Corsair MP600 Pro im Test: der neue Phison-Controller rockt!
Die aktuell schnellsten SSDs unterscheiden sich wieder etwas mehr voneinander. Die erste Generation der 4.0-Modelle verwendete durchgehend den Phison E16, sie waren also bis auf den Aufkleber physisch identisch. Der neue Phison E18 in der Corsair MP600 Pro kitzelt etwas höhere Spitzenwerte im Datentransfer aus dem Flash heraus als die Konkurrenz mit jeweils eigenen Controllern. Daher liegt die MP600 Pro auch nach unserer Testnote an der Spitze, jedoch nicht in allen Leistungstests.
Die zweite Generation der PCI-Express-4.0-SSD ist da und wird wieder von einem Phison-Controller angeführt, dem PS5018-E18. Corsair ist der erste Hersteller, der ihn in seiner MP600 Pro verwendet. Die beiden direkten Konkurrenten WD und Samsung nutzen jeweils eigens entwickelte Controller und bieten eine ähnliche Leistung, wenn auch nicht so hohe Maximalwerte in den sequenziellen Datenraten, die sich in den Datenblättern marketingträchtig ausschlachten lassen. Die Praxis ist aber nicht ganz so eindimensional, wie der Absatz über die Leistung zeigt. Doch dazu später
Corsair bietet mit der MP600 Pro den direkten Nachfolger zur MP600, welche 2019 zusammen mit dem X570-Chipsatz erschien und welcher das neue Zeitalter für PCI Express 4.0 einläutete. Alle Modelle mit doppelter Bandbreite (aber nicht Geschwindigkeit) bestanden aus der gleichen Hardware, dem TLC-Flash des Joint Ventures aus Toshiba und WD sowie dem Phison E16-Controller. Die jeweilige Firmware der Hersteller kitzelte irrelevant niedrige Leistungsunterschiede zwischen den Modellen der ersten 4.0-Generation hervor. Damals waren noch maximale(!) Transferraten um die 5 GB/s möglich. Jetzt sind die neuen Modelle zumindest lesend schon bei circa7 bis 7,4 GB/s angelangt, was die Brutto-Bandbreite von 8 GB/s der vier PCI-Express-4.0-Lanes schon fast ausfüllt. Beim Schreiben sind die drei aktuellen 4.0-SSDs um die 6,5 GB/s schnell.
Was die Flash-Module angeht, so verwendet Corsair 3D-TLC-NAND von Micron mit 128 Lagen. TLC (Triple Level Cell) mit 3 bit pro Zelle hat spätestens seit der 980 Pro die MLC-Zellen mit zwei Bit endgültig abgelöst. Bedenken zur geringeren Haltbarkeit haben sich über mehrere Jahre nun nicht bestätigt.
Corsair MP600 Pro: Passiv- und wassergekühlt
Wie auch schon der Vorgänger verfügt die MP600 einen vorinstallierten Aluminium-Passivkühler. Neu hingegen ist nun die Variante mit Wasserkühlblock, die den Namen "Hydro X Edition" trägt. Technisch notwendig ist die Kühlung der SSD auch hier wieder nicht, denn höhere Temperaturen beeinflussen die Leistung in der Praxis kaum. Auch ein Zusammenhang zwischen Hitze und Lebensdauer kann bestenfalls vermutet werden. Die SSD-Kühler beruhigen vielmehr nur die Nerven des Anwenders, der seine Systemtemperaturen im Blick hat, als dass sie die SSD in irgendeiner Weise beeinflussen.
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In der Leistungsaufnahme nennt das Datenblatt bis zu 8 Watt im Spitzenbetrieb. Eine SSD bleibt in der Praxis meistens untätig, weswegen diese Ströme nicht praxisrelevant sind. Im Idle-Zustand kommen selbst schnelle, hungrige Modelle auf höchstens einen Watt, welcher selbst bei Notebooks im Akkubetrieb nicht ins Gewicht fällt. Davon abgesehen greifen dann weitere NVME Power States, welche den Verbrauch nochmal um zwei Kommastellen nach rechts senken. Wir messen die Leistungsaufnahme nicht selbst nach, weil einerseits die Methode mit der Stromzange recht ungenau ist und teurere Messausrüstung sich für die Milliwatt-Dimensionen nicht lohnen. Amerikanische Kollegen wie Tom's Hardware messen hier genauer nach.
| Power Consumption* | Corsair MP600 Pro (1 TB) | Corsair MP600 Pro & Hydro X (2 TB) |
|---|---|---|
| Dev Slp Power | < 5 mW | < 5 mW |
| Average Active Read | 6,2 W | 7,3 W |
| Average Active Write | 6,5 W | 8,1 W |
| (manufacturer's information) |
(Top-)Leistung der MP600 Pro
Die Konkurrenz von WD und Samsung war mit der neuen Generation an PCI-E-4.0-SSDs schon im letzten Herbst auf dem Markt und bot damit eine schnellere Alternative zur ersten Generation aus dem Einheitsbrei mit dem Phison E16. Nun genießt der Controller einen guten Ruf: Schließlich hat schon der E12, etwa in einer Corsair MP510, dem damaligen Platzhirsch Samsung und dessen 970 Pro und Evo gut Konkurrenz gemacht, indem er erstmals Schreibraten jenseits der 3 GB/s bot. Und auch jetzt scheint der Phison E18 die vergleichbaren Modelle mit eigens entwickelten Controllern hinter sich zu lassen - wenn auch nur mit einigen Nuancen.
