren die Hacker über kompromittierte Zugangsdaten die Systeme ihrer Opfer. Anschließend extrahieren sie sensible Daten, bevor sie diese mit ihrer Ransomware verschlüsseln - eine Doppelerpressung, die den Druck auf die Betroffenen maximiert.
Im Fall KNP lautete die zynische Lösegeldforderung: "Falls Sie dies lesen, bedeutet das, dass die interne Infrastruktur Ihres Unternehmens vollständig oder teilweise tot ist. Lassen Sie alle Tränen und Verbitterung beiseite und versuchen wir, einen konstruktiven Dialog aufzubauen".
Obwohl die Akira-Gruppe keine konkrete Summe nannte, schätzten Sicherheitsexperten das geforderte Lösegeld auf etwa 5 Millionen Pfund - eine Summe, die das mittelständische Logistikunternehmen schlichtweg nicht aufbringen konnte. Direktor Paul Abbott stand vor einer unmöglichen Wahl: Entweder das Unternehmen liquidieren oder hoffen, dass sich eine Lösung findet.
Diese fand sich nicht. Ohne funktionierende IT-Systeme war KNP handlungsunfähig. Lohnbuchhaltung, Auftragsverwaltung, Routenplanung - nichts funktionierte mehr. Nach 158 Jahren Firmengeschichte musste das Unternehmen seine Tore für immer schließen und 700 Mitarbeiter entlassen. Paul Abbott steht indes vor der schweren Entscheidung, ob er dem betroffenen Mitarbeiter die Wahrheit über die Folgen des schwachen Passworts mitteilen soll: "Würden Sie es wissen wollen, wenn Sie es wären?"
Quelle: BBC

700 Mitarbeiter und keine 5 Millionen auf dem Bankkonto?
Schwer zu glauben...
Aber andererseits muss man sich schon die Frage stellen, wie ein Unternehmen so dumm und fahrlässing sein kann, welches auf IT angewiesen ist und diese Grundlage für das Bestehen des Unternehmens ist, mit der Sicherheit derer so fahrlässig umzugehen.
In dem System hätte ich von meinen wirklich wichtigen Daten ein "6-3-2"
Allerdings ist 3-2-1 was IT-"Manager" in der Regel beigebracht bekommen. Und Hand aufs Herz, viele Firmen bringen nicht einmal das auf die Reihe.
Keine Sicherheitsredundanz?
Backups usw?
Alle verschlüsselten/gehackten Platten raus, Backup offline rein, Passwörter ändern...das als laienhafte Vorstellung...weil ich kein IT-Sicherheitsexperte bin.
Zuerst musst du mal rausfinden, wie sie dich erwischt haben. Sonst bist du nach einem Rollback gleich wieder dran. Redundanz erwischt es da genauso.
Dann hast du heutzutage vor allem Virtualisierungsinfrastruktur. Auf einer physischen Platte sind dann x virtuelle Platten von diversen VMs, die alle entsprechend konfiguriert werden müssen. Oder aufgrund von Redundanz hast du deine Daten über x Platten verteilt. Da ist nichts mit einmal schnell ausbauen/einbauen. Zumal sie beides, physische wie virutelle Platten mitunter verschlüsseln.
Und vor allem: Je nachdem wie groß die Firma ist, haben die bestenfalls nur grobe Ahnung welche Systeme sie wo stehen haben. Da hast du ein paar Server on-prem, ein paar in der Cloud, ein paar irgendwo in Co-Location... Ein paar in China, ein paar in Deutschland, ein paar in den USA,...
Das zu organisieren ist alles andere als einfach.
Wenn man sein Unternehmen so verantwortungslos führt das keinerlei Redundanzen da sind, geschweige denn eine Versicherung die bei solchen Gefahren greifen sollte, dann noch scheinbar ein Hobbyadmin der das System betraut, dann ist es vielleicht auch besser so, auch wenns hart klingt.
Da wurd einfach mal wieder am falschen Ende gespart.
Cyberversicherungen sind in der Regel entweder ein Verlustgeschäft, weswegen sich viele Versicherer aus dem Markt bereits wieder verabschiedet haben. Oder so restriktiv, dass das Geld besser in vernünftige IT investiert wäre. Denn die Vorgaben sind meistens Compliance-BS.
Wenn man sein Unternehmen so verantwortungslos führt das keinerlei Redundanzen da sind, geschweige denn eine Versicherung die bei solchen Gefahren greifen sollte, dann noch scheinbar ein Hobbyadmin der das System betraut, dann ist es vielleicht auch besser so, auch wenns hart klingt.
Da wurd einfach mal wieder am falschen Ende gespart.
So passiert wenigstens nicht noch mehr Schaden.