OCZ Revodrive 3 (240 GB): Besser als aktuelle SSDs?

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Revodrive 3 heißt die aktuelle Ausgabe von OCZs PCI-Express-basierter SSD, welche einen Leistungsdurst über das Maß normaler SSDs hinaus stillen soll. Bis zu 1 GByte/s und 130.000 4k-aligned IOPS soll unser Muster laut Hersteller leisten. Wir prüfen Leistung sowie Alltagstauglichkeit der PCIe-x4-SSD mit 240 Gigabyte Flash-Speicher und zwei Sandforce SF2281-Controllern.

Sie wollen mehr Leistung, als eine SSD liefern kann? Da helfen nur mehrere SSDs. Doch viele Boards bieten nur zwei SATA-6-Gbps-Steckplätze und die Verkabelung sowie Konfiguration eines RAID-0 - womöglich noch mit mehr als zwei SSDs - schreckt so manchen User ab. Die Lösung kommt in Form einer PCI-Express-basierten SSD wie OCZs Revodrive 3. Bei der SSD in Steckkartenform befindet sich alles "on board", bis auf das Einstecken und das Verschrauben der Slotblende fallen keine weiteren Bastelarbeiten an.

Das Revodrive 3 ist natürlich bootfähig, benötigt für die Windows-Installation allerdings einen eigenen Treiber. Damit und mittels OCZs VCA 2.0, der Virtual Controller Architecture, soll auch im RAID-Betrieb das ATA-Trim-Kommando unterstützt werden, was bei normalen RAID-Konfigurationen oft ein Problem darstellt. Das Revodrive 3 in der von uns getesteten 240-GByte-Version kostet zum Testzeitpunkt laut PCGH-Preisvergleich rund 310 Euro - einzelne SSDs bieten meist ein deutlich günstigeres Euro/Gigabyte-Verhältnis, sind aber in vielen Fällen auch langsamer.

Der Trumpf des Revodrive 3 ist die Systemschnittstelle. Mit PCI-Express der zweiten Generation lassen sich pro Bahn 5,0 Gbps übertragen und das Revodrive 3 nutzt vier davon parallel. Theoretisch sind so bis zu 20,0 Gbit pro Sekunde möglich - das Interface sollte die beiden parallel arbeitenden Sandforce-Controller in ihrer Leistungsentfaltung also nicht einschränken.

Das Revodrive 3 gibt es in Kapazitäten von 120, 240 und 480 Gigabyte, eine "X2" genannte Doppeldeckerplatine mit 240, 480 und 960 Gigabyte und (auf dem Papier) nahezu doppelter I/O-Leistung wird ebenfalls angeboten. Auf das Revodrive 3 gewährt OCZ eine dreijährige Garantie und gibt mit einer MTBF von 1 Mio. Stunden einen durchschnittlichen Wert für Flash-Speicher an. In Sachen Ausstattung packt OCZ neben der obligatorischen Treiber-CD lediglich einen Aufkleber in den Karton - was allerdings auch völlig ausreicht, da Kabel & Co. beim Revodrive nicht benötigt werden.

Auch wenn die Zahl die dritte Generation suggeriert, handelt es sich doch um den direkten Nachfolger des Revodrives. Der Name ist an der restlichen OCZ-Palette zum Erscheinungszeitpunkt des Revodrive 3 ausgerichtet, welche die Vertex 3, Agility 3 und Solid 3 umfasste, daher wurde ein Revodrive 2 übersprungen. Wie der Vorgänger auch verwendet das Revodrive 3 ONFI-DDR-Flash-Speicher, ist jedoch mit zwei Sandforce-Controllern des Typs SF-2281 und nur noch einem Brücken-/Splitter-Chip ausgestattet. Das notwendige Controller-BIOS verlängert den Bootvorgang um circa fünf Sekunden, egal ob die PCIe-SSD als Boot- oder als Sekundärlaufwerk genutzt wird.