Nun kann die MP600 Pro aber auch in unseren praxisnahen Tests überzeugen: In unserer Stichprobe der Ladezeiten kann sie sich mit nur zehn Sekunden an die Spitze setzen. Den deutlichsten und wohl auch einzig relevanten Unterschied zu NVME-SSDs mit PCI Express 3.0 finden wir im Schaufeln großer Datenmengen. Hier führt die MP600 Pro das Feld zusammen mit der WD Black SN850 an. Die Samsung SSD 980 Pro als direkte Konkurrenz liegt selbst hier etwas abgeschlagen.
Wo die 980 Pro aber konkurrenzlos vorne liegt, ist die Konsistenz. Das beweist der entsprechende Benchmark von PCMark 10, welcher die Laufwerke voll beschreibt und die Leistung auch abhängig nach ihrem Füllstand prüft. Wenn auch weit dahinter, liegt die MP600 Pro hier auf den zweiten Platz. Sie kommt im stundenlangen Benchmark auf eine durchschnittliche Transferrate von 271 MB/s, die Samsung 980 Pro auf 484 MB/s. Nun werden durchaus selten derart große Datenmengen so gut wie nie geschrieben und selbst große Kopierorgien befinden sich innerhalb der Bandbreite des SLC-Cache. Die Leistung darüber hinaus ist lediglich für den professionellen Einsatz relevant, etwa beim Video- oder 3D-Rendering, wenn der Arbeitsspeicher überläuft und auf die SSD ausgewichen werden muss. Das "Pro" im Namen der beiden Modelle kommt eben nicht von ungefähr.
Fazit Corsair MP600 Pro: Profi-Leistung, Profi-Preis
Für über 400 Euro ist die 2-TiByte-Variante der MP600 Pro nur ein Modell für Anwender, denen der Preis egal ist und sich einige gesparte Sekunden beim Datenschaufeln entsprechend kosten lassen wollen. Nun kommen aktuell auch günstigere SSDs mit PCI Express 4.0 auf dem Markt, etwa die MP600 Core mit langsameren QLC-Flash. Wer aber eine schnelle NVME-SSD möchte und nicht den Aufpreis der Top-Modelle zahlen will, greift da lieber zu einer guten 3.0-SSD mit TLC-Flash, die etwa Corsair mit der MP510 noch immer auf dem Markt hat.
Die 1-TiByte-Variante der MP600 Pro ist laut Datenblatt lediglich im Schreiben geringfügig langsamer (5,5 statt 6,5 GiB/s). Ihren Test werden wir an dieser Stelle nachreichen, sobald Corsair dazu ein Testmuster springen lässt. Wohl wegen des Unterschieds kursiert bislang nur das Modell mit 2 TiByte.
Nun zeigen die Praxistests, dass auch die zweite Generation der PCI-Express-4.0-SSDs lediglich im Transfer großer Mengen einen Unterschied zu 3.0 aufweist. Wer also nicht täglich 3D-Modelle rendert oder die Steam-Bibliothek verschiebt, kommt selbst auf einem 4.0-System mit einer 3.0-SSD nicht schlechter weg.
| Testtabelle | Corsair MP600 Pro |
|---|---|
| Kapazität | 2.000 GB |
| Produktinfo/-name | Force Series MP600 Pro |
| Modellbezeichnung | CSSD-F2000GBMP600PRO |
| Hersteller (Website) | Corsair (corsair.com) |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/2465260 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 420,-/befriedigend |
| Preis pro GiByte | € 0,23/GiByte |
| Mittlere Ausfallzeit (MTBF) | 1.700.000 Stunden |
| SSD-Controller | Phison PS5018-E18 |
| Flash-Chips | 3D-NAND TLC |
| DRAM-Cache | 2 GB |
| Ausstattung (20 %) | 1,23 |
| Formatierte Kapazität (GiByte) | 1862,65 GiByte |
| Garantiegrenze (Zeit/TBW) | 5 Jahre/ 1400 TB |
| Bandbreite (Schnittstelle)/Formfaktor | 8 GByte/s (PCI-E 4.0 x4)/M.2 2280 |
| Zubehör/Besonderheiten | mit Kühler |
| Eigenschaften (20 %) | 1,98 |
| Atto Disk Benchmark (max. Lesen, max. Schreiben) | 7309 MB/s, 6694 MB/s |
| AS SSD (Seq. Lesen, Seq. Schreiben) | 3304 MB/s, 5837 MB/s |
| Ladezeiten (Final Fantasy XIV Stormblood) | 10,89 Sek. |
| Bilder-Stapelverarbeitung, Kopiertest 10 GB, 140 GB | 323 Sek., 33,9 Sek., 68,1 Sek. |
| Leistung (60 %) | 1,19 |
| Endnote | 1,35 |
| + | Top-Leistung |
| - | Teuer |

Unter geringfügig verstehe ich 6,5GB/s und 6,4GB/s .
Z.B. komme ich mit der Force MP600 (2TB) in einem kurzen AS SSD 1GB SEQ Test ohne den SLC zu füllen auf 4263 MB Lesen und 3906 MB Schreiben. Damit wäre sie im Schreiben auf Platz 3 und im Lese auf Platz 1.
Generell finde ich die Schwankungen bei den Durchläufen in diesen Benchmarks recht hoch.
Wenn ich überlege, dass so ne Corsair hier im Test dann über 4x mehr kostet, aber (zum Großteil) nicht mal das Doppelte leistet, frage ich mich für wen das solch einen Aufpreis wert ist?!
Zum Test:
Sicher, dass Read/Write nicht vertauscht wurde?
Bei allen meinen M2 (auch Samsung) habe ich im AS-SSD durchweg höheren Read.