Adata Legend 970 im Test: Schnelle, aber fiepende PCIe-5.0-SSD

Mehr PCIe-5.0-SSDs auf dem Markt sind gut, denn das bedeutet mehr Modellauswahl, mehr Konkurrenz und sinkende Preise. Selbst wenn es sich wieder "nur" um dasselbe Platinen-Layout mit dem Phison-E26-Controller handelt, nur eben mit anderem Kühler und Markenschriftzug. Diesmal von Adata, also einer der kleineren Hersteller auf dem Speichermarkt. Nur leider ist Adata der Kühler mit einem zu lauten Lüfter eindeutig misslungen, wie wir im Test feststellen durften. Sind dann zumindest Preis und Leistung noch konkurrenzfähig?

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Adata Legend 970 im Test: Schnelle, aber fiepende PCIe-5.0-SSD
Quelle: PCGH

Seit etwa einem Jahr sind SSDs mit PCI Express 5.0 für den M.2-Slot angekündigt, aber die ersten Modelle dieser Art sind erst seit einem halben Jahr verfügbar. Ihre Markteinführung und Entwicklung scheinen ähnlich verzögert und schleppend zu sein wie bei den NVMe-SSDs mit PCI Express 4.0 im Jahr 2019. Damals etablierte sich jedoch rasch ein breiter und bezahlbarer Markt für die schnellen 4.0-Modelle, die gleichzeitig mit den entsprechenden Mainboard-Schnittstellen eingeführt wurden. Im Gegensatz dazu haben SSDs mit PCI Express 5.0 auch im Herbst und Winter 2023 noch nicht überzeugt, hauptsächlich wegen ihres ungünstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses. Dies scheint auch den Herstellern bewusst zu sein, da sie weiterhin auf PCI Express 4.0 setzen, welches mit neuen Controllern und Modellen auf den Markt kommt. Diese bleiben eine attraktive Option, da sie sowohl schnell als auch preiswert sind.

Absturzprobleme der PCIe-5.0-SSDs mit Phison-E26-Controller

Vor einem halben Jahr stellte sich die Gigabyte Aorus Gen5 10000 SSD als erste ihrer Art mit PCIe-5.0-Schnittstelle vor, die jedoch nur mit eingeschränkter Leistung und einem fast lächerlich großen Tower-Kühler für ihre M.2-2280-Platine zu bewältigen war. Unsere Tests zeigten damals, dass die SSD ohne Kühlung nach Erreichen einer Leistungsspitze nicht mehr reagierte. Ein ähnliches Modell von Corsair, die MP700, erlangte Medienaufmerksamkeit durch ihr "Temperatur-Gate", da sie ohne Kühlung abstürzte und das Betriebssystem mit sich riss. Corsair jedenfalls legte schnell nach mit der MP700 Pro, die nicht nur eine bessere Leistung abliefert, sondern mit der neueren Firmware auch keinen (unwahrscheinlichen) Absturz mehr riskiert.

Trotz dieser Probleme hat sich gezeigt, dass bereits eine passive Kühlung mit einem kleinen, PS5-kompatiblen Heatsink ausreicht, um diese Schwierigkeiten zu vermeiden. Hersteller betonen die Notwendigkeit einer Kühlung, was wir auch bei PCIe-4.0-SSDs bestätigen können. Während ein Kühler die Leistung nicht beeinflusst und die SSD ohne Kühlung einfach nur wärmer wird, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren, trifft dies auf die 5.0-SSDs nicht mehr zu. Unsere Tests zeigten, dass die Verwendung von Mini-Lüftern nicht erforderlich war. Wir haben dies durch Tests mit verschiedenen Kühlmethoden - passiv, aktiv und ohne Kühlung - mithilfe eines externen Temperatursensors im Test der MP700 Pro damals genauer untersucht, jedoch die Leistung der Legend 970 von Adata hier auch ohne Lüfter gemessen.

Systemanforderungen für SSDs mit PCI Express 5.0

Die Legend 970 gehört zur neuen Generation von SSDs, die zumindest in Benchmarks einen Geschwindigkeitsschub verspricht. Den können Sie aber nur nutzen, wenn Sie über aktuelle Hardware verfügen, die diesen Standard unterstützt. Nur die allerneuesten Mainboards sind von Haus aus PCIe-5.0-fähig. Sie müssen also möglicherweise Ihren eigenen PC von Grund auf neu bauen oder ein bestehendes System aktualisieren, um die Konnektivität zu erhalten. Sie benötigen einen Intel Core-Prozessor der 12. Generation oder höher, mit einem Mainboard, das auf dem Z690- oder Z790-Chipsatz von Intel basiert, oder einen Ryzen-7000-Prozessor, mit einem AM5-Mainboard, das auf einem X670-, X670E- oder B650E-Chipsatz basiert. Intels 12. Generation mit Z690-Boards ist zwar schon PCIe-5.0-fähig, verfügt 5.0 aber nur am x16-Slot, in dem meist die Grafikkarte sitzt. Wenn Sie dort nicht etwa einen Steckkartenadapter verwenden, brauchen Sie ein System, welches auch am M.2-Anschluss PCIe 5.0 bietet.

Nur weil Sie einen dieser aktuellen Chipsätze haben, bedeutet das nicht, dass der Mainboard-Hersteller tatsächlich einen PCIe 5.0-fähigen M.2-SSD-Steckplatz eingebaut hat. Das hängt vom Hersteller des Boards ab. Prüfen Sie also die technischen Daten und die Dokumentation Ihres Systems oder Mainboards, um sicherzustellen, dass Sie tatsächlich einen solchen Steckplatz haben, bevor Sie in eines dieser Laufwerke investieren.

