Shadows: Awakening als E3-Geheimtipp - Wanderer zwischen zwei Action-RPG-Welten
Diablo, Torchlight, Titan Quest - Fans von Action-Rollenspielen bekommen bei diesen Namen glänzende Augen. Mit Shadows: Awakening betritt ein alter Bekannter die Bildfläche: der slowakische Entwickler Games Farm, der mit diesem Spiel in das Universum der Heretic-Kingdoms-Reihe zurückkehrt.
Was uns Peter Nagy, CEO von Games Farm, etwas versteckt am Stand von Publisher Kalypso auf der E3 2018 in Los Angeles präsentierte, kann sich sehen lassen: Shadows: Awakening punktet mit äußerst stimmungsvollen, handgemachten und nicht zufällig generierten Umgebungen, die irgendwo zwischen Tausendundeiner Nacht und Diablo 2 Zuhause sind.
Storytechnisch scheint das Spiel konventionell zu starten: Wir wählen, ob wir unser Abenteuer mit einem Krieger, einer Magierin oder einem Jäger bestehen wollen. Doch der Clou ist, dass wir nicht nur in unserer eigenen Welt unterwegs sind, sondern jederzeit in eine Paralleldimension wechseln können. Aus der stammt der Dämon, der sich zu Beginn des Spiels mit eben diesen drei Helden vereint. Die waren eigentlich schon tot, werden von dem Dämon aber aus Abenteuergründen wieder zurück ins Leben gerufen.
Bosskampf in zwei Dimensionen
Der Wechsel zwischen den Dimensionen ist nicht nur schmuckes Beiwerk: So überqueren wir beispielsweise eine Brücke, die in unserer Welt zusammengebrochen ist, in der Dämonenwelt ohne Probleme - die Monster, die dort herumschweben können, einmal außen vorgelassen. Plattformen, die sich in unserer Welt unentwegt bewegen, werden bei einem Wechsel eingefroren.
Eingefroren wird auch unser Held in der jeweils anderen Dimension, damit wir nicht aus der "aktiven" in die andere zurückkehren und dort nur noch dessen sterbliche Überreste vorfinden. In manchen Kämpfen müssen wir sogar beide Welten nutzen: Peter Nagy zeigt uns einen mächtigen Spinnenboss, den wir zunächst als Dämon attackieren, um dessen Schutzschild zu knacken. Anschließend wechseln wir in unsere eigene Welt, um ihn dann mit einigen Zaubern zu zerlegen.
Kombiniere, kombiniere
Hinter dem auf den ersten Blick recht actionlastigen Shadows: Awakening steckt ein tiefgehendes Rollenspielsystem. Seelensteine füllen unsere Mana- und Gesundheitsvorräte auf, Gegner und deren Angriffe besitzen unterschiedliche Schadenstypen und Verteidigungswerte. Ist ein Gegner beispielsweise gegen Feuer oder physikalische Angriffe immun, ist es ratsam, ein anderes Gruppenmitglied einzusetzen, um ihn zu besiegen.
Fortgeschrittene Spieler setzen Kombos ein: So wirft beispielsweise ein Kobold ein paar Ölflaschen, die den Boden rutschig machen und unsere Feinde verlangsamen. Das Öl kann dann unsere Magierin anzünden. Alternativ wirkt die Magierin einen Windzauber, der die Fäuste eines Nahkämpfers noch schneller rotieren lässt. 15 Begleiter gibt es im Spiel, die sich unserem Haupthelden anschließen können. "Manchmal müsst ihr euch zwischen zwei neuen Begleitern entscheiden, andere gesellen sich nach erledigten Nebenmissionen zu euch", erklärt Peter Nagy.
Engel oder Teufel?
Auch unser Held besitzt eine Fülle von Charakterwerten - so viele, dass Games Farm sie unter den Hauptwerten Angriff, Verteidigung und Zähigkeit zusammenfasst. Dazu kommen Stärke, Geschick, Ausdauer, Willenskraft und passive Talente, die wiederum andere Merkmale freischalten. So sollen laut Peter Nagy 120 Fertigkeitskombinationen möglich sein.
Außerdem gibt es ein Karma-System: Im Spiel verbergen sich 50 Schlüsselszenen, in denen wir mit unseren Handlungen zwischen Gnade und Grausamkeit beziehungsweise Wohltätigkeit und Gier entscheiden müssen. "Abhängig von euren Entscheidungen verändert sich dann das Aussehen eurer Dämonenform", sagt Nagy.
Quelle: Kalypso
Shadows: Awakening auf der E3 - Wanderer zwischen zwei Action-RPG-Welten (8)
Beute bis zum Abwinken
In einem Action-Rollenspiel fliegt uns naturgemäß viel Beute um die Ohren. Hier hatten die Entwickler eine schlaue Idee: Beim Einsammeln eines Gegenstands findet ein Schnellvergleich mit unseren derzeit ausgerüsteten Waffen und Rüstungsteilen statt. Das Ergebnis erscheint dann kurz auf dem Bildschirm. Damit sollen Situationen vermieden werden, in denen wir stundenlang durch die Gegend schnetzeln, ohne beispielsweise eine bessere Waffe in unserem Inventar auszurüsten.
Je nach ausgerüsteter Waffe darf sich unser Held über insgesamt 20 Boni freuen. Mit magischen Essenzen lassen sich diese auch gezielt in Gegenstände wirken. Wer dafür keine Geduld hat oder einfach nur gerne andere seine Drecksarbeit machen lässt, beherrscht einen Gegner und lässt diesen für die eigene Gruppe kämpfen.
60 Stunden Abenteuer
60 Stunden soll eine Reise durch die Welt von Shadows: Awakening dauern, die uns durch arabische, asiatische und ägyptische Landstriche und Katakomben führt. In jeder gibt es einen großen Bereich wie etwa eine Stadt, in der nicht gekämpft wird, sondern wo wir uns mit den lokalen Einwohnern unterhalten und Quests bekommen. Die Plaudereien gehen durchaus über ein "Und sonst?" - "Muss!" heraus: 20 Stunden umfassen die Dialogaufnahmen derzeit, so Peter Nagy.
Quelle: Kalypso
Shadows: Awakening auf der E3 - Wanderer zwischen zwei Action-RPG-Welten (18)
Fazit: Shadows Awakening
Shadows: Awakening ist einer der Geheimtipps der diesjährigen E3: Das Action-Adventure sieht toll aus, spielt sich flüssig und lädt mit dem Wechsel zwischen den Welten zum Experimentieren ein - etwa, wenn ein Gegner zu hart zu sein scheint oder es auf den ersten Blick nicht mehr weitergeht.
In Sachen Story hielt sich Peter Nagy von Games Farm noch bedeckt. Immerhin konnten wir ihm entlocken, dass die Wahl unserer Helden durchaus Auswirkungen auf die Geschichte hat. Der Krieger Kalig war beispielsweise erst zwei Jahre tot, während Magierin Evia schon vor 300 Jahren das Zeitliche gesegnet hatte. Sie kann es nicht fassen, wie sich die Welt verändert hat und dass sich kaum noch jemand an ihre Epoche erinnert.
Die Entwickler sind derzeit noch dabei, Bugs auszubessern und das Spiel auf Hochglanz zu polieren, denn für den Erscheinungstermin peilen sie erfreulicherweise schon den 31. August an.
