Toshiba TR200: Neue Einsteiger-SSD soll Preiskracher werden
Die neue Toshiba TR200 würde als bestenfalls mittelmäßige SSD in der Masse der SATA-6-GBit/s-SSDs untergehen, doch der japanische Konzern veröffentlicht die TR200 mit einem Kampfpreis: In der Kapazität von 480 GB lautet die unverbindliche Preisempfehlung lediglich 145 Euro. Mit diesem Preis wäre sie auf dem Markt zwar noch nicht die günstigste, sie dürfte aber damit das Einsteigersegment aufmischen.
Toshiba bewirbt die TR200 als Einsteigermodell, während die teurere, aber auch leistungsfähigere OCZ VX500 (baugleich mit Toshiba Q300 Pro) für den Mainstream-Markt gedacht ist und die M.2-SSD Toshiba OCZ RD400 mit ihren vier PCI-Express-3.0-Lanes den Enthusiasten ansprechen soll. Die TR200 konkurriert etwa mit einer Sandisk Plus oder einer Western Digital Green SSD.
Folgende Preise (UVP) ruft Toshiba für die TR200 aus:
Quelle: Toshiba
Toshibas Dreifaltigkeit an SSDs
Neuer 3D-TLC-NAND mit 64 Lagen
Toshiba verwendet bei der TR200 erstmals Flashspeicher mit 64 gestapelten Zellschichten. Erst mit dieser Speicherdichte sei der 3D-NAND des Joint Ventures zwischen Sandisk und Toshiba mit Samsungs V-NAND (Vertical NAND) konkurrenzfähig, wie Western Digital - Mutterkonzern von Sandisk - auf seinem Investor Day Ende letzten Jahres verkündete. Samsung hat mit der 850 Evo und ihren 48-lagigem TLC-Flash seit 2015 eine Cash Cow auf dem Markt.
Der 3D-NAND der Toshiba TR200 verfügt über 3 Bit pro Zelle, es handelt sich also um TLC-Speicher (Triple Level Cell). Die vertikale Bauweise soll die SSD im Betrieb effizienter machen - sie soll also im Betrieb etwas weniger als vergleichbare Modelle verbrauchen.
Kampfpreis und Effizienz statt Spitzenleistung
Da Effizienz und Preis die Kaufargumente sind, kommt die TR200 in der Leistung nicht an andere Mittelklasse-Modelle heran. Im Datenblatt lesen sich die sequenziellen Datenraten mit bis zu 550 MB/s lesend und bis zu 525 MB/s schreibend zwar vielversprechend, jedoch liegt hier die Betonung ganz stark auf "bis zu".
In einer Tabelle vergleicht Toshiba die TR200 unter anderen mit der Samsung 850 Evo, die dort nur "Product A" genannt wird. Dort übertrumpft die TR200 die 850 Evo - in der Praxis schneidet die Samsung-SSD aber stets besser ab.
In der kommenden PCGH-Ausgabe 12/2017 testen wir die Toshiba TR200 und andere 3D-Flash-SSD ausführlich und vergleichen sie mit Platzhirschen wie der Samsung 850 Evo oder einer Samsung 960 Pro.
Quelle: Toshiba
Toshiba TR200 im Konkurrenzvergleich (Product A = Samsung 850 Evo)
Toshiba als Marke statt OCZ
Bislang hat Toshiba seine SSDs stets unter der Tochtermarke OCZ veröffentlicht. Mit der TR200 ändert sich das nun: Das OCZ-Logo ist zwar noch immer vorhanden, der Name ist aber aus der Produktbezeichnung verschwunden.

Der Speicher der günstigen SSDs hingegen reicht schon völlig aus. Der Cache auch.
Die erste Generation QLC-Nand wird schon schnell genug sein, um PCIe3x2 voll und ganz auszulasten und deshalb auch direkt mit PCIe3x4 erscheinen.
Samsung SSD PM961 und SM961.
Von den reinen Specs auf dem Papier schon etwa 5x schneller als die 600p. Und damit so schnell, dass kein Normalverbraucher, der in der Einsteigerklasse einkauft, irgendwelche Nachteile zu einer Pro-NVMe-SSD bemerkt.
Einziges großes Problem: OEM-Produkt. Und leider braucht man auch noch den richtigen manuellen Treiber, der nicht ganz einfach zu finden ist, um die Leistung auch abzurufen.
Trotzdem haben meine beiden 480GB Crucial SSDs je unter 100 Euro gekostet und die Überschrift macht mal voll keinen Sinn
Bis dahin halte ich auch einen UVP von 150 Euro für 480 GB eher für viel zu hoch, der Straßenpreis wird wohl kaum kurzfristig auf <66% fallen. Alles darüber ist m.M.n., abseits von Server-SSDs oder wirklich schnellen NVMe) überteuert.