Ecovacs T90 Pro Omni im Praxistest: Saugroboter mit Mittelklasse-Preis und Flaggschiff-Gefühl?
Mittelklasse-Saugroboter mit Flaggschiff-Anleihen: Der Ecovacs T90 Pro Omni will mit moderner Technik, starker Ausstattung und smarter Reinigung punkten. Ganz ohne Schwächen kommt aber auch er nicht aus.
Inhaltsverzeichnis
Wenn Ecovacs einen neuen Roboter vorstellt, wird in der Regel erst einmal mit unzähligen Begriffen um sich geworfen: Blast, Ozmo Roller, Powerboost, Truepass und so weiter. Doch was bedeuten all diese Technologien und wie genau machen sie den Alltag, in dem man zwischen zig Terminen auch noch Zeit für den Hausputz finden soll, tatsächlich leichter? Deswegen haben wir den T90 Pro Omni über fünf Wochen mehrmals wöchentlich genutzt und berichten hier, ob der Mittelklasse-Saugroboter wirklich hält, was seine ausufernde Feature-Liste verspricht.
Ecovacs T90 Pro Omni: Lieferumfang & Einrichtung
Am Anfang stehen wie immer Aufbau und Einrichtung. Neben dem Roboter und seiner Station finden sich in dem großen Paket lediglich noch eine dicke Bedienungsanleitung, ein Stromkabel und 260 ml der hauseigenen Reinigungslösung. Wo viele Konkurrenten gleich mehrere Ersatzteile beilegen, ist Ecovacs hier erstaunlich sparsam. Das könnte zwar ein Zeichen von Selbstvertrauen sein - genau beurteilen lässt sich das aber erst nach einem längeren Zeitraum.
Für gewöhnlich sind Verschleißteile wie Filter oder die Bürste für weit über 100 Betriebsstunden ausgelegt und der Roboter selbst oder die App geben im entsprechenden "Wartung"-Bereich Auskunft über deren Zustand. Doch dabei handelt es sich nur um Schätzungen. Und was man noch schlechter vorhersagen kann, ist, wann die ersten Altersschwächeerscheinungen auftauchen. So kommt es vor, dass Saugroboter nach einem oder mehreren Jahren an Kraft verlieren und etwa nicht mehr in die leicht erhöhte Station zurückfinden.
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Aufbauen, auffüllen, verbinden, und schon kann's losgehen
Davon ist der T90 Pro Omni jedoch noch eine Weile entfernt. Erst einmal gilt es nämlich, die Station aufzubauen und den Roboter mit der App zu verbinden. Aufgebaut ist sie glücklicherweise sehr zügig und selbsterklärend: Einfach die Rampe aufstecken, Frischwasser oben und Reinigungsmittel hinter der abnehmbaren Front einfüllen und ans Stromnetz anschließen - fertig.
Den Sauger aktiviert man wiederum über den roten Power-Schalter unter der Dachkappe. Anschließend scannt man den QR-Code mit der Ecovacs-Home-App oder befolgt einfach die Schritte in der Anleitung. Das Ganze funktionierte bei uns schnell und problemlos, sodass es direkt mit den nächsten Schritten weitergehen konnte.
Ecovacs Home App: Tüfteln wird belohnt
Der erste Schritt ist die Kartierung, bei der der Roboter einmal die komplette Wohnung abfährt und eine digitale Abbildung in der App schafft. In unserem Fall betrug die zu erfassende Fläche rund 50 m², wofür der T90 Pro Omni nur ziemlich genau fünf Minuten benötigte. Dabei erkannte er in zwei von drei Räumen sogar den Linoleum-Boden korrekt, was aber kein Beinbruch ist. Bodenstrukturen (falls es etwa eine Holzmaserung gibt), Möbel, Teppiche, Schwellen oder Raumbegrenzungen lassen sich alle mit wenigen Klicks nachtragen, um so eine möglichst getreue Nachbildung zu erstellen.
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Ist das erledigt, kann es auch schon ans Reinigen gehen. Hierzu stehen einem drei Reinigungsmodi und verschiedene Leistungsstufen zur Verfügung. Wasserdurchfluss und Anzahl der Durchgänge lassen sich ebenfalls direkt in der Übersicht anpassen. Und auch, ob die gesamte Wohnung, einzelne Zimmer oder lediglich ein bestimmter Bereich gereinigt werden soll, ist mit wenigen Klicks festgelegt. Einzig eine Option zum reinen Wischen, ohne zu saugen, fehlt in der üppigen Auswahl.
Doch das ändert nichts daran, dass die Übersicht verständlich gestaltet ist und die wichtigsten Optionen bietet, ohne dass man sich tiefer in die umfangreichen Menüs wühlen muss. Immerhin kann die dortige Funktionsvielfalt für Neulinge durchaus etwas überwältigend sein.
Große Optionsvielfalt, kleinere Macken
Allerdings gibt es sogar einen vereinfachten Modus - und wer Fan von smarter Technik ist, wird sich freuen, selbst die Stimme der Sprachansagen ändern zu können. Warum dabei aber jede einzelne Änderung einen Benachrichtigungston benötigt, der sich nur abschalten lässt, indem man sämtliche Sprachansagen deaktiviert, erschließt sich uns nicht. Und auch eine Möglichkeit, den maximalen Ladestand zu begrenzen, sucht man hier vergeblich. Gerade bei einer Technologie wie dem Powerboost-Schnellladen wären Optionen zur Akkuschonung sinnvoll. Dabei werden kleine Intervalle während der Moppreinigung genutzt, um schnell 10 % Ladung zurückzugewinnen, wovon insbesondere größere Wohnflächen profitieren. Auf die Akkukapazität andererseits könnte sich das langfristig eventuell negativ auswirken.
