Nach fast 28 Jahren: Linux 7.2 verbessert Treiber für SEGAs Dreamcast aus dem Jahr 1998
Während ältere PC-Plattformen aus dem Linux-Kernel verschwinden, erhält die SEGA Dreamcast weiterhin Fehlerbehebungen. Linux 7.2 bringt mehrere Verbesserungen für die fast 28 Jahre alte Konsole.
Während Intels i486-Prozessoren nach mehr als drei Jahrzehnten aus dem Linux-Kernel fliegen, wird die SEGA Dreamcast weiterhin gepflegt. Mit Linux 7.2-rc3 erhält die fast 28 Jahre alte Konsole erneut mehrere Fehlerbehebungen für ihre Eingabegeräte.
Fehlerbehebungen für Maus, Tastatur und Controller
Die Änderungen betreffen die sogenannten Maple-Treiber. Maple ist das von SEGA entwickelte Bussystem, über das Controller, Tastaturen, Mäuse und weitere Peripheriegeräte mit der Dreamcast verbunden werden. Einer der Patches behebt einen möglichen Absturz im Maustreiber. Unter bestimmten Umständen konnte der Treiber auf noch nicht zugewiesene Daten zugreifen. Dadurch war eine Nullzeiger-Dereferenz möglich, die den Kernel zum Absturz bringen konnte. Laut Phoronix befand sich der Fehler seit einer Änderung aus dem Jahr 2017 im Code.
Überarbeitet wurde außerdem die Initialisierung der Treiber für Maus, Tastatur und Joystick. Die benötigten Treiberdaten werden nun hinterlegt, bevor das jeweilige Eingabegerät beim Kernel registriert wird. So soll verhindert werden, dass andere Prozesse bereits auf die Hardware zugreifen, obwohl der Treiber noch nicht vollständig eingerichtet ist. Die Änderung beseitigt damit eine mögliche Race Condition beim Start der Geräte.
Warum die Dreamcast weiterhin im Linux-Kernel steckt
Die Dreamcast erschien im November 1998 zunächst in Japan und verwendet einen Hitachi-SH-4-Prozessor. Dieser gehört zur SuperH-Architektur, die weiterhin vom Linux-Kernel unterstützt wird. Im Kernel befinden sich zudem Treiber für den Maple-Bus, das GD-ROM-Laufwerk und weitere Komponenten der Konsole.
Linux-Systeme für die Dreamcast gibt es bereits seit Anfang der 2000er-Jahre. Einige davon basierten auf Debian und wurden üblicherweise über eine gebrannte CD-R gestartet. Für die Bedienung waren eine Dreamcast-Tastatur, eine Maus und häufig ein VGA-Adapter erforderlich. Dass die Konsole weiterhin Patches erhält, hängt vor allem davon ab, ob sich noch Entwickler um den entsprechenden Code kümmern. Solange die Unterstützung gepflegt und an neue Kernel-Versionen angepasst wird, kann auch sehr alte Hardware im Mainline-Kernel bleiben.
Was bringt das Update Dreamcast-Besitzern?
Ein gewöhnliches System-Update erhält die Dreamcast mit Linux 7.2 nicht. Die Treiber kommen nur dann zum Einsatz, wenn der Kernel eigens für die Konsole kompiliert wird. Eine aktuelle Desktop-Distribution lässt sich daher nicht einfach herunterladen und wie auf einem PC installieren.
Benötigt wird weiterhin ein angepasstes System, das meist von einer CD-R gestartet wird. Maus, Tastatur und andere Geräte müssen über den proprietären Maple-Anschluss oder passende Adapter verbunden werden. Dementsprechend dürfte sich für normale Nutzer nur wenig verändern. Anders verhält es sich für Entwickler und Enthusiasten, die eigene Kernel-Versionen oder vorbereitete Abbilder für die Dreamcast erstellen. Da die Korrekturen direkt im offiziellen Kernel landen, müssen sie nicht dauerhaft in separaten Dreamcast-Versionen gepflegt werden.
Bereits Anfang 2026 wurden weitere Änderungen für die Dreamcast übernommen, darunter Anpassungen am Treiber des GD-ROM-Laufwerks. Vorgeschlagen wurde außerdem ein VMUFAT-Dateisystemtreiber für den Speicher der Visual Memory Unit.
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Quelle: via Phoronix

Ich muss jetzt endlich einmal den HDMI-Mod in meine Dreamcast einbauen...
Chu Chu Rocket wird so geil aussehen