OCZ Revodrive 3 240 GB: Leistungswerte der PCIe-SSD

Atto Disk Benchmark (QD 10): OCZ Revodrive 3 240 GB Quelle: PC Games Hardware Atto Disk Benchmark (QD 10): OCZ Revodrive 3 240 GB In unseren Tests erreichen wir zumeist die Versprechen des Herstellers. Der Atto Disk-Benchmark attestiert knapp über 1 Gigabyte pro Sekunde maximale Lesegeschwindigkeit. Schreibend können wir bei einer Queue-Depth von 10 bis zu 950 MByte/s aus der PCIe-SSD herauskitzeln.

Auffällig ist, dass das Revodrive 3 mit einer höheren Queue-Depth bei kleinen Transfers deutlicher zulegen kann als eine normale SATA-6-Gbps-SSD. Die 2-KByte-Werte steigen beispielsweise um rund 75% an. Sandforce-typisch brechen die Werte bei nicht komprimierbaren Daten ein - nur noch 411/292 MB/s stehen lesend respektive schreiben zu Buche.

In Sachen IOPS kommen wir maximal auf rund 125.000 bei Schreibvorgängen, die an den 4k-Sektorengrenzen ausgerichtet sind - wiederum bei vielen gleichzeitigen Anfragen, hier macht sich die Serverherkunft des Revodrive-Konzepts bemerkbar.

Der AS-SSD-Benchmark, welcher traditionell mit kaum komprimierbaren Daten arbeitet und für alle Sandforce-Controller, wie sie auch das Revodrive nutzt, den Worst-Case darstellt, zeigt nur den enttäuschenden Wert von 854 Punkten an.
AS-SSD Benchmark Komprimierungswerkzeug OCZ Revodrive 3 240 GB Quelle: PC Games Hardware AS-SSD Benchmark Komprimierungswerkzeug OCZ Revodrive 3 240 GB

OCZ Revodrive 3 240 GB: PCIe-SSD im Praxiseinsatz

Im Alltagsgebrauch als Sekundärlaufwerk gibt es nicht viel zu beachten - der von OCZ bereitgestellte und auch für den 64-Bit-Einsatz signierte Treiber installiert mit wenigen Mausklicks ein SCSI-Gerät, das Revodrive ist danach als ganz normales Laufwerk mit voller Kapazität ansprechbar. Möchten Sie hingegen Windows 7 (32 oder 64 Bit, andere Betriebssysteme werden offiziell nicht unterstützt) installieren, müssen Sie die bereitgestellten Treiber ins Root-Verzeichnis eines USB-Sticks kopieren und diesen beim Windows-Setup angegeben. Anschließend verläuft die Installation wie gewohnt.

Die meisten PCGH-Praxistests absolviert das Revodrive 3, wie nicht anders zu erwarten, in Rekordzeit - Test 1 mit komprimierbaren Daten sind es satte 35% Vorsprung auf die bislang schnellste SSD. Der zweite Test mit vielen kleinen Dateien läuft rund 7 Prozent schneller und der Kopiertest mit nicht komprimierbaren Daten leidet wie gehabt unter der bekannten Sandforce-Schwäche, sodass hier einige SSDs schneller arbeiten als OCZs Revodrive 3. Beim Rekomprimieren der Cinematic Mod stößt das Revodrive 3 mit weniger als zwei Minuten sogar langsam an die CPU-Grenzen unseres Testsystems.

Die Leistungsaufnahme über den PCI-Express-Steckplatz liegt laut unserer Messungen bei rund 7,4 Watt im Active Idle - dem ganz normalen Leerlauf im Windows-Betrieb - und bei bis zu 10,8 Watt im IO-Meter-Stresstest, dem Worst-Case. Besonders der Leerlauf-Wert ist im Vergleich zu herkömmlichen SSDs (auch zweien im RAID) recht hoch, wenngleich 6 Watt absoluter Unterschied sich in der jährlichen Stromrechnung kaum nennenswert bemerkbar machen dürften. Effizienzfan schreckt dieser Wert jedoch erst einmal ab.