(Misslungene Kühler-)Ausstattung der Adata Legend 970

Bei der Adata Legend 970 handelt es sich um eine PCIe-5.0-SSD, die hardwareseitig identisch ist zu all den anderen 5.0-SSDs auf dem Markt. Also man hat auch hier die Platine mit dem Phison E26 als Controller und dem aktuellen 232-lagigen TLC-NAND-Flash von Micron.

Adata Legend 970: Garantieverlust bei Kühler-Demontage Quelle: PCGH Adata Legend 970: Garantieverlust bei Kühler-Demontage Nicht mehr ganz aktuell ist hier die Firmware des Controllers: Hier handelt es sich noch um die ältere Version, welche ungekühlt die SSD abstürzen lässt. Adata macht es sich hier ganz einfach und verbietet quasi die Demontage des Kühlers, indem über einer Schraube ein Aufkleber angebracht ist, dessen Beschädigung die Garantie erlöschen lässt. Auf Rückfrage bei Adata wurde uns auch bestätigt, dass dies genauso für den deutschen Markt gilt, während andere Hersteller mit gleichen PCIe-5.0-SSDs das ausdrücklich erlauben. Corsair bietet sogar einen kleinen Schraubendreher für den Kühler und Gigabyte etwa legt den (übergroßen) Kühler etwa demontiert bei. Das ergibt auch Sinn, denn fast immer verschwindet die SSD unter dem Passivkühler des Mainboards. Und genau deswegen ist das Garantiesiegel der Legend 970 eigentlich nur lästig - ja sogar unnötig.

Abgesehen davon, dass der Lüfter auf den 5.0-SSDs nicht nötig ist, ist er bei der Adata Legend 970 auch noch unerträglich laut. Wie zuvor erwähnt, er beeinflusst lediglich die Temperatur und die SSD liefert dieselbe Leistung ab, wenn man ihn nicht ansteckt. Auch die Corsair MP700 (Pro) hat einen Lüfter, welcher jedoch um Welten leiser ist. Wohl auch deswegen, weil er dort auch besser positioniert ist.

Mit diesem restriktiven Garantiesiegel und dem unnötig laut fiependem Lüfter hat es Adata schwierig, was die Konkurrenz betrifft. Im Kühler-Design unterscheiden sich die PCIe-5.0-SSDs alle etwas. Corsair und Seagate etwa bieten auch eine Variante ganz ohne SSD-Kühler an, was absolut Sinn ergibt, da jedes Mainboard schon einen bietet.

Wir haben alle Hersteller mit unseren Ergebnissen konfrontiert, auch Adata. Jeder besteht auf die Sinnhaftigkeit seines Lüfters. Adata schreibt uns auf Nachfrage, dass die neue Firmware lediglich den Absturz etwas hinauszögert und daher der Lüfter noch immer nötig sei. Bei der MP700 Pro jedenfalls konnten wir das nicht beobachten, sie drosselt beim Temperaturlimit die Leistung, aber stürzt auch nach längerer Zeit nicht ab. Davon abgesehen erreicht man in der Praxis diese Drosselung mit passiver Kühlung nicht. Auch wenn es sich bei der Legend 970 um eine 5.0-SSD mit veralteter Firmware handelt, wurde uns bestätigt, dass man die neue Firmware prüft und ein Update liefern wird. Ob aber das vorhandene Modell einfach softwareseitig aktualisiert wird oder, wie bisher andere Hersteller, man ein "neues" Modell mit anderer Bezeichnung (und Kühler) auf den Markt bringt, ließ Adata im Statement offen.

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    • Kommentare (11)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von trigger831 Software-Overclocker(in)
        Lieber 10 Prozent mehr zahlen und dann die MP700 Pro ins Auge fassen. Der Lüfter würde mich schon nach 1 Sekunde stören.
      • Von trigger831 Software-Overclocker(in)
        Lieber 10 Prozent mehr zahlen und dann die MP700 Pro ins Auge fassen. Der Lüfter würde mich schon nach 1 Sekunde stören.
      • Von efes Software-Overclocker(in)
        mein m.2 SSD arbeitet ohne Kühler, 3700 w/r , vollkommen zufrieden .
      • Von Mazrim_Taim Volt-Modder(in)
        Zitat

        da sie ohne Kühlung abstürzte........ und einem fast lächerlich großen Tower-Kühler für ihre M.2-2280-Platine.........verbietet quasi die Demontage des Kühler......Lüfter auf den 5.0-SSD.... auch noch unerträglich laut. usw.
        Egal welche SSD.
        Die Karte muss in meinem Rechner auch reinpassen und im Betrieb sicher sein.
        Der (Passiv)kühler des Mainboards muss da reichen so das nichts mit der Grafikkarte und oder einer
        anderen Karte im Weg ist.
        Ich bleibe da lieber bei der Samsung 980 Pro / 990 Pro (bzw. vergleichbarer SSDs).

        (jaaaa mein Rechner in der Sig hat auch kein PCIe 5.0...kann man aber schnell ändern )
      • Von Tiavor PC-Selbstbauer(in)
        mal wieder typisch. anstatt einen ordentlichen passiv-Kühler draufpacken, steckt man lieber einen winzigen Lüfter rein. Ich verstehe die Alu-Block-Optik nicht, die Kühlkörper sind so ineffektiv und sehen nicht toll aus.

        "warranty void if broken" ist illegal in der USA und vermutlich auch in der EU.
      • Von Ganjafield BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von DoctorChandra
        Weshalb bringt man nur sowas unausgegorenes auf den Markt ?!?
        mittlerweile muss ich da wirklich sagen "typisch ADATA SSD`s"
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