OCZ Revodrive 3 240 GB: Fazit über die PCIe-SSD

Ganz neu ist die Revodrive-Idee nicht und auch die prinzipiellen Vor- und Nachteile haben sich seit unserem ersten Test nicht grundlegend geändert. OCZ hat bei den Treibern nachgebessert und durch den Preisverfall bei Flash-Speichern ist das Revodrive 3 auch für normale Geldbeutel erschwinglich geworden. Die meisten der theoretischen Leistungswerte wie die Transferrate von über einem Gigabyte pro Sekunde und der IOPS-Durchsatz von circa 125.000 sind zwar über jeden Zweifel erhaben, ob dies jedoch den beachtlichen Aufpreis gegenüber einer normalen SSD der aktuellen Generation rechtfertigt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Performancehungrige Enthusiasten, die auch die angepeilte Zielgruppe darstellen, können hier oder beim Revodrive 3 X2 durchaus den erhofften Leistungskick erhalten.

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    • Kommentare (28)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von 8ykrid PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Dolomedes
        Hmm Ich hab jetzt mehrere SSD´s probiert und auch genutzt.

        Vor einem Halben Jahr noch hielt ich SSD´s für Toll, geschwindigkeitsvorteil ect ect.

        Aber mittlerweile hab ich keine SSD mehr im PC.
        Is halt schwachsinn wenn auch bezahlbar.
        Ich hab mit windows 8 so kurze Startzeiten, ich merke fast keinen Unterschied, die SSD´s hab ich mittlerweile bei ebay, recht gut verkloppen können.

        Nettes zu teueres Spielzeug.(Retrodrive)
        Du hast nie auch nur eine SSD besessen Sonst würdets du soetwas nicht behaupten.

        zum Revodrive, Das Konzept per PCIe find ich KLasse. Die Umsetzung ist fragwürdig alleine wegen dem Preis.
      • Von 8ykrid PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Dolomedes
        Hmm Ich hab jetzt mehrere SSD´s probiert und auch genutzt.

        Vor einem Halben Jahr noch hielt ich SSD´s für Toll, geschwindigkeitsvorteil ect ect.

        Aber mittlerweile hab ich keine SSD mehr im PC.
        Is halt schwachsinn wenn auch bezahlbar.
        Ich hab mit windows 8 so kurze Startzeiten, ich merke fast keinen Unterschied, die SSD´s hab ich mittlerweile bei ebay, recht gut verkloppen können.

        Nettes zu teueres Spielzeug.(Retrodrive)
        Du hast nie auch nur eine SSD besessen Sonst würdets du soetwas nicht behaupten.

        zum Revodrive, Das Konzept per PCIe find ich KLasse. Die Umsetzung ist fragwürdig alleine wegen dem Preis.
      • Von Moose83 BIOS-Overclocker(in)
        Revodrives sind der letzte Dreck Langsam, nicht viel schneller im Altagsleben und auch schneller defekt wie du OCZ mit der Tastatur schreibst
        Wenn Raid und Performance, dann mit ner Raidkarte
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von HarryHirsch Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von DrPhysik
        ich hab schon relativ lange 2 ocz revodrive im system und die laufen wie am 1. tag , mag warscheinlich daran liegen das nur das hochwertigere in pci-e ssds kommt

        meine x2 ist mir nach ca. einem jahr verreckt.
        und wenn du dich hier umschaust wirst du feststellen das die ausfallrate nicht gerade niedrig ist.
      • Von unre4l Software-Overclocker(in)
        Ich glaube ich bleibe dann doch lieber bei meinen geliebten HDD's (Seagate FTW!), da muss ich nicht drauf achten wie viel ich am Tag auf den Platten schreibe (ca. 100GB Schreiben/Kopieren pro Tag ) und sie sind billiger, heißt also bevor ich mir eine SSD hole dauerts noch und bis ich mir eine PCI SSD dauerts noch eine weilchen länger
      • Von gecan
        viel zu teuer für diese leistung gegenüber 2x vertex 4 256gb (raid0)

        schaut her
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